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Brüssel, den 7. Dezember 2006
Der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso erklärte: „Erasmus ist inzwischen weit mehr als ein Bildungsprogramm. Es bietet vielen Studierenden an den Universitäten in Europa zum ersten Mal die Möglichkeit, einige Zeit im Ausland zu leben, und es hat sich damit zu einer festen sozialen und kulturellen Größe entwickelt. Das Erasmus-Programm ist ein wunderbares Beispiel dafür, was koordinierte europäische Aktionen im Bildungsbereich bewirken können, und es verheißt dem jüngst vorgeschlagenen Europäischen Technologieinstitut eine vielversprechende Zukunft. Genau wie Erasmus vor 20 Jahren steht dieses brandneue Konzept für die Vision und die Überzeugung, dass konzertierte europäische Maßnahmen einen größeren Mehrwert besitzen als die Summe noch so exzellenter Einzelinitiativen.“
Ján Figel’, Kommissar für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Mehrsprachigkeit, erklärte: „Erasmus ist nach wie vor ein Schlüsselfaktor bei der Internationalisierung und „Europäisierung“ der EU-Hochschulbildungssysteme. Die im Ausland verbrachten Monate bedeuten eine Wende im Leben tausender junger Menschen: 80 % der Teilnehmer sind die ersten in ihrer Familie, die einen Studienaufenthalt im Ausland absolvieren.“ Fazit: „Eine der Herausforderungen, vor der wir heute stehen, liegt darin, dass die Erasmus-Beihilfen bei weitem nicht ausreichen, um auch weniger begüterten Studierenden die Vorzüge des Programms zu eröffnen. Daher ruft die Kommission die Mitgliedstaaten auf, das Erasmus-Programm großzügiger zu fördern und es noch mehr Studierenden insbesondere aus finanziell weniger privilegiertem Umfeld zugänglich zu machen.“
Das Erasmus-Programm wurde im Juni 1987 verabschiedet, und im ersten Jahr nahmen 3244 Studierende daran teil. 2005 wurden 144 032 Teilnehmer gezählt, nahezu 1 % aller Studierenden in Europa. Höher liegt der Prozentsatz bei den Hochschullehrern, denn die 20 877 an Erasmus-Mobilitätsmaßnahmen teilnehmenden Professoren und Dozenten entsprechen 1,9 % der Lehrkräfte in Europa.
In den vergangenen 20 Jahren ergingen Erasmus-Beihilfen an über eineinhalb Millionen Studierende, von denen 60 % Frauen waren, und die Europäische Kommission zielt darauf ab, im Jahr 2012 insgesamt drei Millionen Studierende zu fördern.
Erasmus bietet zweierlei, was andere EU-Bildungsprogramme nicht bieten:
• Erasmus war und ist ein Motor für den Wandel in der europäischen Hochschulbildung. Das Programm hat mit dem Bologna-Prozess, der sich inzwischen auf 45 Länder auswirkt, zur Umgestaltung der Hochschulsysteme in Europa beigetragen, denn das Ziel dieser wichtigen Initiative ist die Vereinfachung der Hochschulsysteme in Europa. In diesem Zusammenhang ist es interessant, festzustellen, dass alle in den Ranglisten von Shanghai aufgeführten europäischen Universitäten auch am Erasmus-Programm teilnehmen.
Die Veranstaltungen zur Feier des Erasmus-Programms im Jahr 2007
überschneiden sich mit den Feierlichkeiten aus Anlass des
50. Jahrestages der Unterzeichnung der Römischen Verträge. Das
Erasmus-Programm ist ein besonders konkretes und bekanntes Beispiel für die
Erfolge, die im Laufe von fünfzig Jahren europäischer Integration
erzielt wurden.
Siehe auch: MEMO/06/466
& MEMO/06/467