IP/06/1720
Brüssel, den 11. Dezember 2006
„Wir müssen eCall unbedingt zurück in die Fahrspur bringen“, so Viviane Reding, die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin. „Wir haben die Technologie. Um einen Gang höher zu schalten, brauchen wir jetzt die Mitgliedstaaten und die Wirtschaft, damit sie uns lieber früher als später helfen, Europas Straßen sicherer zu machen.“
Die ursprüngliche Vereinbarung der Wirtschaft und der Kommission aus dem Jahre 2005 betraf einen Rahmen für die Einführung von eCall in Europa (siehe IP/05/134 und IP/05/1137) und richtete sich an die Mitgliedstaaten, die noch in den Ausbau der Infrastruktur für ihre Notdienste investieren mussten. Ferner wollte die Kommission die Fortschritte genau beobachten und weitere Maßnahmen erwägen, falls die eCall-Einführung in Gefahr geraten sollte.
Da eCall auf dem einheitlichen europäischen Notruf 112 und seiner standortbezogenen Erweiterung E112 beruht, wurde auch deren Verwirklichung von der Kommission mit verfolgt.
Dabei zeigten sich ernsthafte Probleme. Während die Kommission mehrere Maßnahmen zur Unterstützung der eCall-Einführung und -Normung getroffen hat und einige Mitgliedstaaten bereits begonnen haben, eCall einzuführen, hinken viele andere mit dem Ausbau der notwendigen Infrastruktur noch hinterher. Die Wirtschaft hat bereits reagiert und in einem neuen Zeitplan für die Einführung das Jahr 2010 statt 2009 genannt.
Die Kommission hat darauf mit ihrer neuen Mitteilung (vom 23. November) „Neue Impulse für eCall – ein Aktionsplan“ geantwortet. Darin benennt sie zwei Handlungsschwerpunkte, die entscheidend für die Verwirklichung des eCall-Systems in Europa sind:
Die Kommission wird diese Arbeiten weiter unterstützen, und zwar in Bezug auf die Förderung des Datenschutzes und der Normung sowie durch praktische Erprobungen und die Sensibilisierung der Öffentlichkeit im Rahmen der Initiative „Intelligentes Fahrzeug“, die Teil der i2010-Strategie der Kommission zur Schaffung einer europäischen Informationsgesellschaft für Wachstum und Beschäftigung ist (siehe IP/06/191 und IP/06/1271).
Hintergrund
Die
Kommission und die Automobilindustrie haben im Februar 2005 einen Aktionsplan
zur Ausrüstung aller Neufahrzeuge mit eCall ab 2009 vereinbart (siehe MEMO/05/363).
Geschätzt wird, dass eCall ab seiner umfassenden Einführung dazu
beitragen wird, die Zahl der Todesopfer in allen 25 EU-Ländern um bis zu
2500 zu senken. Das eCall-System kann bei einem Verkehrsunfall einen Notruf an
eine Notrufzentrale (die in ganz Europa unter der einheitlichen Notrufnummer 112
erreicht werden kann) absetzen und den genauen Unfallort übermitteln.
Dieser Notruf kann entweder automatisch ausgelöst oder manuell aus dem
Fahrzeug heraus getätigt werden. Durch genaue Standortangaben wird der
Einsatz der Rettungsdienste enorm beschleunigt, so dass Leben gerettet und
Verletzungen erfolgreicher behandelt werden können.
Weitere Informationen:
http://ec.europa.eu/information_society/programmes/esafety/index_en.htm
http://ec.europa.eu/information_society/eeurope/i2010/index_en.htm
http://ec.europa.eu/avservices/ebs/schedule.cfm
Die Unterzeichnerliste der eCall-Absichtserklärung (Mitgliedstaaten,
Organisationen und Unternehmen) finden Sie unter folgender Adresse:
http://ec.europa.eu/information_society/activities/esafety/doc/esafety_library/mou/list_of_signatures_mou.pdf