IP/06/1569
Brüssel, den 16. November 2006
Hierzu meinte das für den Binnenmarkt und Dienstleistungen zuständige Kommissionsmitglied Charlie McCreevy: "Das Wachstum der europäischen Investmentfondsbranche war spektakulär. Aber sie verfügt immer noch über ein enormes nicht ausgenutztes Potenzial. Diese Änderungen werden nun die Ausschöpfung dieses Potenzials ermöglichen, indem ein freier Markt ohne Hindernisse für Investmentfonds in der EU geschaffen wird, was für die Anleger mehr Auswahl und niedrigere Kosten bedeutet."
Inhalt des Weißbuchs
Im Weißbuch werden gezielte Änderungen des derzeitigen EU-Rahmens für Investmentfonds (die 'OGAW'-Richtlinie[1]) vorgeschlagen, die den heutigen Herausforderungen der Branche nicht angemessen Rechnung trägt und zu unnötig hohen Einhaltungskosten und verpassten Anlagemöglichkeiten führen kann. Mit diesen Änderungen würde Folgendes bewirkt werden: Vereinfachung des Meldeverfahrens; Schaffung eines Rahmens für grenzübergreifende Fondsfusionen; Schaffung eins Rahmens für die Zusammenlegung von Vermögenswerten ('Pooling'); Möglichkeit für die Fonds-Manager der Verwaltung von Fonds, die in anderen Mitgliedstaaten domiziliert sind; Verbesserung der Qualität und der Bedeutung wichtiger Informationsunterlagen, die für den Endanleger bestimmt sind; Stärkung der aufsichtlichen Zusammenarbeit im Hinblick auf die Überwachung und die Minderung des Risikos grenzübergreifender missbräuchlicher Praktiken.
Im Weißbuch wird zudem vorgeschlagen, die Möglichkeiten für die Einführung einer europäischen 'Privatplatzierungs'-Regelung zu überprüfen, die es den Finanzinstituten gestatten würde, qualifizierten Anlegern europaweit Anlagemöglichkeiten anzubieten.
Dieses Weißbuch wurde von der Kommission auf der Grundlage einer ausführlichen zweijährigen Konsultation und Debatte mit den Verbrauchern, den Wirtschaftsteilnehmern in der Branche und Gesetzgebern ausgearbeitet. Es stützt sich auf die Antworten auf das Grünbuch vom Juli 2005 (IP/06/152) und auf drei Berichte speziell zu diesem Zweck eingesetzter Expertengruppen (IP/06/915). Auch geht es direkt auf wichtige im Bericht des Europäischen Parlaments vom März 2006 angesprochene Anliegen betreffend die Vermögensverwaltung ein. Die in diesem Weißbuch vorgeschlagenen Schritte waren zudem Gegenstand einer rigorosen Folgenabschätzung.
Hintergrund
Die von der EU-Fondsbranche verwalteten Vermögenswerte haben sich in den
letzten zehn Jahren vervierfacht. Den Investmentfonds kommt in dem Maße
immer mehr Bedeutung zu, als sie viele europäische Anleger im Hinblick auf
eine gute Altersversorgung nutzen. Dieser Markt wird in verstärktem
Maße auf europaweiter Basis organisiert. Die grenzübergreifenden
Fondsverkäufe machten 2005 rund 66% der Gesamtnettozugänge der Branche
aus. Das OGAW-Modell gilt sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU als
"Gold-Standard". Mit 5 500 Mrd. € an verwalteten Vermögenswerten -
was mehr als 50% des EU-Bruttoinlandsprodukts ausmacht – stellen die OGAW
75% des Investmentfondsmarktes in Europa dar.
Das Weißbuch finden Sie
unter:
http://ec.europa.eu/internal_market/securities/ucits/index_de.htm
[1] Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren