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IP/06/66

Brüssel, den 25. Januar 2006

Eurobarometer-Erhebung: Europäische Bürger befürworten eine europäische Energiepolitik

Die EU-Bürger sprechen sich mehrheitlich (47 %) dafür aus, dass Entscheidungen zu den neuen Herausforderungen im Energiebereich, etwa zur Energieversorgungssicherheit, zum wachsenden Energieverbrauch und zum Klimawandel, auf der europäischen Ebene getroffen werden, 37 % bzw. 8 % ziehen es vor, dass energiepolitische Entscheidungen auf der nationalen bzw. der lokalen Ebene getroffen werden. Dies ist eines der Ergebnisse einer Eurobarometer-Umfrage, die heute vom Energiekommissar Andris Piebalgs vorgestellt wurde. Die Befragten würden sich für erneuerbare Energien und für Forschung und Entwicklung zur Bewältigung der genannten Probleme entscheiden und sind bereit, in punkto effizientere Energienutzung dazu zu lernen. „Die Botschaft der Bürger ist klar – Energie geht alle Europäer an, und die Menschen erwarten klare, konkrete Maßnahmen auf allen politischen Ebenen. Europa braucht eine echte Energiepolitik, deren Schwerpunkt auf Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit liegt,“ erklärte Kommissar Piebalgs.

Die Erhebung, die zwischen dem 11. Oktober und dem 15. November 2005 in den 25 EU-Mitgliedstaaten und in den Beitrittsländern durchgeführt wurde, zeigt, dass die Bürger erneuerbare Energien sowie Forschung und Technologie auf der nationalen Ebene als die Hauptinstrumente zur Verringerung der aktuellen Energieabhängigkeit betrachten. Nahezu die Hälfte aller EU-Bürger (48 %) ist der Ansicht, dass ihre nationale Regierung den Schwerpunkt auf die Verwendung der Sonnenenergie, des Weiteren auf die Förderung der zukunftsorientierten Forschung für neue Energietechnologien (41 %) und auf die stärkere Nutzung der Windkraft (31 %) legen sollte. Regulierungsmaßnahmen zur Verringerung der Erdölabhängigkeit (23 %) und die Nutzung der Kernkraft (12 %) waren bei den Befragten weniger beliebt.

Die öffentliche Meinung scheint sich der lebenswichtigen Rolle, die Energie für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit hat, bewusst zu sein. Die Ergebnisse der letzten Eurobarometer-Fragereihe[1] zeigen, dass jeder vierte Bürger der Europäischen Union (26 %, 2 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Eurobarometer-Erhebung) eine effizientere Energienutzung als Mittel zur Verbesserung der Leistung der europäischen Wirtschaft betrachtet.

„Ich möchte schon Energie sparen, weiß aber nicht wie.“

Die Umfrage zeigt auch, dass die europäischen Bürger mehr über Energieeffizienz wissen wollen, vor allem wegen der Auswirkungen, die Energieeinsparmaßnahmen auf ihre Rechnungen haben könnten. Die meisten europäischen Bürger (43 %) würden gern mehr Informationen über die effiziente Energienutzung bekommen.

Auch Anreize wie steuerliche Vergünstigungen zur Förderung der Energieeffizienz werden als eine vorrangige Aufgabe gesehen, auf die sich die staatlichen Stellen konzentrieren sollten. Diese Ansicht wird von 40 % der EU-Bürger geteilt.

Acht von zehn Bürgern berücksichtigen beim Kauf von energieverbrauchenden Geräten den Energieverbrauch. Das Energiebewusstsein ist beim Kauf von Fahrzeugen oder Kühlschränken (annähernd 60 % sagen, dass sie sehr darauf achten) größer als beim Kauf von Glühbirnen (43 %).

Trotz erheblicher Unterschiede zwischen den Ländern kann gesagt werden, dass die Bürger in den neuen Mitgliedstaaten mehr als die Bürger in der EU-15 über den Energieverbrauch besorgt sind. In dieser Hinsicht ist das Verhalten in Bezug auf Glühbirnen aufschlussreich: von den sechs Ländern, in denen das Ergebnis „findet große Aufmerksamkeit“ bei mehr als 50 % liegt, sind fünf Länder neue Mitgliedstaaten. In Malta, Polen, der Tschechischen Republik, Ungarn und Italien erklärten fast sechs von zehn Befragten, dass für sie der Energieverbrauch von Glühbirnen sehr wichtig ist, während in Spanien, Griechenland und Irland dies nur bei drei von zehn Befragten der Fall ist.

Bereitschaft zu Anstrengungen, die nicht zu viel kosten

Ein nennenswerter Prozentsatz der Europäer (40 %), vermutlich jene, die Umweltfragen gegenüber aufgeschlossener sind, wäre bereit, für Energie aus erneuerbaren Energiequellen mehr zu bezahlen (das sind zwei Prozentpunkte mehr als bei der vorherigen Befragung[2]). 27 % würden sogar eine Erhöhung um 5 % (drei Prozentpunkte mehr) und 13 % einen höheren Preisanstieg akzeptieren. Die Entwicklung scheint zu bestätigen, dass die Preisobergrenze bei einer 5%igen Preissteigerung liegt.

Aus der ländervergleichenden Analyse geht jedoch hervor, dass sich die Meinungen der Bürger der EU-15 und die der Bürger der neuen Mitgliedstaaten deutlich unterscheiden. In den neuen Mitgliedstaaten sind die Bürger weniger bereit, höhere Preise für umweltfreundliche Energie zu bezahlen. Die Erhebung zeigt, dass die wirtschaftliche Lage und die Arbeitslosenrate des betreffenden Landes sich auf diesen Trend auswirken können.

„Nicht ohne mein Auto“

Wenn es darum geht, die Gewohnheiten in Bezug auf das Autofahren zu ändern, scheinen sich Treibstoffpreiserhöhungen nur dann auszuwirken, wenn eine bestimmte Obergrenze (etwa 2 €/Liter)[3] erreicht wird: mehr als zwei von zehn Europäern erklärten, sie würden in diesem Fall ihr Auto „viel weniger häufig“ verwenden, während drei von zehn erklärten, sie würden es „etwas weniger“ nutzen. Eine solche Preislage hätte auf die Bürger der Tschechischen Republik, der Slowakei, Polens und Österreichs eine deutlichere Wirkung – annähernd ein Drittel der Bevölkerung dieser Länder sagten, sie wären bereit, ihre Fahrzeugnutzung deutlich einzuschränken. Die Bürger Irlands, Zyperns, Maltas, der Niederlande und vor allem Sloweniens (Prozentsätze von 36 % bis 47 %) würden ihre Autos genauso häufig nutzen.
Eurobarometer-Erhebung:

http://ec.europa.eu/public_opinion/index_en.htm


[1] EB 64 Herbst-Fragereihe. QA63: „Welche der folgenden Aussagen würden Sie zur Verbesserung der Leistung der europäischen Wirtschaft Priorität einräumen?”

[2] Eurobarometer-Erhebung 57 aus dem Jahr 2002: „Wären Sie bereit, für Energie aus erneuerbaren Energiequellen mehr zu bezahlen als für Energie, die aus anderen Quellen erzeugt wird? (FALLS JA) Wie viel mehr wären Sie bereit zu zahlen?“

[3] Die Preisgrenze wurde in jedem Land an die jeweilige nationale Lage angepasst.


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