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IP/07/1032

Brüssel, 6. Juli 2007

07.07.07: Europäer unterstützen Millenniums-Entwicklungsziele

Im Vorfeld des symbolischen Halbzeitdatums für die Verwirklichung der Millenniums-Entwicklungsziele zeigt eine Erhebung der Europäischen Kommission eine breite Unterstützung der Öffentlichkeit für die EU-Prioritäten in der Entwicklungszusammenarbeit. Die Mehrheit der Europäer (66%) betrachten die Verringerung der extremen Armut und des Hungers in Entwicklungsländern als Priorität. Die Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten steht an zweiter Stelle (46%). Außerdem glauben die Menschen überall in der EU (64%), dass Subsahara-Afrika am meisten Hilfe benötigt.

Der für Entwicklung und humanitäre Hilfe zuständige Kommissar Louis Michel erklärte: “Dies ist eindeutig ein Thema, für das sich die Europäer engagieren - ebenso wie die Kommission. Vergangenes Jahr flossen über 100 Euro je EU-Bürger in die öffentliche Entwicklungshilfe. Wenn wir die Hilfe erhöhen, sie wirksamer gestalten, die Koordinierung zwischen uns Gebern verbessern und die Übereinstimmung mit der Politik in anderen Bereichen wie Handel und Umweltschutz gewährleisten, können wir zur Verwirklichung der Millenniums-Ziele bis 2015 beitragen”.

Die Erhebung zeigt, dass die EU-Bürger insgesamt offenbar eine recht klare Vorstellung von den Prioritäten der Entwicklungshilfe haben. Das erste der im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen festgelegten Millenniums-Entwicklungszielen, nämlich die Milderung der extremen Armut und des Hungers, wird weltweit als Top-Priorität der Entwicklungshilfe angesehen und auch 66% der EU-Bürger sehen es als eine der drei höchsten Prioritäten.

In diesem Kontext glaubt die Mehrheit der EU-Bürger (64%), dass Subsahara-Afrika den größten Bedarf an Entwicklungshilfe hat, eine fast doppelt so hohe Zahl wie die für den indischen Subkontinent, der mit 34% an zweiter Stelle steht, und eine Meinung, die in allen einzelnen Mitgliedstaaten vom größten Teil der Bevölkerung vertreten wird.

Was die Entwicklungshilfe für Afrika anbelangt, so halten die europäischen Bürger die Bekämpfung von HIV/AID, Tuberkulose und anderen Krankheiten für den wichtigsten Einsatzbereich der EU-Entwicklungshilfe (46%) vor Frieden und Sicherheit (43%) sowie Menschenrechten (37%).

Die Hauptbeweggründe für die Hilfe der reicheren für die ärmeren Länder werden pragmatisch gesehen. 28% der EU-Bürger nennen die weltweite Stabilität als Hautbeweggrund für Entwicklungshilfe, weitere 28% nennen ein Eigeninteresse, nämlich die wirtschaftlichen Vorteile aus dem gesteigerten Handel zwischen Geber- und Empfängerländern.

Geht man von Meinungen zum Wissensstand über, so zeigt diese Studie allerdings einen erheblichen Mangel an Kenntnissen über die internationalen entwicklungspolitischen Initiativen wie die Millenniums-Entwicklungsziele und den Europäischen Konsens über die Entwicklungshilfepolitik - ein Katalog von Grundsätzen, den alle EU-Institutionen im Dezember 2005 vereinbart haben, um die Kohärenz und Einheitlichkeit der europäischen Entwicklungshilfe zu verbessern. Auch wenn ein Fünftel bzw. ein Viertel der EU-Bürger schon von diesen Initiativen gehört haben, weiß nur eine sehr kleine Minderheit (4% bzw. 6%) über ihren Inhalt Bescheid.

Schließlich ist den EU-Bürgern trotz der führenden Rolle der EU als Geber nicht klar, welchen höheren Nutzen letztere als Entwicklungshilfeakteur zu bieten hat. Ein Drittel der EU-Bürger (28%) ist nicht in der Lage, einen Faktor zu nennen bzw. auszuwählen, der den höheren Nutzen der EU im Vergleich zu den Regierungen der Mitgliedstaaten erklärt, und einige wenige (5%) geben spontan an, dass die EU bei der Gewährung von Entwicklungshilfe keinen Vorteil bietet.

Die EU ist der weltgrößte Geber von Entwicklungshilfe. 2006 belief sich die öffentliche europäische Entwicklungshilfe auf 48 Mrd. EUR oder 0,42% des Bruttonationaleinkommens und überschritt damit das in Monterrey festgelegte Zwischenziel von 0,39% für 2006. 2005 verpflichtete sich der Europäische Rat, die Ausgaben für die Hilfe bis 2010 um mindestens 20 Mrd. EUR jährlich zu erhöhen und das Ziel von 0,7% des Bruttonationaleinkommens bis 2015 zu erreichen.

Die Umfrage fand im Februar und März 2007 in den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union statt. Dabei wurden fast 27.000 Personen persönlich bei sich zu Hause in ihrer jeweiligen Landessprache befragt.

Die Eurobarometer-Umfrage kann unter folgenden Internet-Adressen abgerufen werden:
FR

http://ec.europa.eu/commission_barroso/michel/speeches/docs/ip/2007/EurobaroFR.pdf
EN

http://ec.europa.eu/commission_barroso/michel/speeches/docs/ip/2007/EurobaroEN.pdf
DE

http://ec.europa.eu/commission_barroso/michel/speeches/docs/ip/2007/EurobaroDE.pdf


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