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IP/06/1586

Brüssel, den 20. November 2006

Katzen- und Hundefelle: Die Kommission schlägt ein totales Verbot für die EU vor

Die Europäische Kommission hat heute den Vorschlag angenommen, den Import, Export und Verkauf von Katzen- und Hundefellen für die EU zu verbieten. Es liegen Hinweise darauf vor, dass Katzen- und Hundefelle auf den europäischen Markt gebracht werden, üblicherweise nicht als solche deklariert oder als synthetische Felle und sonstige Arten von Fellen getarnt. Die überwältigende Mehrheit dieser Felle stammt wahrscheinlich aus Drittländern, insbesondere China, wo die Zucht dieser Tiere wegen ihrer Felle üblich ist. Viele Mitgliedstaaten haben als Reaktion auf den starken Widerstand der EU-Verbraucher gegen den Handel mit Katzen- und Hundefellen eigene entsprechende Rechtsvorschriften erlassen. Da diese einzelstaatlichen Verbote jedoch voneinander abweichen, können sie zu einer Störung des Binnenmarkts führen. Mit der vorgeschlagenen und heute angenommenen Verordnung will man auf die Besorgnisse der EU-Bürger eingehen und eine harmonisierte Vorgehensweise vorsehen; dementsprechend sollen Herstellung, Vermarktung sowie Ein- und Ausfuhr dieser Felle für die EU in jeder Form untersagt werden. Durch die Verordnung wird auch ein System für den Informationsaustausch über den Nachweis derartiger Felle eingerichtet.

Der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige Kommissar, Markos Kyprianou, erklärte dazu: „Wir haben von den EU-Verbrauchern eine deutliche Botschaft bekommen. Sie halten es für inakzeptabel, Katzen und Hunde wegen ihres Fells zu züchten und sie wünschen auch nicht, dass Produkte, die solches Fell enthalten, auf dem europäischen Markt verkauft werden. Wenn wir jetzt ein Verbot für die EU vorschlagen, bedeutet dies, dass die Verbraucher sicher sein können, dass sie nicht ungewollt Artikel mit Katzen- oder Hundefell kaufen. Angesichts der umfassenden politischen Unterstützung für diese Maßnahme erwarte ich zuversichtlich, dass das Europäische Parlament und der Rat sie so schnell wie möglich verabschieden werden.“

Besorgnisse in Öffentlichkeit und Politik

Die Tatsache, dass Katzen- und Hundefelle auf dem EU-Markt aufgetaucht sind, hat eine heftige Reaktion von EU-Verbrauchern hervorgerufen, die Maßnahmen (über Schreiben an die Kommission und die Mitglieder des Europäischen Parlaments sowie über Petitionen) verlangt haben, um zu verhindern, dass derartige Felle und daraus hergestellte Produkte in der EU verkauft werden. Die Kommission ist darüber unterrichtet worden, dass derartige Felle nicht nur auf Kleidungsstücken festgestellt worden sind, sondern auch bei einer Reihe von Accessoires sowie bei Plüschtieren für Kinder. Auch auf politischer Ebene waren starke Bestrebungen zu spüren, ein entsprechendes EU-Verbot auszusprechen.

Sowohl das Europäische Parlament als auch der Ministerrat haben die Kommission offiziell ersucht, Vorschläge für ein Verbot der EU für Katzen- und Hundefelle auszuarbeiten, das wirksamer wäre als einzelstaatliche Verbote und dazu beitragen würde, das Vertrauen bei Verbrauchern und Einzelhändlern wiederherzustellen. Da es in der EU nicht üblich ist, Katzen- und Hundefelle zu produzieren, wird davon ausgegangen, dass Importe aus Drittländern (insbesondere aus asiatischen Ländern) die Ausgangsbasis für derartige Felle sind. Daher wird ein vollständiges Verbot der Einfuhr von Katzen- und Hundefellen, flankiert von einem Verbot des innergemeinschaftlichen Handels mit solchen Fellen, die Verbraucher dahingehend zufrieden stellen, dass derartige Felle nirgendwo in der EU mehr verkauft werden.

Harmonisierte Vorgehensweise

Einige Mitgliedstaaten haben den Besorgnissen in der Öffentlichkeit dadurch Rechnung getragen, dass sie nationale Rechtsvorschriften für Katzen- und Hundefelle eingeführt haben; außerdem sind Gesetzesinitiativen als Reaktion auf öffentliche Kampagnen eingeleitet worden, die sich dagegen wenden, dass Haustiere für die Fellproduktion verwendet werden. Allerdings unterscheiden sich die Ansätze in den Mitgliedstaaten – sie reichen von Verboten der Zucht und Schlachtung von Katzen und Hunden über Kennzeichnungsanforderungen bis zu Einschränkungen bei Produktion und/oder Einfuhr. Diese Unterschiede können möglicherweise Verbrauchern, Einzelhändlern und Großhändlern Schwierigkeiten bereiten, die grenzüberschreitende Transaktionen mit anderen Fellarten vornehmen wollen. Mit einem einheitlichen EU-Verbot der Vermarktung von und des Handels mit Katzen- und Hundefellen werden eine eindeutige Rechtslage und gleichmäßige Bedingungen in der ganzen Gemeinschaft geschaffen, und unnötige Hindernisse im Binnenmarkt werden beseitigt.

Tests und Kontrollen

Will man dieses Verbot für Katzen- und Hundefelle durchsetzen, so sind zweckmäßige Nachweismethoden erforderlich, mit deren Hilfe man zwischen Katzen- und Hundefellen und sonstigen Fellen unterscheiden kann, auch wenn das Katzen- und Hundefell behandelt oder gefärbt worden ist. Einige Mitgliedstaaten benutzen bereits wirksame Nachweismethoden, um Katzen- und Hundefelle auf ihren Märkten ausfindig zu machen (z. B. Massenspektrometrie, DNS-Tests usw.). In der vorgeschlagenen Verordnung heißt es, dass die Mitgliedstaaten regelmäßig Informationen über Nachweismethoden austauschen und sich gegenseitig Einzelheiten über die wirksamsten Tests mitteilen sollten, damit Fellimporte und entsprechende Produkte auf dem Markt aufgespürt werden können.

Weitere Schritte

Der Verordnungsentwurf wird jetzt vom Europäischen Parlament und dem Ministerrat im Hinblick auf eine Verabschiedung auf dem Wege des Mitentscheidungsverfahrens geprüft.
Weitere Informationen im Internet:

http://ec.europa.eu/food/animal/index_de.htm


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