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IP/06/1542

Brüssel, den 10. November 2006

Slowenien ist gut auf den Euro vorbereitet, allerdings muss das Land das Vertrauen der Verbraucher hinsichtlich der Preisentwicklung stärken. Dies geht aus einem neuen Bericht über die praktischen Vorbereitungen für die Euro-Einführung hervor

Slowenien scheint relativ gut auf die Euro-Einführung zum 1. Januar vorbereitet zu sein. Hilfreich wären jedoch weitere Maßnahmen, um die Zuversicht der Verbraucher dahingehend zu stärken, dass die Preise während der Umstellung stabil bleiben werden. Dies ist eine der Schlussfolgerungen des vierten Berichts über die praktischen Vorbereitungen für die Erweiterung des Eurogebiets. Der Schwerpunkt des Berichts liegt insbesondere auf Slowenien, da das Land kurz vor der Euro-Einführung steht. Er befasst sich jedoch auch eingehend mit den Umstellungsplänen von Zypern und Malta, die den Euro 2008 einführen wollen. Wenngleich sich der Plan Zyperns auf alle Aspekte der Umstellung erstreckt, enthält er nicht viele Details, während der Plan Maltas sowohl umfassend als auch detailliert zu sein scheint. Ferner zeigt eine Eurobarometer-Erhebung, dass die Öffentlichkeit in den neuen Mitgliedstaaten der einheitlichen Währung gegenüber weiter positiv eingestellt ist, und zwar stärker als in den Jahren 2004 und 2005, obwohl die Ergebnisse von Land zu Land verschieden sind.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs und die Finanzminister der Europäischen Union kamen im Juni zu dem Schluss, dass Slowenien die im EU-Vertrag festgelegten wirtschaftlichen und rechtlichen Kriterien für die Euro-Einführung im Januar 2007 erfüllt, und legten den Wechselkurs fest (239,640 Tolar = 1 Euro).

Seit dem letzten Bericht der Kommission über die praktischen Vorbereitungen für die Euro-Einführung vom Juni 2006[1] hat Slowenien weitere Fortschritte gemacht, insbesondere bei der Bargeldumstellung: Weitere Einzelheiten zur Vorabausstattung von Banken und Einzelhändlern mit Euro-Geld vor dem €-Day (so genanntes „Frontloading“ und „Sub-Frontloading“) wurden in zufrieden stellender Weise mitgeteilt, und die Umrüstung der Geldautomaten wurde inzwischen detailliert geplant. Ferner haben die Kreditinstitute vereinbart, am 1. und am 2. Januar landesweit 42 Niederlassungen zu öffnen, um den Umtausch von Tolar in Euro zu erleichtern.

Die Kommission würde jedoch Maßnahmen begrüßen, die den Verbrauchern die nötige Sicherheit geben, dass der Wechselkurs eingehalten und die Umstellungsperiode nicht zu einer missbräuchlichen Preiserhöhung genutzt wird - letzteres ist eine Sorge, die 66 % der Verbraucher einer Eurobarometer-Erhebung vom September zufolge haben. Zu solchen Maßnahmen könnten Vereinbarungen zwischen Einzelhändlern und Verbrauchern über die faire Preisfestsetzung gehören (z. B. ein Verhaltenskodex, der von Verbänden beider Seiten unterzeichnet wird).

Die Kommission bewertet den Stand der praktischen Vorbereitungen in den Ländern, für die eine Ausnahmeregelung gilt[2], ein Mal jährlich (oder häufiger, wenn ein Land vor der Euro-Einführung steht). Diese Vorbereitungen umfassen u. a. die Annahme eines Umstellungsplans mit Einzelheiten zu der Periode, in der sowohl die nationale Währung als auch Euro-Bargeld gesetzliches Zahlungsmittel sind, oder die Vorbereitung von Starter-Paketen, um die Verbraucher an die neue Währung zu gewöhnen.

Diese Bewertungen erfolgen getrennt von den Konvergenzberichten, in denen beurteilt wird, ob die Länder die Maastricht-Kriterien, einschließlich Defizit- und Inflationsobergrenzen, erfüllen, und folglich, ob sie überhaupt für eine Euro-Einführung in Frage kommen. Der nächste Konvergenzbericht ist für Dezember geplant.

Zypern und Malta

Zypern und Malta haben bei ihren praktischen Vorbereitungen auch Fortschritte gemacht, wobei Malta weiter vorangekommen ist.

Der Umstellungsplan Zyperns befasst sich mit allen praktischen Fragen, enthält jedoch wenig Detailinformationen, etwa zur Vorabausstattung, zur Rückführung des nationalen Bargelds zur Zentralbank und zur Dauer der doppelten Preisauszeichnung. Auch hier sind weitere Maßnahmen erforderlich, um das Vertrauen der Verbraucher darin zu bestärken, dass die Umstellung keinen Preisauftrieb zur Folge haben wird.

Der Plan Maltas ist detaillierter, wenngleich bestimmte Aspekte weiter ausgeführt werden müssen, insbesondere der Zeitpunkt des Frontloadings und des Sub-Frontloadings, die beschleunigte Umrüstung der Geldautomaten und der Inhalt der Starter-Pakete. Wegen des besonders hohen Bargeldumlaufs in Malta (etwa 2 789 Euro/Kopf), der mehr als das Doppelte des Durchschnitts im Eurogebiet beträgt, sind für den Rücklauf der nationalen Währung und für den Umtausch der nationalen Währung in Euro besondere Vorkehrungen erforderlich. Andererseits scheint Malta die Sorge der Verbraucher ernst zu nehmen, da das Land die Einzelhändler dazu auffordert, Vereinbarungen über die faire Preisfestsetzung zu unterzeichnen, und da es zur Preisbeobachtung eine ‚Euro-Beobachtungsstelle’ einrichtet.

In den meisten anderen betroffenen Mitgliedstaaten hat es seit dem Bericht vom Juni keine größeren Entwicklungen gegeben.

Aus der neuen Eurobarometer-Erhebung geht hervor, dass die Öffentlichkeit in den neuen Mitgliedstaaten dem Euro gegenüber nach wie vor weitgehend positiv eingestellt ist, obwohl es deutliche Unterschiede zwischen den Ländern gibt. Im Durchschnitt sind 50 % der Befragten der Ansicht, dass der Euro sich positiv auf ihr Land auswirken wird. Dies ist ein besseres Ergebnis als 2004 und 2005, liegt jedoch leicht (2 Prozentpunkte) unter dem Ergebnis der letzten Erhebung vom April 2006.

Auf der negativen Seite wird von mehr als der Hälfte (58 %) aller Befragten nach wie vor erklärt, dass sie schlecht oder überhaupt nicht über den Euro informiert sind; dazu gehören Zypern (60 %) und Malta (62 %). Dies zeigt, dass die Kommunikation für die neuen Mitgliedstaaten weiterhin eine wichtige Herausforderung ist, bei deren Bewältigung die Kommission nach wie vor gerne behilflich ist. 83 % der befragten Slowenen fühlen sich jedoch eher gut oder sehr gut informiert und 61 % (der höchste Prozentsatz aller Länder) sind auch zuversichtlich, was die Vorteile des Euro betrifft.
Bericht siehe:

http://ec.europa.eu/economy_finance/publications/eurorelated_en.htm
Eurobarometer siehe:

http://ec.europa.eu/public_opinion/euro_en.htm


[1] Siehe IP/06/817 und Dritten Bericht über die praktischen Vorbereitungen für die Euro-Einführung.

[2] Die zehn Länder, die der EU 2004 beitraten, und Schweden.


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