IP/06/1478
Brüssel, den 25. Oktober 2006
„Lebenslanges Lernen“: ein neues
Programm für die allgemeine und berufliche Bildung zum Aufbau der
Wissensgesellschaft
Die Kommission begrüßt den Abschluss des
Gesetzgebungsverfahrens für das neue „Aktionsprogramm im Bereich des
lebenslangen Lernens“: Am 25. Oktober billigte das Europäische
Parlament die ehrgeizigen Vorschläge der Kommission für dieses neue
Instrument zur Förderung der allgemeinen und beruflichen Bildung. Erstmals
wird ein einziges Programm Lernangebote für alle Altersgruppen – von
der Kindheit bis zum Seniorenalter – abdecken. Das Programm für
lebenslanges Lernen, das die derzeitigen Programme Sokrates, Leonardo da Vinci
und eLearning ablöst, wird von 2007 bis 2013 laufen. Sein Gesamtbudget
beträgt 7 Mrd. EUR. Mit diesen Mitteln werden Projekte und
Maßnahmen finanziert, die den Austausch, die Zusammenarbeit und die
Mobilität zwischen den Systemen der allgemeinen und beruflichen Bildung
fördern, damit sich diese zu einer weltweiten Qualitätsreferenz
entwickeln.
Ján Figel’, EU-Kommissar für allgemeine und berufliche
Bildung, Kultur und Mehrsprachigkeit erklärte: „Die allgemeine und
berufliche Bildung ist der Kitt, der die Gesellschaften in Anbetracht des
wirtschaftlichen und demografischen Wandels zusammenhält. Deshalb
begrüße ich, dass das Europäische Parlament dem Beispiel des
Rates gefolgt ist und das Programm für lebenslanges Lernen verabschiedet
hat. Der Programmbeschluss ist das konkrete, greifbare Ergebnis der politischen
Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und den EU-Organen im Bereich der
allgemeinen und beruflichen Bildung. Das Programm gibt den Bürgern aus ganz
Europa in Schulen, Hochschulen und Unternehmen und in allen Lebensphasen die
Möglichkeit, attraktive Lernangebote zu nutzen, indem sie an den über
das Programm finanzierten Projekten teilnehmen. Es freut mich besonders, dass
das Programm zwanzig Jahre nach dem Start von Erasmus, unserem Flaggschiff
für die Hochschulbildung, angenommen wird, was die Kontinuität und die
Wirksamkeit der Gemeinschaftsmaßnahmen im Bildungsbereich
unterstreicht.“
Das Programm für lebenslanges Lernen ist als Dachstruktur konzipiert,
die auf vier Säulen bzw. Unterprogrammen aufbaut. Im Rahmen dieser
Unterprogramme werden Finanzhilfen für Projekte gewährt, die die
länderübergreifende Mobilität von Einzelpersonen
unterstützen, zum Aufbau bilateraler und multilateraler Partnerschaften
beitragen oder die Qualität der Bildungs- bzw. Berufsbildungssysteme
steigern, beispielsweise durch die multilaterale Zusammenarbeit zur
Innovationsförderung. Die vier Säulen sind:
- das Programm Comenius (1 047 Mio. EUR), das auf die Lehr-
und Lernbedürfnisse aller Beteiligten der Vorschul- und Schulbildung
bis zum Ende der Sekundarstufe II sowie auf die Einrichtungen und
Organisationen ausgerichtet ist, die entsprechende Bildungsgänge
anbieten;
- das Programm Erasmus (3 114 Mio. EUR), das auf die Lehr-
und Lernbedürfnisse aller Beteiligten der formalen Hochschulbildung
(einschließlich länderübergreifender Praktika von Studierenden in
Unternehmen) sowie auf die Einrichtungen und Organisationen ausgerichtet ist,
die entsprechende allgemeine oder berufliche Bildungsgänge anbieten oder
fördern;
- das Programm Leonardo da Vinci (1 725 Mio. EUR), das auf
die Lehr- und Lernbedürfnisse aller Beteiligten der beruflichen
Bildung (einschließlich länderübergreifender Praktika in
Unternehmen, außer für Studierende), sowie auf die Einrichtungen und
Organisationen ausgerichtet ist, die entsprechende Aus- und
Weiterbildungsgänge anbieten oder fördern;
- das Programm Grundtvig (358 Mio. EUR), das auf die Lehr- und
Lernbedürfnisse aller Beteiligten der Erwachsenenbildung jeglicher Art
sowie auf die Einrichtungen und Organisationen ausgerichtet ist, die
entsprechende Bildungsgänge anbieten oder fördern.
Diese
vier Säulen werden durch ein Querschnittsprogramm (369 Mio.
EUR) ergänzt, das die folgenden vier Schwerpunktaktivitäten
umfasst:
- politische Zusammenarbeit und Innovation in Bezug auf lebenslanges
Lernen,
- Förderung des Sprachenlernens,
- Entwicklung von innovativen, IKT-gestützten Inhalten, Diensten,
pädagogischen Ansätzen und Verfahren für das lebenslange
Lernen,
- Verbreitung und Nutzung der Ergebnisse von Maßnahmen, die im Rahmen des
Programms für lebenslanges Lernen und seiner Vorgängerprogramme
gefördert wurden, sowie Austausch vorbildlicher
Verfahren.
Abgerundet werden diese Aktionen durch das neue Programm
Jean Monnet (170 Mio. EUR), das Einrichtungen und Aktivitäten
im Bereich der europäischen Integration unterstützt.
Die Mittelausstattung für die Durchführung des Programms für
lebenslanges Lernen im Siebenjahreszeitraum vom 1. Januar 2007 bis Ende Dezember
2013 beträgt 6 970 Mio. EUR.
Weitere Informationen:
http://ec.europa.eu/education/programmes/newprog/index_en.html