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Höhere Interoperabilität nötig, um Wettbewerbsfähigkeit der europäischen IKT-Industrie zu steigern

European Commission - IP/06/1635   27/11/2006

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IP/06/1635

Brüssel, den 30. November 2006

Höhere Interoperabilität nötig, um Wettbewerbsfähigkeit der europäischen IKT-Industrie zu steigern

Interoperabilität muss in allen Bereichen hohe Priorität erhalten, um die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Wirtschaftszweigs der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) zu steigern. Dies geht aus einem Bericht hervor, der heute von der Task-Force für Wettbewerbsfähigkeit und eine breite Einführung der IKT der Europäischen Kommission verabschiedet wurde. In dem Bericht wird empfohlen, sich verstärkt der Entwicklung digitaler und unternehmerischer Fähigkeiten zu widmen, den Binnenmarkt zu stärken, die Patentkosten zu verringern und zudem Leitmärkte durch das öffentliches Auftragswesen zu fördern. Die IKT-Task-Force ist eine der zahlreichen Maßnahmen, die von der Kommission im Zuge der Initiative für Wachstum und Beschäftigung mit dem Ziel getroffen wurden, ein vorteilhafteres Wirtschaftsklima in der EU zu schaffen. Die Kommission möchte im Jahr 2007 gemäß den Empfehlungen der IKT-Task-Force spezifische Maßnahmen vorschlagen, beispielsweise den Entwurf einer langfristigen Strategie zur Förderung der digitalen Kompetenzen sowie die Förderung der Interoperabilität.

Hierzu Günter Verheugen, Vizepräsident der Kommission und zuständig für die Unternehmens- und Industriepolitik: "Die Task-Force konnte klar zeigen, wo für eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des IKT-Sektors, des Rückgrats von Innovation und Wachstum, besonderer Einsatz gefordert ist. Es ist von allergrößter Bedeutung, der Interoperabilität Vorrang zu verleihen. Nur so können wir den IKT-Sektor auf lange Sicht sichern und garantieren, dass er der gesamten europäischen Wirtschaftswelt zugute kommt. Insbesondere die KMU werden von einer breiteren Einführung der IKT profitieren."

Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, betont: "Ein dynamischer IKT-Sektor und eine verstärkte Nutzung der IKT durch die Unternehmen und die Gesellschaft im Allgemeinen sind unerlässlich für eine Stärkung der europäischen Wirtschaft. Ich bin erfreut, dass die Task-Force in ihren Empfehlungen die Anstrengungen unterstützt, die bereits für die breite Einführung der IKT und für die Schaffung eines einheitlichen Regelwerks für die digitale Wirtschaft im Zuge der i2010-Initiative unternommen wurden.

Die IKT-Task-Force wurde am 6. Juni 2006 (IP/06/731) ins Leben gerufen. Mit der heutigen Versammlung konnte eine fünfmonatige Diskussion abgeschlossen werden, aus der hauptsächlich folgende Empfehlungen hervorgehen:

  • Eine breite Einführung der IKT: Investitionen im IKT-Bereich sind ausschlaggebend für eine Steigerung der Wirtschafteffizienz und der Produktivität. Aus diesem Grunde empfiehlt die Task-Force Strukturreformen, durch die ein flexibleres Fertigungsumfeld, weitere Investitionen in die Entwicklung von Netzwerken und Diensten der nächsten Generation sowie öffentliche Online-Dienste gesichert werden sollen. Zudem rät sie, den Verbraucher durch ein einheitliches Regelwerk besser zu schützen.
  • Wachstum der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und Förderung des Unternehmergeistes: Unternehmerische Fähigkeiten sollten gefördert, die Vorteile der IKT den Unternehmen näher gebracht und die Finanzierung erleichtert werden.
  • Ein einheitliches Regelwerk: Die Task-Force befürwortet die Erarbeitung eines Regelwerks, das die Konvergenz steigert und eine integrative Informationsgesellschaft fördert. Außerdem schlägt sie vor, einen Binnenmarkt für wissensintensive Dienstleistungen zu schaffen und die Urheberrechtsabgaben zu überprüfen.
  • Geistiges Eigentum: Wegen der Unterschiede, die zwischen den einzelnen Modellen zu den Rechten am geistigen Eigentum im IKT-Sektor bestehen, empfiehlt die Task-Force, vor jeglicher Änderung des Gemeinschaftsrechts ausgiebige Beratungen abzuhalten. Darüber hinaus schlägt sie vor, die Strafbarkeit von Verstößen gegen Rechte am geistigen Eigentum auf die vorsätzliche Nachahmung einer Markenware, die Verletzung des Urheberrechts und auf Design-Piraterie zu begrenzen. Schließlich rät sie, das Londoner Protokoll anzunehmen und die Patentkosten zu senken.
  • Innovation, Investition und Finanzierung der IKT-Forschung in Zeiten der Globalisierung: Die Task-Force empfiehlt, sich innerhalb Europas über die besten Innovationsverfahren auszutauschen, Forschung durch Steuergutschriften zu stimulieren, gemeinsame Forschung durch europäische Technologieplattformen und gemeinsame Technologieinitiativen zu unterstützen (IP/06/1589), die Entwicklung von Leitmärkten durch das öffentliche Auftragswesen zu fördern, gleiche Wettbewerbsbedingungen für die europäische Halbleiterindustrie zu sichern, ein risikokapitalfreundliches Umfeld zu schaffen und die Reform der staatlichen Beihilfepolitik weiterzuführen.
  • Normung und Interoperabilität: Da hauptsächlich die Industrie dafür verantwortlich ist, die Kommission bei ihren Bemühungen zu unterstützen, gesetzliche und semantische Interoperabilität zu schaffen, sollten effiziente Konformitätssysteme und ein Interoperabilität förderndes Auftragswesen entwickelt werden (IP/06/1403).
  • Qualifikation und Beschäftigungsfähigkeit: Die Lücken im Bereich der digitalen Kompetenzen werden immer größer und hemmen den Innovationsgeist und die breite Einführung der IKT. Deshalb sollten die Investitionen in die Weiterbildung von Lehrkräften und in die Entwicklung von Informationen und Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte erhöht werden, die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Staat, Arbeitgebern und Ausbildungseinrichtungen gesteigert und die Anstrengungen, den Unternehmergeist mit in die Lehrpläne einfließen zu lassen, weitergeführt werden.

Diese Empfehlungen werden der EU eine bessere Prioritätensetzung ermöglichen und die bereits im Zuge der i2010 unternommenen Anstrengungen (IP/06/654) weiter vorantreiben - beispielsweise den IKT-Teil des EU-Forschungsrahmenprogramms (IP/06/1590). Das IKT-Förderprogramm des Rahmenprogramms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation, das bald anlaufen soll, wird zudem die Innovation und die Wettbewerbsfähigkeit durch eine breite Einführung der IKT bei den Bürgern, Regierungen und den KMU (dem Ursprung der meisten europäischen Innovationen) steigern.

Hintergrund

Auf den IKT-Sektor entfallen 5,3 % des BIP der EU sowie 3,6 % der Arbeitsplätze. 25 % der gesamten in der EU-Wirtschaft unternommenen Forschung werden in diesem Wirtschaftszweig, einem der innovativsten überhaupt, getätigt. In den vergangenen zehn Jahren wurden 50 % der gesamten Produktivitätssteigerung der Wirtschaft der EU durch den technologischen Fortschritt und die Investitionen im IKT-Sektor ermöglicht.

Die Einrichtung der Task-Force wurde in der Mitteilung der Kommission von Oktober 2005 über Industriepolitik (IP/05/1225) angekündigt.

Die Initiative i2010 wurde im Juni 2005 ins Leben gerufen und liefert das Rahmenwerk für die IKT-Politik (IP/05/643).

Weitere Informationen
Der vollständigen Bericht kann unter http://ec.europa.eu/enterprise/ict/taskforce.htm heruntergeladen werden.

Anhang

Mitglieder der IKT-Task-Force

Die Mitglieder der Task-Force stammten sowohl aus dem Wirtschaftsbereich als auch aus der Zivilgesellschaft. Außerdem lud die Kommission weitere Interessenten dazu ein, an den Arbeitsgruppen der Task-Force teilzunehmen. Eine Kontaktgruppe aus den Fachverbänden BSA (Business Software Alliance), ECTA (European Competitive Telecommunications Association), EICTA (European ICT Association), ESIA (European Semiconductor Industry Association), ETNO (European Telecommunications Network Operators Association) und European Software Association half, die Arbeit der Task-Force zu erleichtern.

IKT-Industrie

Name
Derzeitige Position
Bereich
Olivier Baujard
CTO of Alcatel
Communications equipment
Patrick Bertrand
CEO of Cegid
Software
Carlo Bozotti
President & CEO of STMicrolectronics
Semiconductors
Crawford Beveridge
Executive VP & Chair, EMEA, APAC & Americas, of Sun Microsystems
Software and IT equipment
Jean-Philippe Courtois
SVP of Microsoft Corporation and President of Microsoft International
Software
Chris Dedicoat
SVP of Cisco Systems
Communications equipment
Thorstein Heins
CTO of Siemens Communications
Communications equipment
Lars-Johan Jarnheimer
President and CEO of Tele2
Telecoms
Hans Ulrich Maerki
Chair of IBM EMEA
Software and IT equipment
Christian Morales
VP of Intel and General Manager of Intel EMEA
Electronics and components
Eric Newcomer
CTO of IONA Technologies
Open-source software
Wolfgang Kopf
Executive VP for Public & Regulatory Affairs, T-Mobile International, Deutsche Telekom
Telecoms
Robin Pauley
President of European Affairs, BT Group
Telecoms
Rudy Provoost
CEO of Philips Consumer Electronics
Consumer electronics
Veli Sundbäck
Executive VP and Member of the Group Executive Board, Nokia Corporation
Mobile equipment
Peter Zencke
Board Member responsible for Research & Innovation, SAP
Software

Other stakeholders

Name
Current position
Sector
Arnaldo Abruzzini
Secretary-General of EUROCHAMBRES
Business
Herman Daems
Immediate past Chairman of the European Private Equity & Venture Capital Association, EVCA
Investors
Soumitra Dutta
Dean of Executive Education and Roland Berger Professor of Business & Technology, INSEAD
Academia
Luke Georghiou
Professor of Science & Technology Policy & Management, PREST
Academia
Hans-Werner Müller
Secretary-General of the European Association of Craft, Small & Medium-Sized Enterprises, UEAPME
SMEs
Jim Murray
Director of the European Consumers' Association, BEUC
Consumers
Peter Scherrer
General Secretary of the European Metalworkers' Federation (EMF)
Trade unions
Bernadette Ségol
Regional Secretary of UNI-Europa
Trade unions


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