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IP/06/563

Brüssel, den 03. Mai 2006

Die Bemühungen der Europäischen Kommission, ihre Tätigkeiten umweltfreundlicher zu gestalten, wurden anerkannt

Die erfolgreichen Bemühungen der Europäischen Kommission, ihre Tätigkeiten umweltfreundlicher zu gestalten, werden mit der ‚EMAS-Eintragung' von vier ihrer Dienststellen anerkannt. Seit 2002 spielen diese Dienststellen eine Pionierrolle und wenden das Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (EMAS) im Rahmen eines Pilotprojekts an. Dies hat dazu beigetragen, ihre Leistung im Umweltbereich zu verbessern und in der gesamten Kommission umweltgerechte Praktiken zu verbreiten. In der Folge haben der Energie- und der Papierverbrauch abgenommen, in der Kommission wird immer mehr recycelt und das Personal verwendet zunehmend öffentliche Verkehrsmittel für seinen Weg zur Arbeit. 2004 hat die Kommission etwa 500 000 EUR nur für Toner und Papier gespart. Im Laufe dieses Jahres wird die Kommission entscheiden, wie EMAS auf alle ihre Dienststellen ausgedehnt werden kann.

„Ich bin durch den Erfolg unseres EMAS-Pilotprojekts ermutigt und möchte unserem Personal dafür danken“, erklärte der für Verwaltung, Audit und Betrugsbekämpfung zuständige Vizepräsident Siim Kallas. „Dies zeigt, dass die Kommission nicht nur durch ihre politischen Vorschläge, sondern auch in ihren alltäglichen Tätigkeiten aktiv zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen kann.“

„Es ist wichtig, dass wir selbst das tun, was wir propagieren“, erklärte Umweltkommissar Stavros Dimas. „Mit einem Arbeitskräftepotenzial von mehr als 25 000  Personen kann die Kommission wirklich etwas bewegen und mit gutem Beispiel vorangehen. Ich freue mich über das, was wir erreicht haben, es ist jedoch möglich, noch weiter zu gehen.“

„Um eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen, müssen wir unsere Einstellung und unser Verhalten ändern", meinte Catherine Day, die Generalsekretärin der Kommission. „EMAS hilft uns, die negativen Auswirkungen unseres Handelns auf die Umwelt zu erkennen und Möglichkeiten zu finden, sie zu verringern. Ich freue mich über den Enthusiasmus, den unser Personal bei der Umsetzung der Empfehlungen gezeigt hat.“

EMAS in der Kommission

Zu den ‚EMAS-Pionieren’ gehören das Generalsekretariat, die Generaldirektionen (GD) Personal und Verwaltung und Umwelt sowie das Amt für Gebäude, Anlagen und Logistik - Brüssel (OIB), die zusammen etwa 3 500 Personen beschäftigen. Da das OIB für Bereiche wie Gebäudepolitik und -wartung, die Vergabe von Dienstleistungs- und Lieferaufträgen, die Abfallwirtschaft sowie auch für die Mobilität des Personals verantwortlich ist, wurden viele der EMAS-Maßnahmen kommissionsweit durchgeführt. Auch die GD Datenverarbeitung führt EMAS-Maßnahmen durch, seit sie 2004 mit der Anwendung des Systems begonnen hat.

EMAS verlangt von allen teilnehmenden Einrichtungen, die Auswirkungen ihres Handelns auf die Umwelt zu bewerten und Strategien zu deren Verringerung umzusetzen. Sie müssen ihr Personal mit einbeziehen, ein Umweltmanagementsystem einführen, ihre Leistung im Umweltbereich laufend verbessern und darüber berichten - dies alles unter der Aufsicht unabhängiger Prüfer.

Die 3 500 Mitarbeiter der ‚Pilot-Dienststellen’ sind beispielsweise dazu angehalten, weniger zu drucken, das Licht auszuschalten, wenn es nicht benötigt wird, ihre Computer über Nacht abzuschalten, Videokonferenzen durchzuführen statt zu Sitzungen zu fahren und für die Wege zur Arbeit und zurück oder zwischen verschiedenen Gebäuden öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrräder zu benutzen. Zu den horizontalen Maßnahmen gehören unter vielen anderen Dingen die Beschaffung von umweltfreundlichen Erzeugnissen und Dienstleistungen und die verantwortungsbewusste Verwendung von Produkten, die Chemikalien enthalten. All dies und Vieles mehr ist in der von den ‚Pilot-Dienststellen' herausgegebenen Umwelterklärung 2002-2004 zu finden, aufgrund deren ihnen von den zuständigen Brüsseler Behörden die EMAS-Eintragung gewährt wurde.

Ergebnisse

In sieben der wichtigsten Gebäude, in denen die vier ‚Pilotdienststellen’ untergebracht sind, ist ein Rückgang des Energieverbrauchs zu verzeichnen. Von 2003 bis 2004 kam es auch zu einer entsprechenden Abnahme der CO2-Emissionen um 4 % (von 5 852 auf 5 626 Tonnen). Auch der Wasserverbrauch zeigt eine leichte Abwärtstendenz.

Deutliche Fortschritte wurden von der gesamten Kommission dank der Verbreitung bewährter Praktiken und der vom OIB durchgeführten horizontalen Maßnahmen erzielt. Infolge der Einführung des beidseitigen Druckens als Standardeinstellung und individueller Bemühungen des Personals kam es von 2003 bis 2004 zu einem Rückgang der Papiermenge pro Mitarbeiter und Arbeitstag um 12 %. Außerdem verwendet die Kommission seit 2001 nur mehr recyceltes und 100 % chlorfreies Papier. Umweltfreundliche Beschaffungspraktiken gewährleisten außerdem, dass 80 % des verfügbaren Büromaterials (700 Artikel) recycelbar sind, und in den Vertrag, der 14 Kantinen und 34 Cafeterias betrifft, wurden Umweltspezifikationen aufgenommen.

Die Verwendung von Privatfahrzeugen für den Weg zur Arbeit und zurück ist von 50 % im Jahr 1998 auf 44 % im Jahr 2004 zurückgegangen, während die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel im gleichen Zeitraum von 32 % auf 38 % gestiegen ist. Das Personal wird ermutigt, für Dienstfahrten öffentliche Verkehrsmittel, die „Eurobus-Linien“ (die die meisten Gebäude der Europäischen Institutionen verbinden und für das Kommissionspersonal gratis sind) und Dienstfahrräder zu verwenden, und dies hat zu einer verringerten Benutzung von Privatfahrzeugen beigetragen. Auch hat sich dank der Förderung von Videokonferenzen die Anzahl der Dienstreisen, z.B. nach Luxemburg, deutlich verringert.

Während das Abfallvolumen von 2003 bis 2004 entsprechend der Zunahme des Personals leicht (um 1,3 %) zugenommen hat und auf 6 358 Tonnen angestiegen ist, wurde das Recycling maximiert und die Beseitigung optimiert. Zum Beispiel wurde der Anteil des ungetrennten Abfalls am gesamtem Abfallvolumen im gleichen Zeitraum von 51 % (3 220 Tonnen) auf 46 % (2 928 Tonnen) reduziert.

Weiteres Vorgehen

Im Laufe dieses Jahres soll die Generaldirektion Datenverarbeitung zur fünften ‚Pilotdienststelle’ mit EMAS-Eintragung werden. Die Kommission wird auch entscheiden, wie EMAS auf ihre 36 übrigen Dienststellen ausgedehnt werden kann. Sie verfügt insgesamt über 41 Dienststellen.

Hintergrund

Bei EMAS handelt es sich um ein freiwilliges System. Es wurde im Jahre 1991 ins Leben gerufen und im Jahre 2001 überarbeitet, um sowohl auf private als auch auf öffentliche Einrichtungen angewendet werden zu können. Derzeit gibt es in der EU etwa 3 300 Einrichtungen mit EMAS-Eintragung. Die Kommission ist heute die dritte Einrichtung, die in der Region Brüssel-Hauptstadt registriert wird.

EMAS in der Kommission ist die Fortsetzung der „Grünen Verwaltung" („Green Housekeeping"), eines Umweltaktionsprogramms, das der Kommission seit 1997 hilft, umweltfreundlicher zu werden. EMAS sieht ein systematischeres und gründlicheres Konzept vor, das noch strenger ist als ISO 14001.
Die Umwelterklärung der Kommission:
ec.europa.eu/environment/emas/pdf/es_library/99en_eu05_en.pdf

Näheres zu EMAS: .
ec.europa.eu/environment/emas/index_en.htm


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