IP/06/999
Brüssel, den 17. Juli 2006
Am 17. Juli wird die Europäische Kommission die ersten Erkenntnisse ihrer Branchenumfrage über die Wettbewerbslage im Retail-Banking zur Diskussion stellen. Die Umfrage befasst sich mit den Märkten für Zahlungskarten und dem Kerngeschäft im Retail-Banking. In ihrem Zwischenbericht über Zahlungskarten (siehe IP/06/496 und MEMO/06/164) nennt die Kommission erhebliche Markthindernisse, die die Preise für Unternehmen und Verbraucher in die Höhe getrieben haben. Unterdessen hat die Kommission einen Zwischenbericht über das Kerngeschäft im Retail-Banking (einschließlich Kontokorrentkonten und verbundene Dienste) vorgelegt, aus dem eindeutig eine Fragmentierung des Marktes hervorgeht und der aufzeigt, wo auf den Märkten noch Verbesserungsbedarf besteht. Die Europäische Kommission erwartet jetzt mit Spannung die Reaktion der verschiedenen Interessengruppen. Bevor sie endgültige Schlussfolgerungen zieht, möchte sie von ihnen erfahren, wo ihrer Meinung nach die Ursachen für diese Probleme liegen könnten.
Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin, Neelie Kroes, erklärte hierzu: „Unsere Wettbewerbsanalyse des Marktes für das Retail-Banking hat ergeben, dass die Märkte in der EU weiterhin fragmentiert sind, dass weiterhin erhebliche Markthindernisse bestehen und dass es für Verbraucher und KMU schwierig ist, das für sie beste Angebot zu finden. Wir möchten mit allen Marktbeteiligten darüber sprechen, wie wir diese Probleme angehen sollten.“
Zum Auftakt der öffentlichen Anhörung wird die Kommission den verschiedenen Interessenkreisen (u. a. Vertreter von Wirtschaft, Verbrauchergruppen und Regulierungsbehörden) die vorläufigen Ergebnisse ihrer Umfrage vorstellen. Anschließend werden die Teilnehmer die am 12. April veröffentlichten Umfrageergebnisse über die Zahlungskartenbranche und die wichtigsten Fragen, die im Rahmen der schriftlichen Phase des Konsultationsverfahrens angeschnitten wurden, erörtern. Mittlerweile hat die Kommission auch die vorläufigen Ergebnisse ihrer Umfrage zum Kerngeschäft im Retail-Banking (einschließlich Kontokorrentkonten und verbundene Dienste) veröffentlicht. Die zwölfwöchige öffentliche Anhörung über die ersten Erkenntnisse läuft bis zum 9. Oktober 2006.
Zahlungskarten
Dem im April veröffentlichten Zwischenbericht über Zahlungskarten zufolge gibt es noch keinen uneingeschränkt wettbewerbsfähigen Binnenmarkt für Zahlungskarten, von dem Unternehmen und Verbraucher wirklich profitieren könnten. Die erheblichen Preisunterschiede auf dem Binnenmarkt sprechen für sich. Darüber hinaus ist zu erkennen, dass das Zahlungskartengeschäft für die Banken wirtschaftlich sehr rentabel ist.
Auch wenn die Kommission die Auswertung der mehr als achtzig schriftlichen Stellungnahmen noch nicht abgeschlossen hat, so kann sie dennoch Folgendes festhalten:
Das Kerngeschäft im Retail-Banking
In ihrem Zwischenbericht über den Wettbewerb im Kerngeschäft des Retail-Banking (einschließlich Kontokorrentkonten und verbundene Dienstleistungen) kommt die Kommission zu folgenden Ergebnissen:
Die Kommission wird bei der Erstellung ihres endgültigen
Berichts alle im Rahmen der öffentlichen Anhörung vorgebrachten
Stellungnahmen berücksichtigen. Der endgültige Bericht zur Umfrage
über das Retail-Banking in der EU, in dem auch die Zahlkartenbranche sowie
Kontokorrentkonten und verbundene Dienstleistungen abgedeckt sein werden, wird
noch vor Ende 2006 veröffentlicht werden.
Weitere Informationen zur
Umfrage über das Retail-Banking in der EU unter:
http://ec.europa.eu/competition/antitrust/others/sector_inquiries/financial_services/