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IP/06/1493

Brüssel, den 30. Oktober 2006

EU-Fischereiaufsichtsagentur legt für 2007 erstes Arbeitsprogramm fest

Der Verwaltungsrat der Europäischen Fischereiaufsichtsagentur hat auf seiner Sitzung vom vergangenen Freitag das erste Arbeitsprogramm dieser neu geschaffenen Einrichtung festgelegt. Die Agentur hat die Aufgabe, die Überwachung und Kontrolle der Erfüllung von Fischereivorschriften zu koordinieren und die Durchsetzung geltender Maßnahmen unionsweit zu vereinheitlichen. Zu diesem Zweck organisiert sie die operative Koordinierung der Kontrolltätigkeiten der Mitgliedstaaten. Kontrolliert werden alle Tätigkeiten vom Fischfang bis hin zum Erstverkauf von Fisch, der in der Union angelandet oder in diese eingeführt wurde. Die Arbeitsschwerpunkte der Agentur für 2007 sind die Durchsetzung der Bestandserholungs- und Bestandsbewirtschaftungsmaßnahmen für Kabeljau, der Schutz von Rotem Thun, die Bekämpfung der illegalen, nicht gemeldeten und nicht regulierten Fischerei sowie die Eindämmung von zerstörerischen Fangpraktiken und Rückwürfen. Der Verwaltungsrat hat außerdem den Haushaltsplan der Agentur für 2007 verabschiedet, in dem Haushaltsmittel in Höhe von 5 Mio. EUR vorgesehen sind.

„Heute haben wir bei unseren Bemühungen, einen fairen Wettbewerb unter Einhaltung der Fischereivorschriften in der gesamten Europäischen Union zu schaffen, einen wichtigen Fortschritt erzielt. Wir entsprechen hiermit dem Wunsch der überwiegenden Mehrheit der Akteure des Sektors. Wenn sich alle Beteiligten besser als bisher an die Regeln halten, dient dies der Fairness unter den Wirtschaftsbeteiligten ebenso wie der Erhaltung der Fischbestände“, sagte Joe Borg, der EU-Kommissar für Fischerei und maritime Angelegenheiten.

Der erste gemeinsame Einsatzplan für 2007 betrifft die Wiederauffüllung der Dorschbestände in der Nordsee, im Skagerrak und im östlichen Ärmelkanal. Die an diesem Plan beteiligten Mitgliedstaaten sind Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Schweden und das Vereinigte Königreich. Die gemeinsamen Einsatzpläne für Dorsch in der Ostsee und Roten Thun werden später folgen.

Die Entscheidung zur Einrichtung einer Europäischen Fischereiaufsichtsagentur wurde im Rahmen der Reform der gemeinsamen Fischereipolitik von 2002 getroffen, um die Überwachung und Kontrolle der Erfüllung der EU-Fischereivorschriften zu verbessern und eine EU-weite einheitliche Anwendung zu fördern. Die Agentur wird mit den zuständigen regionalen Beiräten zusammenarbeiten, um Anregungen der Wirtschaftsbeteiligten einzuholen und eine EU-weite Kultur der Einhaltung europäischer Erhaltungs- und Bestandsbewirtschaftungsmaßnahmen zu fördern.

Die Agentur wird die operative Koordinierung zwischen den Mitgliedstaaten mit Hilfe gemeinsamer Prüf- und Kontrolleinsatzpläne übernehmen. Bei diesen Plänen soll auf die in einem Pool zusammengefassten Kontrollmittel der Mitgliedstaaten (Personal sowie materielle Ressourcen wie etwa Schiffe oder Flugzeuge, die zur Überwachung und Kontrolle eingesetzt werden) zurückgegriffen werden. Diese Pläne werden maßgeschneidert, um den Erfordernissen der jeweiligen Gebiete und Fischereien gerecht zu werden und einen rationellen, wirksamen Einsatz der Kontrollmittel zu ermöglichen.

Auf internationaler Ebene könnte die Europäische Kommission die Agentur bitten, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen, wie z.B. die Unterstützung der Mitgliedstaaten bei Überwachungs- und Kontrolltätigkeiten im Rahmen des Übereinkommens über die Fischerei im Nordostatlantik (NEAFC) und der Organisation für die Fischerei im Nordwestatlantik (NAFO).

Bis Ende 2007 wird die Agentur, die ihren vorläufigen Sitz in Brüssel hat, 38 Mitarbeiter einstellen. Sie wird ihren Sitz nach Vigo, Spanien, verlagern, sobald die hierfür erforderlichen Voraussetzungen geschaffen sind.

Link:

European Fisheries Control Agency: First meeting of the Advisory Board: http://ec.europa.eu/fisheries/press_corner/press_releases/com06_54_en.htm


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