Navigation path

Left navigation

Additional tools

Von der Alarmanlage bis zum medizinischen Implantat: EU-weite Harmonisierung der Frequenzen für drahtlose Geräte mit geringer Reichweite

European Commission - IP/06/1808   14/12/2006

Other available languages: EN FR ES IT SV FI PL

IP/06/1808

Brüssel, den 14. Dezember 2006

Von der Alarmanlage bis zum medizinischen Implantat: EU-weite Harmonisierung der Frequenzen für drahtlose Geräte mit geringer Reichweite

Zwei neue von Kommission erlassene Entscheidungen ermöglichen eine europaweite Harmonisierung der Frequenzbänder, die von drahtlosen Geräten des täglichen Gebrauchs, wie Garagentoröffnern, Alarmanlagen, Baby-Überwachungsmonitoren, Kopfhörern und Mikrofonen genutzt werden. Dies stellt eine Erleichterung für Verbraucher und Hersteller dar, da künftig überall in der EU dieselben Geräte mit geringer Reichweite benutzt werden können und nur noch ein Gerät für den gesamten Binnenmarkt hergestellt werden muss. Für die Verbraucher könnte dies ferner bedeuten, dass die Preise sinken. Auch die Frequenzbänder für RFID-Nutzungen (Radio Frequency Identification: Funkfrequenzkennzeichnung) werden harmonisiert. Diese elektronischen Etiketten werden z. B. zunehmend im Einzelhandel, in der Logistik, zur Warenverfolgung und Personenlokalisierung sowie in Sicherheits- und Alarmsystemen verwendet.

Die für Informationsgesellschaft und Medien zuständige Kommissarin Viviane Reding erklärte: „Wir alle, ob jung oder alt, kommen regelmäβig mit drahtlosen Geräten kurzer Reichweite wie Garagentüröffnern, Baby-Monitoren, Alarmanlagen bis hin zu medizinischen Implantaten in Berührung. Die jetzt erlassenen Entscheidungen der Kommission werden dazu beitragen, einen einheitlichen Binnenmarkt für diese Funkgeräte zu schaffen und ihre Akzeptanz wie auch diesen so wichtigen Wirtschaftszweig zu fördern, so dass alle Menschen in Europa davon profitieren können.“

Die neuen Entscheidungen der Kommission werden dazu führen, dass drahtlose Geräte mit geringer Reichweite – meist tragbare Geräte für den Massenbedarf – ohne Lizenz in allen Mitgliedstaaten betrieben werden können. Die Verbraucher werden nicht mehr prüfen müssen, welche Geräte in den einzelnen Mitgliedstaaten benutzt werden können, und brauchen sich keine Sorgen mehr zu machen, ob ein in einem Mitgliedstaat gekauftes drahtloses Gerät in einem anderen Mitgliedstaat funktioniert oder möglicherweise andere Funkverbindungen stört. Dies wird die Nachfrage beleben, die Produktionskosten der Hersteller senken und die Entwicklung neuer, innovativer Geräte und Anwendungen fördern. Nach einer aktuellen Studie der Kommission wird der Wert des Marktes für diese Geräte im Jahr 2009 auf 25 Mrd. EUR ansteigen.

Mit der gleichzeitig beschlossenen Harmonisierung des RFID-Frequenzspektrums wird die Entwicklung der RFID-Technologie in Europa gefördert. Der Einzelhandel wird wahrscheinlich als erster Anwender die Effizienz im Warenfluss und bei der Lagerung steigern und dadurch erhebliche Einsparungen erzielen können. Indem das Problem der bisher sehr uneinheitlichen Frequenzen überwunden wird, trägt die Initiative der Kommission direkt zur Verwirklichung des freien Verkehrs von Waren und Dienstleistungen im Binnenmarkt bei. Sie ist ein Beweis für das Engagement der Kommissarin Reding für die Einführung von RFID-Anwendungen (siehe IP/06/289). Laut Schätzungen wird der Wert des Marktes für RFID-Dienste und -Systeme in Europa (EU-15) bis 2010 einen Wert von 4 Mrd. EUR. erreichen.

Die beiden Entscheidungen der Kommission wurden in Abstimmung mit den Frequenzexperten der EU-Mitgliedstaaten ausgearbeitet. Sie enthalten EU-weit geltende harmonisierte Bedingungen für die Nutzung des Frequenzspektrums für eine Vielzahl an Niedrigfrequenz-Sendern mit kurzer Reichweite. Während sich die eine Harmonisierungsmaßnahme auf die RFID-Technik bezieht und in Anbetracht der zunehmenden Nutzung von RFID-Systemen EU-weit harmonisierte Frequenzen gewährleisten soll, bezieht die andere sich auf bestimmte Kategorien von Geräten, die gegenwärtig von Bedeutung sind. Sie enthält aber auch einen Mechanismus, mit dem neu auf den Markt kommende Geräte einbezogen werden können. Mit diesem zukunftsfähigen Konzept reagiert die Kommission auf einen besonders dynamischen Bereich neuer Geräte und Anwendungen.

Die Entscheidungen zur Harmonisierung des Frequenzspektrums sind Teil der Strategie der Kommission für die optimale Nutzung des Funkfrequenzspektrums in der EU (siehe IP/05/1199) und wurden im Anschluss an die Frequenzentscheidung erlassen, die innerhalb der EU eine koordinierte Herangehensweise an technische Fragen des Frequenzspektrums ermöglicht. Der EU-Frequenzausschuss (Vertreter der Mitgliedstaaten) hat eine positive Stellungnahme zu den Entscheidungen abgegeben.

Weitere Informationen:

Die Frequenzpolitik der Europäischen Union:

http://ec.europa.eu/information_society/policy/radio_spectrum/index_en.htm

Die beiden Entscheidungen zur Harmonisierung der von Geräten mit geringer Reichweite genutzten Frequenzbänder und der Frequenzbänder für Geräte zur Funkfrequenzkennzeichnung (RFID-Geräte) im Ultrahochfrequenzband (UHF):

http://ec.europa.eu/information_society/policy/radio_spectrum/ref_documents/index_en.htm

Studie zu den rechtlichen, wirtschaftlichen und technischen Aspekten der „kollektiven Nutzung“ der Frequenzbänder in der Europäischen Gemeinschaft (2006) (in englischer Sprache): http://ec.europa.eu/information_society/policy/radio_spectrum/activities/studies/index_en.htm


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website