IP/06/34
Brüssel, den 12. Januar 2006
Die Europäische Kommission hat heute eine neue thematische Strategie für die städtische Umwelt vorgelegt. Sie soll es den Mitgliedstaaten sowie den regionalen und kommunalen Behörden erleichtern, die Umweltleistung der europäischen Städte zu verbessern. Die Strategie ist eine der sieben im sechsten Umweltaktionsprogramm vorgesehenen Strategien. Sie soll den Austausch von Erfahrungen und bewährten Praktiken zwischen den europäischen Kommunalbehörden fördern und dadurch eine bessere Umsetzung der EU-Umweltpolitik und des EU-Umweltrechts auf lokaler Ebene erleichtern. Vier von fünf europäischen Bürgern leben derzeit in Städten und Ballungsräumen, und der Zustand der städtischen Umwelt wirkt sich unmittelbar auf ihre Lebensqualität aus.
Umweltkommissar Stavros Dimas dazu: „Die europäischen Städte sollten sich durch Nachhaltigkeit auszeichnen und eine hohe Lebensqualität bieten, damit die Bürger dort leben und arbeiten möchten und Investitionen in ihnen für die Wirtschaft attraktiv werden. Die thematische Strategie für die städtische Umwelt bezieht die Mitgliedstaaten ein, damit regionale und kommunale Behörden von einander lernen können, welche Maßnahmen für die Verbesserung der Umweltleistung unserer Städte besonders effektiv sind.”
Das Konzept der Strategie
Die Städte in Europa stehen vor einer Reihe ökologischer Herausforderungen, von denen schlechte Luftqualität, hohe Verkehrsdichte und Verkehrsüberlastung, Zersiedelung, Treibhausgasemissionen und das Aufkommen an Abfall und Abwasser nur einige sind. Die damit verbundenen Belastungen können zu Umweltschäden führen und die menschliche Gesundheit beeinträchtigen.
Die kommunalen Behörden spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung des Umweltrechts und bei der Verbesserung der Umweltleistung der Städte. Die Städte mit den besten Bilanzen haben integrierte Konzepte für die Städtepolitik entwickelt, bei denen sich die täglichen Entscheidungen an strategischen Perspektiven und Zielsetzungen orientieren. Diese Konzepte können dazu beitragen, die Lebensqualität und die Wirtschaftsleistung der Städte zu verbessern, was wiederum neue Einwohner und Unternehmen anziehen kann.
Zwar kommt den Maßnahmen auf kommunaler Ebene zentrale Bedeutung zu, doch müssen auch die regionalen, nationalen und europäischen Behörden vorausschauend handeln. Die EU kann Unterstützung am besten leisten, indem sie die Verbreitung bewährter Praktiken in Europa fördert und den effektiven Aufbau von Netzen und den Erfahrungsaustausch zwischen Städten unterstützt. Von den Städten wurden bereits viele Lösungen entwickelt, aber sie werden nicht ausreichend verbreitet oder angewendet.
Die Kommission hat die Ziele der Strategie außerdem abgestimmt auf andere Programme der Gemeinschaft und bietet Unterstützung für Investitionen und Forschungs- und Demonstrationsprojekte zu zentralen Aspekten der städtischen Umwelt an, z.B. Investitionen für den Stadtverkehr und die erneute Nutzung aufgegebener Flächen oder die Ausbildung in spezifischen Managementbereichen. Die Mitgliedstaaten sollten die auf europäischer Ebene angebotenen Möglichkeiten für Verbesserung der Umweltleistung ihrer Städte nutzen.
Vorgeschlagene Maßnahmen
Die wichtigsten Maßnahmen der Strategie sind:
Thematische Strategien
Die thematischen Strategien basieren auf umfassenden Forschungsarbeiten und
Konsultationen mit den betroffenen Parteien. Das Thema wird jeweils nach einem
ganzheitlichen Konzept erschlossen, das auch andere Probleme und Bereiche der
Politik einbezieht und bessere Rechtsvorschriften fördern soll.
Die
übrigen sechs Strategien betreffen die Bereiche Luftreinhaltung (IP/05/1170),
Meeresumwelt (IP/05/1335),
Ressourcen (IP/05/1674),
Abfall (IP/05/1673),
Böden und Pestizide.
Vgl. MEMO/06/9
für weitere Einzelheiten zur Strategie für die städtische Umwelt.
Die Strategie: