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IP/06/191

Brüssel, den 21. Februar 2006

Intelligente Fahrzeuge: lebensrettende Technologien müssen nach Ansicht der Kommission stärker von Industrie und politischen Entscheidungsträgern unterstützt werden

Durch Technologien zur Vermeidung von Auffahrunfällen könnten jährlich 4000 Unfälle in der EU vermieden werden, wenn nur 3% der Fahrzeuge bis 2010 damit ausgerüstet wären. Ebenso könnten durch Technologien, die Fahrzeuge in der Spur halten oder beim Überholen helfen, 1500 Unfälle pro Jahr vermieden werden, wenn bis 2010 nur 0,6% der Pkw damit ausgerüstet wären. Durch Technologien, die übermüdete Fahrer wecken, könnten schließlich 30% der tödlichen Unfälle auf Autobahnen bzw. 9% aller tödlichen Unfälle verhindert werden, wie die Europäische Kommission heute in der Absicht erklärte, die Pkw-Käufer verstärkt zum Kauf intelligenterer, sicherer und sauberer Technologien anzuregen.

Intelligente Kraftfahrzeuge können zur Lösung der Hauptprobleme im Straßenverkehr beitragen: Sicherheit, Verkehrsüberlastung und Energieverbrauch“, erklärte die für Informationsgesellschaft und Medien zuständige Kommissarin Viviane Reding. „Aber von den Bürgern und Entscheidungsträgern kann nicht erwartet werden, dass sie in eine Sicherheitstechnologie für Kraftfahrzeuge investieren bzw. diese fördern, wenn deren Nutzen nicht klar ist. Deshalb rufe ich zu verstärkten Anstrengungen von Industrie und Politik auf, damit intelligente Informations- und Kommunikationstechnologien zu einem festen Bestandteil der in Europa hergestellten Fahrzeuge werden.“

„Intelligente” Systeme können dem Fahrer helfen, Unfälle zu vermeiden, oder nach einem Unfall sogar automatisch die Rettungsdienste verständigen (siehe IP/05/134). Sie können ferner für elektronische Verkehrssteuerungssysteme oder zur Optimierung der Motorleistung genutzt werden und damit die Energieeffizienz verbessern sowie die Umweltverschmutzung verringern. Mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien werden gute Fortschritte im Hinblick auf das Erreichen des Ziels einer Halbierung der Zahl der Verkehrstoten in der EU bis 2010 gemacht, doch sind noch immer über 1,4 Millionen Unfälle und 40 000 Todesopfer jährlich auf Europas Straßen zu verzeichnen. Nach dem derzeitigen Stand der Forschung sind auf menschliches Fehlverhalten fast 93% aller Unfälle zurückzuführen, die mit rund 200 Milliarden Euro oder 2% des BIP der EU zu Buche schlagen. Von Verkehrsüberlastung sind derzeit rund 10% des Straßennetzes betroffen, die Kosten liegen bei 50 Milliarden Euro oder 0,5% des BIP der EU – und Untersuchungen zeigen, dass bis zu 50% des Kraftstoffverbrauchs auf Staus oder unangepasstes Fahrverhalten zurückzuführen sind; alle diese Probleme können durch Informations- und Kommunikationstechnologien gelöst werden.

Einführung der Technologien noch zu langsam

Über 20 Jahre nach Einführung des Antiblockiersystems (ABS) gibt es noch Fahrzeuge, die nicht darüber verfügen. Bei den Systemen mit elektronischem Stabilitätsprogramm (ESP), die den Fahrer auf rutschiger Fahrbahn unterstützen, indem sie die Motor- oder Bremswirkung auf die Räder übertragen, die sie am meisten benötigen, vergingen 10 Jahre bis zu einer Marktdurchdringung von nur 40 %. Diese und neuere Systeme wie Bremsunterstützung, Warnung beim Abkommen von der Fahrspur, Kollisionsvermeidungssysteme und aktiver Fußgängerschutz durch Erfassung und Warnung müssen schneller eingeführt werden und sich so rasch wie möglich auf alle Fahrzeugmodelle, auch die billigeren, erstrecken.

Die Initiative „Intelligentes Fahrzeug“

Die „Intelligentes Fahrzeug“-Initiative der Kommission – als Teil der i2010-Strategie der EU - ist auf die Notwendigkeit einer verstärkten Einführung neuer Technologien, mit denen die Fahrzeuge sicherer, sauberer und effizienter werden, ausgerichtet. Mit der Initiative „Intelligentes Fahrzeug“ werden drei Ziele verfolgt:

  • die Koordinierung der Anstrengungen von Interessengruppen, Bürgern, Mitgliedstaaten und Industrie, um die Entwicklung und Einführung dieser Technologien zu beschleunigen.
  • die Förderung von Forschung und Entwicklung intelligenterer, sauberer und sicherer Fahrzeuge durch Mittel des Siebten EU-Rahmenprogramms für Forschung und Entwicklung (RP7) sowie die Erleichterung der Einführung und der Nutzung der Ergebnisse. Dies sollte eine Reihe von Tests beim praktischen Einsatz (Field Operational Tests) umfassen, bei denen die Auswirkung der elektronischen Sicherheitssysteme in realen Umgebungen auf das Fahrerverhalten und die Fahrdynamik bewertet wird (die Prioritäten der EU bei der Fahrzeugforschung werden vollauf unterstützt vom Beratenden Ausschuss für die Europäische Forschung im Bereich Straßenverkehr - ERTRAC)
  • der Nutzen der eSAfety-Technologien soll zur Förderung der Nachfrage bei den Fahrern stärker ins Bewusstsein gerückt werden. Dazu gehören regelmäßige Veranstaltungen zur Demonstration der Technologien und zielgerichtete Fernsehsendungen.

Die „Intelligentes Fahrzeug“-Initiative der Kommission wird von Kommissarin Viviane Reding bei der am Donnerstag, den 23. Februar ab 10.30 Uhr im Autoworld-Museum in Brüssel stattfindenden Demonstrationsveranstaltung „Intelligentes Fahrzeug“ vorgestellt. Anschließend werden neue Prototypen von bereits mit IKT-Technologien ausgerüsteten Fahrzeugen vorgeführt. An dieser Veranstaltung können die Brüsseler Pressevertreter teilnehmen.

Weitere Informationen:
http://ec.europa.eu/information_society/activities/esafety/index_en.htm

http://ec.europa.eu/information_society/doc/factsheets/048-esafety.pdf


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