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Neue einheitliche Signalgebung für den Zugverkehr in Europa

Commission Européenne - IP/06/404   30/03/2006

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IP/06/404

Brüssel, den 30.März 2006

Neue einheitliche Signalgebung für den Zugverkehr in Europa

Die Kommission hat technische Spezifikationen für die Interoperabilität für die Zugsteuerung, Zugsicherung und Signalgebung im konventionellen transeuropäischen Eisenbahnnetz angenommen. Derzeit gibt es in Europa mehr als 20 verschiedene Signalgebungs- und Geschwindigkeitsüberwachungssysteme, so dass die meisten internationalen Züge sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr noch am ersten Grenzbahnhof zum Auswechseln der Lokomotive anhalten müssen. Mit dieser Entscheidung wird es möglich, diese inkompatiblen Systeme nach und nach durch ein einziges System - bekannt unter seiner Kurzbezeichnung ERTMS- zu ersetzen.

„Mit dieser Entscheidung werden endlich die nötigen technischen Voraussetzungen für einen echten europäischen Eisenbahnraum geschaffen“, erklärt Jacques Barrot, Vizepräsident und für Verkehr zuständiges Mitglied der Europäischen Kommission. „Die schnelle Einführung dieses Systems ist wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit der Eisenbahnunternehmen, die Qualität und Sicherheit ihrer Dienstleistungen und untermauert die weltweite Führungsposition, die die europäische Eisenbahnindustrie innehat.“

Für Grenzüberquerungen müssen Lokomotiven heute noch mit mehreren Systemen ausgerüstet sein, die die von den verschiedenen streckenseitigen Systemen ausgesandten Informationen verarbeiten können. Dadurch entstehen Mehrkosten und steigt die Fehleranfälligkeit. Ist die Konstruktion einer Lokomotive einmal abgeschlossen, wird es äußerst kostspielig und manchmal unmöglich, weitere Bordsysteme hinzuzufügen. Aus diesem Grund müssen die meisten Züge noch am ersten Grenzbahnhof zum Auswechseln der Lokomotive anhalten.

Die Einführung des Europäischen Eisenbahnverkehrsleitsystems ERTMS[1], das dank der Forschungsrahmenprogramme der Gemeinschaft Anfang der 1990er Jahre entwickelt und danach mit den Haushaltsmitteln für die transeuropäischen Netze weiter gefördert wurde, stellt einen beträchtlichen Fortschritt für die Entwicklung der Interoperabilität und der Sicherheit der Netze dar.

Der Einbau dieses Systems in neue Ausrüstungen und neue Fahrzeuge, die im Hochgeschwindigkeitsnetz zum Einsatz kommen sollen, ist bereits verbindlich vorgeschrieben. Nunmehr gilt im konventionellen Eisenbahnverkehr für neue Ausrüstungen auf den transeuropäischen Hauptverkehrsachsen[2] sowie für die dort zum Einsatz kommenden Lokomotiven dasselbe.

Gleichzeitig werden die Einhaltung der Spezifikationen für die Interoperabilität im Allgemeinen und der Einsatz des gemeinsamen Signalsystems ERTMS im Besonderen zu Vorbedingungen für die Gewährung einer Gemeinschaftsfinanzierung: als logische Folge der Öffnung des Marktes für den Wettbewerb müssen alle Eisenbahnunternehmen die mit europäischen Mitteln finanzierten Fahrwege nutzen können, und nicht nur die Eisenbahnunternehmen, die über spezielle nationale Ausrüstungen verfügen.

Es ist nunmehr Aufgabe der Europäischen Eisenbahnagentur, für die Anpassung der Spezifikationen an den technischen Fortschritt Sorge zu tragen. Der europäische Koordinator Herr Vinck seinerseits sorgt für eine koordinierte Einführung, um die Interoperabilität schnellstmöglich und zu möglichst geringen Kosten zu verwirklichen.

Schließlich bleibt noch zu erwähnen, dass diese Spezifikationen das Ergebnis beispielloser Anstrengungen des europäischen Eisenbahnsektors sind: auf Initiative der Kommission haben Hunderte von Sachverständigen aus den Reihen der Infrastrukturbetreiber, der Eisenbahnunternehmen und der Hersteller ihr Fachwissen in den Dienst eines gemeinsamen Ziels gestellt und gemeinsam an der Aufstellung von Spezifikationen gearbeitet, die das Einverständnis aller Akteure des Eisenbahnsektors auf sich vereinigen konnten.
Siehe auch:
IP/05/831 : 5 Mrd. € Investitionen in die Signalinfrastruktur der Eisenbahn
MEMO/05/235 : 10 Fragen zum ERTMS
IP/05/321 : ERTMS - ein europäisches Großprojekt für den Schienenverkehr

http://ec.europa.eu/transport/rail/interoperability/ertms_en.htm


[1] European Rail Traffic Management System (europäisches Eisenbahnverkehrsleitsystem)

(http://ec.europa.eu/transport/rail/interoperability/ertms_de.htm )

[2] Siehe Broschüre „TEN-V – vorrangige Achsen und Projekte 2005“

http://ec.europa.eu/ten/transport/priority_projects/index_en.htm


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