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Tierzuchtindustrie präsentiert Verfahrenskodex für die Zucht landwirtschaftlicher Nutztiere in Europa

European Commission - IP/06/257   02/03/2006

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IP/06/257

Brüssel, den 2. März 2006

Tierzuchtindustrie präsentiert Verfahrenskodex für die Zucht landwirtschaftlicher Nutztiere in Europa

Die Tierzuchtindustrie hat einen Verfahrenskodex aufgestellt, der in Bezug auf die Methoden, die bei Züchtung und Vermehrung landwirtschaftlicher Nutztiere angewandt werden, für größtmögliche Klarheit und Transparenz sorgen soll. Der mit Mitteln aus dem EU-Forschungsrahmenprogramm geförderte Kodex wird heute auf der Pariser Landwirtschaftsausstellung zusammen mit der Technologieplattform für nachhaltige Zucht und Vermehrung landwirtschaftlicher Nutztiere vorgestellt. Ziel ist es, dass Zuchtbetriebe den Kodex übernehmen und seine Anwendung in der Praxis zertifizieren lassen. Dadurch sollen hohe Tiergesundheits- und Tierschutzstandards für nachhaltige Produktionssysteme geschaffen werden, die in der Lage sind, hochwertige und sichere Lebensmittel zu erzeugen. Der Kodex ist in 20 Sprachen verfügbar und wird regelmäßig aktualisiert.

Der Verfahrenskodex für die Zucht und Vermehrung landwirtschaftlicher Nutztiere wurde im Rahmen des Code-EFABAR entwickelt, eines 300 000 € teuren und mit Mitteln des EU-Forschungsprogramms geförderten Projekts. Darin wird auf den Erfahrungen aus zwei früheren EU-Vorhaben aufgebaut, nämlich „Farm Animal Breeding and Society“ und SEFABAR (Sustainable European Farm Animal Breeding And Reproduction). Bei all diesen Vorhaben haben Tierzüchter, Tierzuchtforscher, Verbrauchergruppen, Biotechnologen, Ethiker, Soziologen, Tierschutzexperten, Rechtssachverständige und Ökonomen zusammengearbeitet, um Wege zu einem besseren Verständnis zwischen Tierzuchtorganisationen und der Gesellschaft zu finden und so akzeptable Modelle für eine nachhaltige Zucht und Vermehrung von Nutztieren zu entwickeln.

Allgemeines Ziel des Code-EFABAR war es, einen Kodex für Organisationen zu erarbeiten, die sich mit der Züchtung und Vermehrung landwirtschaftlicher Nutztiere beschäftigen. Meist handelt es sich dabei um kleine und mittlere Unternehmen. Die Standpunkte nichtstaatlicher Organisationen als Gesellschaftsvertreter wurden von Anfang an berücksichtigt. Der Kodex ist für Interessierte im Internet frei verfügbar und wird von einer zugelassenen Stelle offiziell zertifiziert. Auch ein Schulungspaket ist darin enthalten.

Der Kodex wird heute zusammen mit der Technologieplattform für nachhaltige Zucht und Vermehrung landwirtschaftlicher Nutztiere (FABRE-TP) auf dem Pariser „Salon d’Agriculture“ vorgestellt, wo mindestens 10 Organisationen bereits ihre Absicht bekunden werden, den Kodex zu übernehmen. Im Rahmen der Technologieplattform wird außerdem eine Vision vorgestellt, wie sich die nachhaltige Zucht und Vermehrung landwirtschaftlicher Nutztiere in den nächsten 20 Jahren entwickeln wird und welche Forschungsarbeit dabei zu leisten ist.

Die Forschung auf diesem Gebiet wurde mit Mitteln des 6. Rahmenprogramms massiv unterstützt. Der aktuelle Förderbetrag beläuft sich auf über 25 Mio. €. EADGENE ist ein wichtiges Exzellenznetz zur Genomik der Wirt-Erreger-Wechselwirkungen bei landwirtschaftlichen Nutztieren und wurde 2004 gegründet, und das integrierte Projekt SABRE über genomische Grundlagenforschung bei landwirtschaftlichen Nutztieren soll im Verlauf dieses Jahres anlaufen. Die Genomik dürfte die Auswahl von Tieren und die Zucht im Allgemeinen erheblich beeinflussen. In dem Bewusstsein, in Bezug auf Tierhaltung und Lebensmittelsicherheit Rücksicht auf die Bedürfnisse und Sorgen der Bürger Europas Rücksicht nehmen zu müssen, unterstützt die EU Vorhaben wie Code-EFABAR, um auf diese Weise einen verträglichen und nachhaltigen Fortschritt zu gewährleisten.
Weitere Informationen zum Code-EFABAR im Internet:

www.code-efabar.org
Weitere Informationen über SEFABAR im Internet:

www.sefabar.org
Weitere Informationen über FABRE im Internet:

www.fabretp.org


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