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Sonnenschutzmittel: Kommission will Kennzeichnung verbessern

European Commission - IP/06/571   04/05/2006

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IP/06/571

Brüssel, den 4. Mai 2006

Sonnenschutzmittel: Kommission will Kennzeichnung verbessern

Sommer, Strand, Sonne ... Millionen Europäer werden sich bald zum Sommerurlaub in den sonnigen Süden aufmachen. Und Millionen Bürgerinnen und Bürger werden sich fragen, welches Sonnenschutzmittel sie wählen sollen, um ausreichend geschützt zu sein. Das derzeitige System der Kennzeichnung von Sonnenschutzmitteln weist jedoch Schwächen auf. Ein wichtiger Aspekt betrifft die zwei verschiedenen Arten gefährlicher UV-Strahlung. UVB-Strahlung führt zu „Sonnenbrand“. UVA-Strahlen lassen die Haut vorzeitig altern, beeinflussen das menschliche Immunsystem und sind ein wichtiger Risikofaktor für Hautkrebs. Der so genannte „Lichtschutzfaktor“ (LSF) schützt jedoch nur gegen Sonnenbrand (UVB-Strahlung). Vor diesem Hintergrund hat die Europäische Kommission eine Initiative zur Verbesserung des Kennzeichnungssystems eingeleitet. Im Anschluss an eine öffentliche Konsultation, die heute beginnt, wird die Kommission eine Empfehlung abgeben, mit der sichergestellt werden soll, dass die Industrie ab 2007 eine genormte, einfache und verständliche Kennzeichnung von Sonnenschutzmitteln anwendet. Weitere Einzelheiten siehe MEMO/06/185.

Günter Verheugen, der für Unternehmens- und Industriepolitik zuständige Vizepräsident der Kommission, sagte: „Die derzeitige Situation ist unhaltbar. Die beste Vorgehensweise ist eine Empfehlung, mit der sich die Industrie verpflichtet, Sonnenschutzmittel richtig zu kennzeichnen. Die Verbraucher erhalten dadurch klare und zusammenhängende Informationen, ohne dass eine überflüssige bürokratische Belastung für die Industrie entsteht.

Kommissar Markos Kyprianou, zuständig für Gesundheit und Verbraucherschutz, sagte: „Den Verbrauchern muss klar sein, dass kein Sonnenschutzmittel 100% gegen gefährliche UV-Strahlung schützen kann. Es gibt schwerwiegende Risiken für die Gesundheit, die mit ungenügendem Sonnenschutz zusammenhängen, beispielsweise Hautkrebs. Die EU-Bürgerinnen und –Bürger müssen umfassend darüber informiert sein, was Sonnenschutzmittel für sie bewirken können und was nicht. ”

Die Initiative der Kommission zur Verbesserung der Kennzeichnung

Um die derzeitige Lage zu verbessern will die Kommission die bessere Kennzeichnung der Sonnenschutzmittel erreichen.

  • Damit die Verbraucher die Produkte vergleichen können, sollte der UVA-Schutz in einheitlicher Form auf der Grundlage standardisierter Testverfahren angegeben werden.
  • Herstellerangaben, die den Eindruck des völligen Schutzes erwecken, wie beispielsweise „Sunblocker“, sollten verschwinden.
  • Die Etiketten sollten klare und verständliche Warnungen und Hinweise zur korrekten Anwendung eines Sonnenschutzmittels für die Verbraucher tragen.

Zu diesem Zweck wird die Kommission eine Empfehlung mit Leitlinien über die Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln und diesbezügliche Herstellerangaben für die Industrie verabschieden. Diese Leitlinien werden für alle in der EU in Verkehr gebrachten Sonnenschutzmittel gelten, auch für importierte Produkte. Dadurch wird eine schnelle Umsetzung seitens der Industrie gewährleistet, ohne dass zusätzlicher bürokratischer Aufwand entsteht.

Schwächen der derzeitigen Kennzeichnung von Sonnenschutzmitteln

Der wohlbekannte „Lichtschutzfaktor“ bezieht sich hauptsächlich auf UVB-Strahlung (die „Sonnenbrand“ verursacht), nicht jedoch auf UVA-Strahlung (die ein wichtiger Risikofaktor für Hautkrebs und Hautalterung ist). Und bisher gibt es keine einheitlichen Testverfahren, um die Stärke des UVA-Schutzes zu vergleichen. Jeder Hersteller misst und kennzeichnet diesen Schutz auf seine eigene Art, beispielsweise:

breites Spektrum


breiter extra-UVB-, UVA-Filter


100% anti UVA/UVB/IR


hält kurzwellige UVA-Strahlung ab

UVA 30A


stärkerer UVA-Schutz


UVB-Absorptionsspektrum 30/UVA 30



25B 7A

„Sunblocker“ und „völliger Schutz“? Das gibt es nicht. Trotz häufig vorkommender Herstellerangaben wie „Sunblocker“ oder „völliger Schutz“ kann kein Sonnenschutzmittel einen vollständigen Schutz gegen UV-Strahlung bieten.

Völliger Schutz von Säuglingen und Kleinkindern laut Herstellerangaben? Sonnenschutzmittel sollten nicht den Irre führenden Eindruck erwecken, dass sie Säuglingen und Kleinkindern ausreichenden Schutz gewähren.

Die richtige Anwendung des Mittels ist ebenso wichtig wie die Wahl des Produkts. So ist beispielsweise eine Menge von 2mg/cm² erforderlich, um den durch den “Lichtschutzfaktor” angegebenen Schutz zu erzielen. Die Menge, die erforderlich ist, um den gesamten Körper abzudecken, kann dem Inhalt eines Drittels einer kleineren Flasche entsprechen. Darüber hinaus muss diese Menge wiederholt aufgetragen werden.

Was müssen die Verbraucher in diesem Sommer wissen?

Die Verbraucher sollten auf jeden Fall Sonnenschutzmittel verwenden. Die Kommission rät jedoch dazu, Sonnenschutzmittel zu wählen, die vor UVA- und UVB-Strahlung schützen.

Die Verbraucher müssen wissen, dass Sonnenschutzmittel nur eine von mehreren Maßnahmen sein sollten, die vor der UV-Strahlung der Sonne schützen, wie beispielsweise:

  • exzessive Sonnenexposition in den heißesten Stunden zu vermeiden, wenn die Sonne am stärksten ist;
  • schützende Kleidung, Hüte und Sonnenbrillen zu tragen;
  • Säuglinge und Kleinkinder sollten dem direkten Sonnenlicht überhaupt nicht ausgesetzt werden.

Einige Tatsachen über die Sonnenschutzmittelindustrie

Die EU ist ein sehr wichtiger und kontinuierlich wachsender Markt für die Sonnenschutzmittelindustrie. Im Jahr 2004 lag der geschätzte Einzelverkaufswert (Einzelhandelsverkaufspreis) von Sonnenschutzmitteln in Europa bei rund 1,3 Mrd. €. Im Jahr 2005 nahmen die Verkäufe in der EU um 4% zu.

Der EU-Markt für Sonnenschutzmittel wird von europäischen Unternehmen beherrscht. Unter den zehn wichtigsten Lieferanten in der EU sind nur drei nicht-europäische Unternehmen zu finden, deren Marktanteil bei rund 12% liegt.

Der Text der öffentlichen Konsultation zum Entwurf der Empfehlung ist für Kommentare im Internet abrufbar unter:

http://ec.europa.eu/enterprise/cosmetics/sunscreens/index_en.htm.


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