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Umweltgerechte Winterspiele in Turin: eine Erfolgsstory der EU

European Commission - IP/06/26   12/01/2006

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IP/06/26

Brüssel, den 12. Januar 2006

Umweltgerechte Winterspiele in Turin: eine Erfolgsstory der EU

Die im Februar und März in Turin stattfindenden 20. Olympischen und Paralympischen Winterspiele werden die ersten wirklich umweltgerechten Sportereignisse in Europa sein. Erreicht wird dies durch den sinnvollen Einsatz freiwilliger Instrumente der EU-Umweltpolitik, insbesondere des Gemeinschaftssystems für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (EMAS) sowie des europäischen Umweltzeichens. Umweltkommissar Stavros Dimas hat heute auf einer Pressekonferenz den Verantwortlichen des Organisationskomitees für die Olympischen Winterspiele in Turin (TOROC) gratuliert, die für die konsequente Umsetzung dieser EU-Standards und -Instrumente von der Planung bis zu den Arbeiten an den Olympiastätten gesorgt haben. Kommissar Dimas wurde vom Chef des Organisationskomitees Professor Valentino Castellani sowie von Mercedes Bresso, der Präsidentin der Region Piemont, begleitet. An der Pressekonferenz nahm auch die Skilanglaufmeisterin Manuela Di Centa teil. Sie gewann bei den Olympischen Winterspielen 1992, 1994 und 1998 zwei Gold-, zwei Silber- und drei Bronzemedaillen und ist nun als Vertreterin der Athleten im Internationalen Olympischen Komitee aktiv.

EU-Umweltkommissar Stavros Dimas erklärte: „Sportereignisse finden in der Öffentlichkeit große Beachtung. Darüber hinaus haben sie lang anhaltende Auswirkungen auf die Umwelt. Die Art der Vorbereitung der Olympischen Winterspiele in Turin stellt die Fähigkeit von Organisationen unter Beweis, Umweltinstrumente und Orientierungshilfen der EU wirksam einzusetzen, um diese Auswirkungen zu mindern und sportliche Großereignisse als Gelegenheit zu nutzen, in der Bevölkerung das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung zu schärfen. Ich hoffe, dass die Organisatoren künftiger Sportereignisse diesem Beispiel folgen werden.“

Der Chef des Organisationskomitees Professor Valentino Castellani führte aus: „Das TOROC hat von Beginn an mit der Europäischen Kommission zusammengearbeitet. Wir stellten fest, dass die EU-Umweltinstrumente EMAS und das europäische Umweltzeichen am besten geeignet sind, den schwierigen Umweltaspekten der Olympischen Spiele Rechnung zu tragen. Um unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, haben wir uns für die Anwendung dieser Instrumente entschieden. Die Kommission hat uns während der gesamten Vorbereitungszeit unterstützt.“

Die Präsidentin der Region Piemont Mercedes Bresso erläuterte: „Der Erfolg eines internationalen Sportereignisses wird daran gemessen, ob das Gebiet, in dem das Ereignis stattfindet, mittel- und langfristig davon profitiert. Für Turin 2006 haben wir Entwicklung und Nachhaltigkeit erstmals langfristig geplant. Die Danksagungen der Europäischen Kommission machen deutlich, dass es möglich ist, mit Regionalpolitik international beispielhafte Verfahren zu schaffen.“

Lebenszykluskonzept für die Olympischen Spiele

Einmalige Sportereignisse wie Olympische Spiele dauern zwar nur wenige Wochen, bedürfen jedoch umfangreicher mehrjähriger Vorbereitungen zur Schaffung der notwendigen Infrastruktur, Anlagen und Unterkünfte. Dabei werden natürliche Ressourcen wie Wasser, Luft und Boden in hohem Maße beansprucht und der betreffenden Region unter Umständen ökologische Altlasten hinterlassen.

Das Organisationskomitee hat deshalb beschlossen, für die Spiele ein Lebenszykluskonzept anzuwenden und von Beginn an die bestehenden freiwilligen EU-Instrumente und -Standards einzubeziehen, die folgende Bereiche betreffen:

Gesundheit und Sicherheit von Arbeitern, Bediensteten und Einwohnern

Bewirtschaftung der bei den Bauarbeiten und während der Spiele anfallenden Abfälle

schonende Nutzung von Energie

nachhaltige Mobilität

Wasserbewirtschaftung

Verhütung natürlicher Risiken

Landschaftserhaltung

nachhaltige Architektur

Maßnahmen zur Abmilderung und zum Ausgleich der Auswirkungen unvermeidlicher Umweltschäden

Treibhausgasemissionen

nachhaltige Nutzung der Einrichtungen nach den Spielen.

Anwendung freiwilliger EU-Umweltinstrumente

Das Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (EMAS) dient den Unternehmen und Organisationen zur Evaluierung, Berichtserstellung und Verbesserung ihrer ökologischen Leistungsfähigkeit. Aufgrund dessen hat das Organisationskomitee TOROC bereits in der Planungs- und Bauphase für die 29 Ausrichtungsstätten, einschließlich der Trainingsanlagen und des Olympischen Dorfes, die EMAS-Zulassung erhalten. In einer zweiten Phase haben sich auch acht Kommunen, in denen die Spiele stattfinden, unter EMAS registrieren lassen. Auf Ersuchen der Europäischen Kommission hat das TOROC einen Leitfaden über die Umsetzung von EMAS bei Sportveranstaltungen[1] erstellt, damit bei anderen Großereignissen dieser Art von den Erfahrungen profitiert werden kann. Für die Erstellung dieses Leitfadens wurden dem TOROC von der Kommission 25 000 € zur Verfügung gestellt.

Das Olympische Dorf in Turin ist ein Vorbild für nachhaltige Architektur. Es umfasst 39 Gebäude und bietet Platz für 2 500 Athleten. Für die Warmwasserbereitung wurden Sonnenkollektoren installiert, nach Süden ausgerichtete Glasflächen optimieren die Sonneneinstrahlung im Winter, Energiesparbirnen senken den Stromverbrauch und für die Bewässerung der Grünflächen wird Regenwasser benutzt.

Darüber hinaus hat sich das TOROC für das EU-Umweltzeichen eingesetzt, das die Unternehmen zur Vermarktung von ökologisch orientierten Produkten anregen und den Verbrauchern helfen soll, diese Produkte anhand der Euro-Blume zu erkennen. In der Region haben 12 Hotels das EU-Umweltzeichen erhalten.

Das Hauptmedienzentrum, das nach den Spielen als Studentenunterkunft dienen soll, steht kurz vor der Verleihung des EU-Umweltzeichens als Beispiel nachhaltiger Nutzung von Einrichtungen nach Abschluss einer Veranstaltung. Es erfüllt die Kriterien des Umweltzeichens in Bezug auf reduzierten Energie- und Wasserverbrauch, geringere Abfallerzeugung, Bio-Architektur sowie den Einsatz erneuerbarer Energiequellen und weniger gefährlicher Stoffe. Zur Förderung des EU-Umweltzeichens in diesen Bereichen wurden dem TOROC von der Kommission 50 000 € zur Verfügung gestellt.

Umweltgerechtes Auftragswesen: 38 % aller vom TOROC beschafften Produkte genügen ökologischen Kriterien wie denen des EU-Umweltzeichens. Auch die Sponsoren wurden zur Einhaltung ökologischer Leitlinien gedrängt.

Die Olympischen Winterspiele von Turin machen zum ersten Mal deutlich, dass die freiwilligen Instrumente der EU-Umweltpolitik sich auch für Großveranstaltungen eignen und in Zukunft für ähnliche Ereignisse zum Standard werden sollten.


[1] Veröffentlicht im Mai 2005, im Internet unter: http://ec.europa.eu/environment/emas/pdf/guidance/guidance09_en.pdf


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