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Europäische Kommission verabschiedet EU-Forstaktionsplan

European Commission - IP/06/785   15/06/2006

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IP/06/785

Brüssel, den 15. Juni 2006

Europäische Kommission verabschiedet EU-Forstaktionsplan

Die Europäische Kommission hat heute durch die Annahme eines EU-Forstaktionsplans ihre Entschlossenheit unter Beweis gestellt, die nachhaltige Waldbewirtschaftung weiter auszubauen. Der Aktionsplan stützt sich auf den Bericht des vergangenen Jahres über die Durchführung der Forststrategie und die diesbezüglichen Schlussfolgerungen des Rates. Er konzentriert sich auf vier Hauptziele: (1) Verbesserung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit; (2) Verbesserung und Schutz der Umwelt; (3) Erhöhung der Lebensqualität und (4) Förderung von Koordination und Kommunikation. Die Kommission schlägt achtzehn Schlüsselaktionen vor, die sie in einem Zeitraum von fünf Jahren (2007-2011) gemeinsam mit den Mitgliedstaaten umsetzen möchte.

Die Mitteilung wurde von Mariann Fischer Boel, die in der Kommission für Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung zuständig ist, zusammen mit Vizepräsident Günter Verheugen (Unternehmen und Industrie), Kommissionsmitglied Stavros Dimas (Umwelt), Kommissionsmitglied Andris Piebalgs (Energie) und Kommissionsmitglied Janez Potočnik (Wissenschaft und Forschung) vorgestellt. Ihr ist ein detaillierter Bericht über die Lage der Wälder und der Forstwirtschaft in der EU und den Vorbereitungsprozess für den EU-Forstaktionsplan beigefügt.

"Dieser Aktionsplan soll einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung leisten. Wir beabsichtigen, die multifunktionelle Rolle der Wälder zu wahren und auszubauen und dadurch eine Grundlage für eine bessere und dauerhafte Bereitstellung von Forsterzeugnissen und –dienstleistungen für die Bürger zu schaffen", erklärte Kommissarin Fischer Boel.

Ausgehend von der Entschließung des Rates vom 15. Dezember 1998 über eine Forststrategie für die Europäische Union bildet der Aktionsplan einen Rahmen für forstbezogene Maßnahmen auf Gemeinschafts- und Mitgliedstaatsebene. Außerdem dient er als Instrument der Koordination zwischen EU-Maßnahmen und den Forstpolitiken der Mitgliedstaaten. Vor dem Hintergrund der großen Vielfalt der natürlichen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten und der unterschiedlichen Waldbesitzverhältnisse in der EU trägt der Aktionsplan der Notwendigkeit spezifischer Ansätze und Maßnahmen für die verschiedenen Forstarten Rechnung. Er hebt hervor, welch wichtige Rolle die Waldbesitzer bei der nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder in der EU spielen.

Zur Verbesserung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit des Forstsektors müssen gemäß dem Aktionsplan Innovation und Forschungstätigkeiten sowie die Ausbildung von Waldbesitzern und Waldarbeitern gefördert werden. Im Einklang mit dem Aktionsplan für Biomasse und der EU-Strategie für Biokraftstoffe werden auch Maßnahmen vorgeschlagen, die darauf abzielen, mehr Forstressourcen für die Energieerzeugung einzusetzen.

Der Aktionsplan enthält eine Reihe spezifischer Maßnahmen, die zu den Umweltzielen der Europäischen Union im Zusammenhang mit Klimawandel und Biodiversität beitragen sollen. Weitere Ziele sind der Schutz der Wälder und die Einrichtung eines verbesserten Europäischen Waldüberwachungssystems.

Der Aktionsplan sieht vor, die Lebensqualität durch Erhaltung und Verbesserung der sozialen und kulturellen Dimensionen der Wälder zu erhöhen. Er fördert Bildungs- und Informationsmaßnahmen im Umweltbereich, unterstreicht die Bedeutung der Schutzfunktion der Wälder und schlägt eine Untersuchung des Potentials von Wäldern in und im Umfeld von Städten vor.

Es werden Maßnahmen für eine wirksamere sektorübergreifende Zusammenarbeit vorgeschlagen, um wirtschaftliche, umweltbezogene und sozio-kulturelle Ziele in den verschiedenen forstpolitischen Maßnahmenbereichen ins Gleichgewicht zu bringen.

Wälder bedecken derzeit 37,8 % der Gesamtfläche der EU. In den vergangenen Jahrzehnten ist eine stetige Zunahme der Waldgebiete in den EU-Mitgliedstaaten zu verzeichnen. Aus kürzlich veröffentlichten Berichten geht hervor, dass sich die Waldflächen in der EU im Zeitraum 2000-2005 insgesamt um 2,3 Millionen ha ausgedehnt haben. Der Umfang der bewaldeten Flächen ist je nach EU-Mitgliedstaat sehr unterschiedlich und liegt zwischen 73,9 % und 66,9 % der Gesamtlandmasse in Finnland bzw. Schweden und 9,7 % in Irland, 10,8 % in den Niederlanden und 11,8 % in Dänemark. Rund 60 % der EU-Wälder sind im Besitz von etwa 15 Millionen privaten Waldeigentümern. Private Waldbetriebe umfassen durchschnittlich eine Fläche von 13 ha; viele Wälder in Privatbesitz weisen jedoch weniger als 3 ha Fläche auf. In der Forst- und Holzwirtschaft sind rund 3,4 Millionen Menschen beschäftigt. Die EU hat einen Anteil von etwa 20 % an der weltweiten Produktion von Industrierundholz und ist damit der zweitgrößte Produzent nach den USA. Trotz dieser großen Produktionsmenge liegt das durchschnittliche Holzjahresaufkommen in der EU nur knapp über 60 % des jährlichen Forstwachstums.

Die Mitteilung über den EU-Forstaktionsplan kann unter folgender Adresse abgerufen werden:

http://ec.europa.eu/agriculture/fore/action_plan/index_de.htm

Weitere Informationen über die EU-Forstpolitik und den EU-Forstaktionsplan sind unter folgender Adresse erhältlich:

http://ec.europa.eu/agriculture/fore/index_de.htm


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