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IP/06/1618

Brüssel, den 23. November 2006

Aktualisiertes Register der Industrieemissionen zeigt gemischte Ergebnisse

Das internetgestützte Register der Industrieemissionen in Luft und Wasser (Europäisches Schadstoffemissionsregister - European Pollutant Emission Register - EPER) wurde heute mit den neuesten Emissionsdaten von etwa 12 000 Industrieanlagen in ganz Europa aktualisiert. Diese Zahlen - für das Jahr 2004 - können nun mit jenen aus dem Jahr 2001 für eine Reihe von Schadstoffen, Anlagen, Industrietätigkeiten oder Mitgliedstaaten verglichen werden. Die Kommission wird die Daten eingehend analysieren, um festzustellen, ob neue oder geänderte Maßnahmen im Bereich der Emissionspolitik erforderlich sind. Die Daten für das Jahr 2004 schließen zum ersten Mal Anlagen in den zehn neuen Mitgliedstaaten ein. Das EPER, das Anfang 2004 von der Europäischen Kommission und der Europäischen Umweltagentur (EUA) gestartet wurde, konnte allein im ersten Jahr mehr als 240 000 Besuche seiner Website verzeichnen.

Umweltkommissar Stavros Dimas erklärte: „Das Emissionsregister der EU ist ein wertvolles Instrument, das es allen europäischen Bürgern ermöglicht, die verschmutzenden Tätigkeiten der Industrie zu analysieren. Dieser zweite EPER-Bericht wird es den Entscheidungsträgern ermöglichen, Tendenzen in der Umweltverschmutzung als Grundlage für künftige Entscheidungen über die Vermeidung und Kontrolle der Umweltverschmutzung zu bewerten."

Prof. Jacqueline McGlade, Exekutivdirektorin der Europäischen Umweltagentur, fügte hinzu: „Im heutigen Europa spielt die Öffentlichkeit eine immer wichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung im Umweltbereich - auf persönlicher, lokaler und nationaler Ebene. Die EUA ist bestrebt, den Zugang zu Umweltinformationen für jedermann zu ermöglichen, so dass die Allgemeinheit besser in der Lage ist, diese wichtige Rolle zu erfüllen. Das EPER ist ein Schritt in die richtige Richtung.“

Berichterstattung über verschmutzende Tätigkeiten

Das EPER ist ein Register der von großen und mittelgroßen Industrieanlagen ausgestoßenen Emissionen. Es umfasst 50 Schadstoffe in Luft und Wasser. Die Daten im Register stammen aus Anlagen in allen EU-Mitgliedstaaten.

Das EPER ist öffentlich über das Internet zugänglich. Jeder kann das Register nach verschiedenen Kriterien durchsuchen wie dem Namen einer bestimmten Industrieanlage, ihrer Postleitzahl, ihrer Adresse oder ihrem Standort, nach dem Tätigkeitssektor, der Bezeichnung des Schadstoffs oder einer Kombination mehrerer dieser Möglichkeiten.

Die EPER-Website ermöglicht es den europäischen Bürgern, ihre eigene Analyse der verschmutzenden Tätigkeiten in einem bestimmten Land oder in der gesamten EU durchzuführen. Das EPER bietet auch Hintergrundinformationen über die im Bericht erwähnten Schadstoffe und ihre Auswirkung auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt.

Gemischte Tendenzen bei den Emissionen

Kürzlich wurden die Daten über Emissionen in Europa für das Jahr 2004 für alle 25 Mitgliedstaaten der Union in das Register aufgenommen. Bisher umfasste das Register nur die Daten für das Jahr 2001 für die 15 Mitgliedstaaten vor der EU-Erweiterung des Jahres 2004 (EU-15), außer Norwegen und Ungarn, die freiwillig Daten übermittelten.

Die jüngste Eingabe der Informationen aus dem Jahr 2004 ermöglicht es, die Daten der EU-15-Länder, die Daten für 2004 und 2001 übermittelt haben, zu vergleichen. Dabei zeigt sich, dass die Gesamtemissionen im Jahr 2004 allgemein höher waren als im Jahr 2001. Dies kann darauf zurückzuführen sein, dass die Daten des Jahres 2004 vollständiger sind und mehr Anlagen umfassen. Aufschlussreicher ist es vielleicht, die Zahlen für die beiden Jahre in Bezug auf bestimmte Anlagen zu vergleichen. Beispiele für Emissionsanstiege sind u.a. Treibhausgase wie Kohlendioxid und Distickstoffoxid, bei denen eine Zunahme um 9,0 bzw. 8,5 % zu verzeichnen war.

Die Emissionen von Schadstoffen in der Luft wie Hydrogenzyanid und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe sind um 79 % bzw. 53 % angestiegen. Schadstoffe im Wasser wie Zyanide, Phenole und Quecksilber stiegen um 69 %, 35 % bzw. 52 %. Auch hier könnte es tatsächlich zu solch großen Zunahmen gekommen sein, sie könnten jedoch auch in diesen Fällen auf eine verstärkte Berichterstattung im Jahr 2004 zurückzuführen sein.

Im Bereich der Einleitungen von Schadstoffen in Gewässer waren Verbesserungen zu verzeichnen. Es gab Verringerungen bei den organischen Schadstoffen (-11 %), Phosphor (-16 %) und Stickstoff (-14 %), möglicherweise weil immer mehr Abwasserbehandlungsanlagen mit effizienterer Ausrüstung ausgestattet werden. Die Verringerung von Schadstoffen in der Luft, beispielsweise von Schwefeloxiden (-11%), ist das Ergebnis laufender Bemühungen, auf umweltfreundlichere Kraftstoffe umzustellen und den Schwefelgehalt von Abgasen zu reduzieren.

In Bezug auf 58 Schadstoffe in Wasser und Luft wurden die am stärksten verschmutzenden Anlagen ermittelt: 43 davon befinden sich in den alten Mitgliedstaaten und 15 in den neuen. Diese größten Verschmutzer sind vor allem in folgenden Sektoren tätig: Erzeugung und Verarbeitung von Metallen (21), Chemikalien (13), Energie (9), Abfallwirtschaft (6), Lebensmittelverarbeitung (4), Zellstoff und Papier (2) und anderen Sektoren (3).

Überprüfung des EPER im Jahr 2007

Ein Bericht zur Überprüfung des Emissionsregisters soll im Frühjahr 2007 veröffentlicht werden. Nach dieser Überprüfung soll das EPER durch das Europäische Schadstofffreisetzungs- und Verbringungsregister (Pollutant Release and Transfer Register - Europäisches PRTR) ersetzt werden. Die erste Ausgabe des PRTR soll im Herbst 2009 veröffentlicht werden. Dieses Register wird umfangreicher sein als das EPER, da es mehr als 91 Stoffe umfassen wird, die von Industrieanlagen aus 65 verschiedenen Tätigkeitssektoren und anderen Quellen wie dem Straßenverkehr, Heizungen in Haushalten und der Landwirtschaft abgegeben werden. Es wird auch Verbringungen von Abfall und Abwässern von Industrieanlagen an andere Orte einschließen.

EPER-Website:

www.eper.ec.europa.eu/


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