Chemin de navigation

Left navigation

Additional tools

Autres langues disponibles: FR EN EL

IP/06/1430

Brüssel im 19. Oktober 2006

LIFE-Umwelt 2006: EU-Kommission fördert 50 Innovationsprojekte in 14 Ländern mit insgesamt 66 Mio. EUR

Die Europäische Kommission hat soeben im Rahmen des Programms LIFE-Umwelt 2006 die Finanzierung von 50 weiteren innovativen Umweltprojekten in 14 Mitgliedstaaten genehmigt. Diese Projekte zeigen neue Verfahren und Techniken für ein breites Spektrum der sich in Europa stellenden Umweltprobleme. Die neuen Projekte werden in Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Spanien, Schweden und im Vereinigten Königreich durchgeführt. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 214 Mio. EUR, von denen knapp 66 Mio. EUR durch die EU bereitgestellt werden.

Bei der Kommission wurden dieses Jahr 464 Projektvorschläge für eine Förderung aus dem LIFE-Umwelt-Programm eingereicht, die von einer großen Zahl öffentlicher und privater Organisationen aus den verschiedensten Bereichen stammten. Im Rahmen der von der Kommission ausgewählten Projekte werden bahnbrechende Technologien zur Lösung von Umweltproblemen entwickelt oder angewendet.

Auf 15 Projekte zur Verringerung der Umweltfolgen von Wirtschaftstätigkeiten entfällt diesmal mit rund 24 Mio. EUR der größte Anteil der vergebenen EU-Fördermittel. An zweiter Stelle unter den Themenkreisen steht die Wasserwirtschaft mit 15 Projekten (18,5 Mio. EUR), gefolgt von 14 Projekten zur Abfallbewirtschaftung (15 Mio. EUR). Drei Vorhaben befassen sich mit der Minderung der Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen (5 Mio. EUR), während drei weitere Vorhaben der Raumordnung und Flächennutzungsplanung (3 Mio.EUR) gewidmet sind.

Das LIFE-Programm

LIFE ist das EU-Finanzierungsinstrument zur Förderung von Umwelt- und Naturschutzprojekten in der Europäischen Union sowie in einigen Beitritts-, Bewerber- und Nachbarländern. Seit 1992 wurden aus dem LIFE-Programm etwa 2 750 Vorhaben kofinanziert und speziell der Umweltschutz auf diese Weise mit insgesamt 1,35 Mrd. EUR gefördert.

Das Programm LIFE-Umwelt, mit dem innovative Pilot- und Demonstrationsprojekte auf dem Gebiet des Umweltschutzes finanziell unterstützt werden, ist einer der drei Themenbereiche des LIFE-Rahmenprogramms. In den beiden anderen Bereichen dienen LIFE-Natur der Förderung des Naturschutzes und LIFE-Drittländer dem Aufbau von Umweltschutzkapazitäten in den Drittländern des Mittelmeer- und Ostseeraums. Mehr über die neuen Förderprojekte, die soeben im Rahmen der Programme LIFE-Natur und LIFE-Drittländer genehmigt wurden, ist den Pressemitteilungen IP/06/1428 und IP/06/1429 zu entnehmen.

LIFE+

Das jetzige LIFE-Programm (LIFE III) läuft zum Ende des Jahres 2006 aus. Für den Zeitraum 2007-2013 wird ein neues Förderprogramm unter dem Namen LIFE+ und mit einer voraussichtlichen Mittelausstattung von rund 2,1 Mrd. EUR aufgelegt. Über den Vorschlag für LIFE+ berät zurzeit das Europäische Parlament in zweiter Lesung.

Weitere Informationen

Im Anhang findet sich eine Übersicht über die neuen durch LIFE-Umwelt geförderten Projekte. Detailliertere Informationen zu den einzelnen Projekten können unter folgenden Internet-Adressen abgerufen werden:

http://ec.europa.eu/environment/life/infoproducts/lifeenvcompilation_06.pdf und http://ec.europa.eu/environment/life/project/index.htm.

ANHANG

Überblick über die LIFE-Umwelt-Projekte 2006 nach Ländern

Österreich – 2 Projekte – LIFE-Förderung bis zu max. 3,1 Mio. EUR

Das Projekt “SPAS” (Sound and Particle Absorbing System) demonstriert für die Umwelt des städtischen Ballungsraumes ein kombiniertes System zur Geräuschdämmung und Schwebpartikelabsorption, durch die in der Stadt Klagenfurt die verkehrsbedingte Umweltverschmutzung verringert und die Luftqualität verbessert werden soll. Das Vorhaben besteht in einer technischen Maßnahme, um die Schwebpartikel bereits am Aufwirbelungsort zu filtern und somit die Partikelbelastung der Luft um 25% senken.

Das “RAINMAN”-Projekt wird im Bereich der Wasserwirtschaft durchgeführt und befasst sich mit verbesserten Technologien zur Abwasserbewirtschaftung und -behandlung, indem in der Stadt Wien die getrennte Rückhaltung und Reinigung des abgeleiteten städtischen Regenwassers eines Wassereinzugsgebiets mit einer Fläche von über 20 km2 erprobt wird.

Belgien – 4 Projekte – LIFE-Förderung bis zu max. 4,1 Mio. EUR

Das Projekt “S.M.I.G.I.N.”, das auf einem partizipativen Ansatz beruht, will durch Vernetzung von mehr als 150 KMU in Belgien und Frankreich ein nachhaltigeres Unternehmensmanagement fördern. Dabei werden technische Instrumente für die kollektive Bewirtschaftung von anfallenden Nebenprodukten im Hinblick auf deren Verwertung durch andere beteiligte Unternehmen entwickelt, ein Leitfaden für die gute Praxis erarbeitet und einschlägige Datenbanken eingerichtet, die eine umweltfreundlichere Unternehmensführung ermöglichen sollen.

Die folgenden beiden Projekte stehen mit der Wasserwirtschaft im Zusammenhang:

“MULTIBARDEM” wird vom Flämischen Institut für technologische Forschung durchgeführt. Dabei wird eine “MULTIBARRIER” genannte multifunktionale Barriereschicht demonstriert als nachhaltiges und kosteneffizientes Konzept zur Verhinderung einer Grundwasserverseuchung durch Sickerwasser aus Abfalldeponien und anderen kontaminierten Standorten.

“ECOTEC-STC” soll ein dauerhaftes Schutzsystem gegen Bewuchs und Korrosion von Schiffsrümpfen zeigen, das zu 100% nicht toxisch ist, keine Schadstoffemissionen in die Meeresumwelt verursacht und zugleich Treibstoffeinsparungen an Schweröl von 3-8% bringt. Das System bietet einen Ersatz für das giftige TBT (Tributylzinn) in bewuchshemmenden Schiffsanstrichen.

Das Projekt “CLEAN SITE” schließlich noch will das Recycling im Rahmen der Abfallbewirtschaftung fördern. Erprobt wird die ökonomische une ökologische Machbarkeit eines selektiven Sammelsystems für Verpackungsabfälle aus Kunststoff im Bausektor. Verwaltet und überwacht wird das System unter Einsatz der modernsten Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT).

Dänemark – 2 Projekte – LIFE-Förderung bis zu max. 6,7 Mio. EUR

“TREASURE” heißt ein von der Stadtverwaltung Silkeborg geleitetes Projekt auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft. Hierbei geht es um die Behandlung und Wiederverwendung von Regenwasser, das von Flächen mit städtischer Bebauung und von Straßen in drei städtischen Ballungsgebieten Dänemarks abgeleitet wird.

Für die Beseitigung der im Regenwasser enthaltenen Schadstoffe werden innovative Technologien entwickelt, die einen Reinigungsgrad von 80-95% bei Belastung durch Phosphor, Schwermetalle und zahlreiche organische Mikroschadstoffe ermöglichen sollen.

Das Projekt “DEMO SOFC” zielt darauf ab, eine sauberere und effizientere Stromerzeugung durch den Einsatz von Hochtemperatur-Brennstoffzellen mit oxidkeramischem Elektrolyt (Solid Oxide Fuel Cells - SOFC) zu demonstrieren, um so die Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren. Erprobt wird bei diesem Vorhaben die halbindustrielle und kostengünstige Herstellung von SOFC-Brennstoffzellen und -Zellstapeln. Die Qualität der SOFC-Bauteile soll gezeigt werden durch Konzipierung und Bau einer mit Biobrennstoff betriebenen SOFC-Stromerzeugungsanlage mit einer Leistung von 50 kW.

Finnland – 2 Projekte – LIFE-Förderung bis zu max. 1,3 Mio. EUR

Beim Projekt “VOCless pulping” geht es um die verringerte Freisetzung gesundheitsschädlicher flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) bei mechanischen und halbchemischen Aufschlussverfahren für die Zellulosegewinnung.

“STABLE” ist ein Vorhaben zur Vermeidung von Industrieabfällen, bei dem mit Tributylzinn (TBT) belastetes Baggergut, das in europäischen Häfen ein erhebliches Umweltproblem darstellt, stabilisiert werden soll, um als Baumaterial für Hafen- und Küsteninfrastrukturen verwendet werden zu können.

Frankreich – 7 Projekte – LIFE- Förderung bis zu max. 8,5 Mio. EUR

Vier Projekte beschäftigen sich mit Fragen der Wasserwirtschaft.

Hiervon untersuchen drei Vorhaben die Auswirkungen von land- und forstwirtschaftlichen Erzeugungsmethoden auf die Wasserqualität im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie[1]. So bemüht sich “CONCERT’EAU” darum, die Nitrat- und Pestizidbelastung im Wassereinzugsgebiet der Landschaft Gascogne zu senken, indem ein integriertes wasserwirtschaftliches Konzept für die Landwirtschaft erarbeitet wird, das sich auf eine technologische Online-Plattform für die Zusammenarbeit aller wichtigen Beteiligten stützt. Bei "ArtWET” sollen zur Verringerung der Pestizidbelastung in Oberflächengewässern eine Reihe von biologischen Behandlungssystemen demonstriert werden (Belebtschlammgräben, künstliche und natürliche Feuchtgebiete, Forstparzellen). "ISONITRATE” zielt darauf ab, die Überwachung der Gewässerbelastung durch Nitrate mit Hilfe der Isotopenmessung zu verbessern, die genauere Daten über die Quellen und Wirkungen der Nitratverunreinigung liefert.

Das Projekt “MARECLEAN” arbeitet auf abwasserwirtschaftliche Verbesserungen hin mit Blick auf die Verringerung von Gesundheitsrisiken durch mikrobiologisch belastete Abwassereinleitungen in Küstengewässer.

Drei Projekte befassen sich mit dem Abfallrecycling.

“ARFVALORMAT” bietet eine innovative Lösung für das Recycling von industriellen und institutionellen Abfällen, die reich an mineralischen Rohstoffen sind (z.B. Schlämme aus Kläranlagen, Papierherstellung und Lebensmittelverarbeitung). Der begünstigte Projekträger beabsichtigt die Nutzung von solchen Abfällen, die bisher häufig auf Deponien enden, zur Herstellung von Bindemitteln.

“BASHYCAT” zielt auf die Wiederaufbereitung verbrauchter Katalysatoren zu ihrer erneuten Verwendung ab, insbesondere NiMoV-Katalysatoren für die Entwässerung und Entschwefelung von Rohöl in Raffinerien und DeNOx-Katalysatoren für die Behandlung der Rauchgasemissionen von Wärmekraftwerken, die mit Kohle oder Schweröl betrieben werden.

Bei “VITRIFLASH” soll eine industrielle Pilotanlage zur Vitrifizierung der Rückstände aus der Rauchgasreinigung in Verbrennungsanlagen für Haushaltsabfälle erprobt werden, um die bei diesem Verfahren enstehenden Produkte anschließend zu verwerten.

Deutschland – 12 Projekte – LIFE-Förderung bis zu max. 15,3 Mio. EUR

Vier Projekte dienen dem Zweck, die Umweltfolgen von Wirtschaftstätigkeiten zu mindern, zugleich sollen bei drei dieser Vorhaben die Treibhausgasemissionen gesenkt werden.

Im Rahmen von “INSU-SHELL” werden umweltfreundliche Bauelemente für den Fassadenbau entwickelt. Dabei soll an der Fassade eines neuen öffentlichen Gebäudes, dem INNOTEX-Textilforschungszentrum an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH), der wirtschaftliche und umweltschonende Einsatz von Beton mit wärmeisolierender Textilverstärkung demonstriert werden.

Bei “INES-110” wird der Prototyp eines supraleitenden Fehlerstrombegrenzers entwickelt und erprobt, der zukünftig in den europäischen Hochspannungsleitungsnetzen (90-123 kV) und als Zwischenschritt in den Mittelspannungsnetzen (10-30 kV) zur Anwendung kommen soll.

“WINTECC” dient zur Entwicklung und Demonstration eines innovativen Zusatzantriebs für Frachtschiffe, bei dem die Windkraft mittels eines Zugdrachens genutzt wird.

“ZEMSHIPS” ist eine deutsch-tschechische Projektpartnerschaft zur Entwicklung des ersten durch eine wasserstoffgespeiste Brennstoffzelle angetriebenen Fahrgastschiffes (mit einer Beförderungskapazität von rund 100 Passagieren). Das abgasemissionsfreie System wird in der Alsterschifffahrt in Hamburg erprobt.

Drei Projekte sind Fragen der Wasserwirtschaft gewidmet.

“FLOODSCAN” beabsichtigt, eine neue Technologie zu entwickeln, die im Rahmen der Bewirtschaftung von Wassereinzugsgebieten eine schnelle, genaue und kosteneffiziente hydraulische Modellierung für Hochwasserschutz und -bekämpfung ermöglicht.

“IWPM” soll demonstrieren, wie durch ein innovatives System zur stärkeren Integration zwischen den Kläranlagen und durch verbesserte Technologien zur Abwasserbehandlung die Qualität der geklärten Abwässer erhöht und zugleich die anfallenden Kosten gesenkt werden können.

“Moveable HEPP” plant die Entwicklung einer ortsveränderlichen Wasserkraftanlage zur Stromgewinnung an der Kinzig, einem Nebenfluss des Rheins. Gezeigt werden mit dem Vorhaben sowohl die optimierte Nutzung der Wasserkraft als auch bedeutende ökologische Verbesserungen für den Fluss, und hier insbesondere die Lachswanderung.

Vier Projekte fallen in den Bereich der Abfallwirtschaft.

Mit “LOTECOTEC” soll die Niedertemperaturkonversion als effiziente Alternative der umweltschonenden Entsorgung und Verwertung von Klärschlamm aus Abwasserkläranlagen demonstriert werden.

“CONWASTE” befasst sich mit der Abfallkonversion zwecks Verwendung zur Versiegelung und Abdeckung ehemaliger Industriedeponien. Mit dem Pilotprojekt soll die Machbarkeit dieses Verfahrens auf dem Gelände von zwei Deponien in Leuna und Schkopau erprobt werden.

“SLUDGE2ENERGY” will zeigen, wie in Abwasserkläranlagen eine dezentralisierte Verwertung von Klärschlamm zur effizienten Energiegewinnung möglich ist. Eine Demonstrationsanlage hierzu wird im Klärwerk der Stadt Straubing eingerichtet.

Bei “PVClean” schließlich soll der Frischwasserbedarf für die Suspensionspolymerisation reduziert werden, indem ein innovatives Filtrierungsverfahren für das bei der Herstellung von S-PVC anfallende Prozesswasser angewendet wird.

Das Projekt “PARFUM” befasst sich seinerseits mit den Auswirkungen schwerer Nutzfahrzeuge des Güter- und Personenverkehrs auf die Luftqualität in der städtischen Umwelt. Technologische Neuerungen und umweltpolitische Maßnahmen, die auf eine Verringerung der durch den städtischen Verkehr bedingten Luftverschmutzung (insbesondere der Partikelbelastung) abzielen, werden im Zuge des Vorhabens einem Alltagstest unterzogen.

Griechenland – 1 Projekt – LIFE-Förderung bis zu max. 0,93 Mio. EUR

Das Projekt “GREEN BANKING 4 LIFE” beleuchtet die Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen des Finanzsektors. Dabei wollen der begünstigte Projektträger, eine griechische Bank, und ihre Beteiligungsunternehmen u.a. ökologische Finanzprodukte entwickeln. Darüber hinaus wird für die Zweigniederlassungen der Bank ein Leitfaden für einen bewussteren Ressourcenverbrauch und geringere CO2-Emissionen aufgelegt, so dass dort Strom- und Wasserverbrauch verringert sowie Recycling und die Verwendung von Ökoprodukten gefördert werden.

Irland – 1 Projekt – LIFE-Förderung bis zu max. 0,95 Mio. EUR

“CleanWood” ist ein Projekt in der Abfallwirtschaft. Aufgezeigt werden sollen der ökologische Nutzen und die Wettbewerbsvorteile einer Aufbereitung von "verschmutztem" Abfallholz. Von diesem kontaminierten Holz, das ursprünglich für Verpackungszwecke diente oder aber im Bausektor als Verschalungsholz genutzt wurde oder beim Gebäudeabriss anfällt, können nach Beseitigung aller Fremdmaterialien bis zu 80% verwertet werden.

Italien – 7 Projekte – LIFE-Förderung bis zu max. 7,2 Mio. EUR

Drei Projekte arbeiten darauf hin, die Umweltfolgen von Wirtschaftstätigkeiten zu mindern:

Das Projekt “VOICE” (Vegetable Oil Initiative for a Cleaner Environment) stellt eine Initiative für eine sauberere Umwelt dank der Verwendung von Pflanzenöl für technische Zwecke dar. Demonstriert werden soll, wie sich die Treibhausgasemissionen senken lassen, indem reines Pflanzenöl zur dezentralisierten Energiegewinnung und als Treibstoff für Kraftfahrzeuge eingesetzt wird.

“Seq-Cure” zielt ebenfalls auf eine Verminderung der Treibhausgasemissionen ab. Gezeigt werden soll vor allem, wie sich organische Rückstände (Klärschlamm, Gülle usw.) in der Landwirtschaft zur Erzeugung von pflanzlicher Biomasse verwenden lassen, die dann zur Gewinnung erneuerbarer Ernergie dienen kann.

Bei “MEIGLASS” geht es darum, die Umweltauswirkungen des Glasrecyclings und der Herstellung von Glasbehältnissen zu verringern.

Zur Schonung der Umwelt wie auch zur Erhöhung der Kosteneffizienz wird im Zuge des Vorhabens eine innovative Verfahrenstechnik erprobt, bei der ein ausgeklügeltes Behandlungsvefahren für natürliche Mineralien auf Bruchglas oder Abfallglass für Recyclingzwecke übertragen wird.

Zwei Projekte sind auf die Abfallvermeidung ausgerichtet:

“FFR” (Forget Fibreglass Reinforced) dient der Konzeption und Entwicklung von recyclingfähigen Polymeren, die eine umweltverträglichere Alternative zur Verwendung von glasfaserverstärktem Kunststoff für die Herstellung von Großbehältern (Vorrats- und Sammeltanks) bilden sollen.

“UME” (Ultrasound Micro-cut Eco-sustainable) bemüht sich darum, die beim nassen Schneiden und Schleifen von Keramikfliesen und Natursteinplatten derzeit anfallenden Schlämme und auch den hohen Wasserverbrauch zu vermeiden, indem ein umweltfreundlicheres innovatives Mikroschnittverfahren entwickelt wird, das sich Ultraschall und Trockenbruch zunutze macht.

Zwei weitere Projekte sind im Bereich der Wasserwirtschaft angesiedelt:

Mit dem “ASAP”-Projekt soll in der Stadt Pisa ein Konzept zur Verminderung des Risikos von Beinträchtigungen der Grundwasserqualität ausgearbeitet und umgesetzt werden. Durch Verbesserung des Zustands des Wasserversorgungsnetzes und Förderung eines verantwortungsvollen Wasserverbrauchs sollen die Grundwasserleiter wiederaufgefüllt und kann der Gefahr von Verschmutzungen des Grundwassers entgegengewirkt werden.

Bei “Kolisoon” kommt eine neue Analysemethode zum Nachweis einer Belastung von Abwassereinleitungen mit dem Bakterium E. coli zur Anwendung, die schnelle Analyseergebnisse innerhalb einer Stunde liefert. Auf Basis dieser neuen Analysemethode soll im Rahmen des Vorhabens eine automatisierte Frühwarnanlage mit Online-Anzeige der festgestellten E. coli-Belastung entwickelt und erprobt werden, deren Technologie nach erfolgreichem Test weiter verbreitet werden kann.

Luxemburg – 2 Projekte – LIFE-Förderung bis zu max. 5,2 Mio. EUR

Zweck der beiden folgenden Projekte ist eine Verringerung der Umweltfolgen von Wirtschaftstätigkeiten und ein Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen.

“EFFERNERGY” will die Energieeffizienz bestehender Gebäude steigern und hierzu die Möglichkeiten des Einbaus von zwei neuen Isolationsmembranen demonstrieren. Die erste Membran, die sowohl zur Minderung von Wärmeverlusten durch Abstrahlung wie auch als Witterungsschutz dient, kann in die Dächer und Außenwände von Gebäuden eingebaut werden, um deren Wärmeisolierung zu verbessern. Die zweite, relativ leicht zu installierende Membran kann innerhalb der Gebäude in Wände, Fußböden und Decken eingebaut werden und führt aufgrund ihrer thermoregulierenden Eigenschaften zu einem erheblich geringeren Energieverbrauch für Heizung und Kühlung.

Bei “BIO TYRE” wird ein umweltfreundlicherer Reifen getestet, der durch seine neuartige Reifenstruktur einen um 30% niedrigeren Rollwiderstand bietet und zu dessen Herstellung Öko-Bindemittel aus erneuerbaren Rohstoffen verwendet werden.

Niederlande – 3 Projekte – LIFE-Förderung bis zu max. 3,4 Mio. EUR

Das Projekt “WET” (Wastewater and Effluent Treatment) befasst sich mit der Beseitigung der in der EU-Wasserrahmenrichtlinie als prioritär aufgeführten Schadstoffe aus den Abwässern in städtischen Kläranlagen.

Die nach den derzeit gängigen Verfahren geklärten Abwässer, die immer noch belastet sind, werden zu diesem Zweck einer innovativen Nachbehandlung in einer Demonstrationsanlage mit realer Kapazitätsauslegung unterzogen. Ziel ist es, die Qualitätsvorgaben der Wasserrahmenrichtlinie bereits mehrere Jahre vor dem Termin 2015 zu erreichen.

Beim “Brine Recovery”-Projekt sollen in der Polycarbonatherstellung erhebliche Rohstoff- und Energieeinsparungen durch die Wiederverwendung von wässriger Salzlösung zur Chlorgewinnung durch Elektrolyse erzielt werden. Diese neue Technologie wird erstmals in einer Versuchsanlage von realer Kapazität in Bergen op Zoom angewendet.

“Green Bearings” will das ökologische Potenzial einiger Arten von Lagerkonstruktionen aufzeigen, die unter strategischen Gesichtspunkten ausgewählt wurden und innovative Technologien zur Anwendung bringen. Die Demonstrationen werden auf Prüfständen, in Kundenanwendungen wie auch über virtuelle Medien stattfinden.

Spanien – 4 Projekte – LIFE-Förderung bis zu max. 5,1 Mio. EUR

Zwei Projekte beschäftigen sich mit der Minderung der Umweltfolgen von Wirtschaftstätigkeiten.

Beim “ES-WAMAR”-Projekt geht es darum, die in der Schweineintensivhaltung anfallenden Güllemengen umweltfreundlicher zu bewirtschaften und zu diesem Zweck ein integriertes Bewirtschaftungskonzept für die drei Standorte Tauste, Maestrazgo und Peñarroya in der Region Aragón zu entwickeln und umzusetzen.

Das “BioSOFC”-Projekt will an vier unterschiedlichen Anlagenstandorten die Energieeinsparungen sowie die weiteren ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile einer Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage demonstrieren, bei der zwei durch Biogas gespeiste Hochtemperatur-Brennstoffzellen mit oxidkeramischem Elektrolyt (Solid Oxide Fuel Cells - SOFC) eine Leistung von jeweils 5 kW erbringen.

Das als Energieträger verwendete Biogas wird durch anaerobe Vergärung organischer Abfälle gewonnen, die in einem Schlachtbetrieb und verschiedenen Deponien anfallen.

Zwei Projekte beziehen sich auf die Abfallbewirtschaftung.

“ReLiStoP” zielt darauf ab, bei der Herstellung von Kunststein für Zierzwecke im Bau- und Keramiksektor wegen der damit verbundenen Umweltverschmutzung auf die Verwendung von Polyesterharzen und toxischen Lösungsmitteln zu verzichten und diese durch umweltverträgliche natürliche Rohstoffe zu ersetzen.

“CLEAN” will in industrieller Größenordnung zeigen, wie sich auch die Laminatbeschichtung gebrauchter Getränkekartons umweltfreundlich recyclen lässt, indem der Kunststoff Polyethylen zur Energiegewinnung und das Aluminium als Bauxitersatz genutzt werden.

Schweden – 1 Projekt – LIFE-Förderung bis zu max. 1,2 Mio. EUR

Im Rahmen des “BIOAGRO”-Projekts wird mit dem Ziel, die Treibhausgasemissionen zu senken und zugleich Abfälle aus der Landwirtschaft zu verwerten, ein innovatives Verfahren entwickelt, beim dem aus Getreide, Getreideabfällen, Pflanzensamen und Gras ein hochwertiger landwirtschaftlicher Brennstoff in Pelletform erzeugt wird.

Verein. Königreich – 2 Projekte – LIFE-Förderung max. 2,4 Mio. EUR

Die beiden folgenden Projekte werden auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft durchgeführt.

Das Projekt “MR MoToWFO” dient dazu, bei der Planung und Bewirtschaftung von durch Dammrückbau in gezeitenabhängigen Flußmündungen wiederhergestellten Überschwemmungsflächen, die zunehmend einen wichtigen Bestandteil nachhaltiger Hochwasserschutzstrategien bilden, grundlegende Aspekte zu berücksichtigen, die sich aus den Zielen der EU-Wasserrahmenrichtlinie ergeben.

Mit dem Projekt “Bringing the OpenMI-Life” wird ebenfalls ein Beitrag zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie geleistet. Das Vorhaben soll einen integrierten Ansatz für die Wasserwirtschaft ermöglichen, indem zur Vorhersage der in Wassereinzugsgebieten ablaufenden Vorgänge ein innovatives offenes Modellierungs-Interface (OpenMI) und seine Software-Umgebung unter realen Alltagsbedingungen erprobt werden.


[1] Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik.


Side Bar

Mon compte

Gérez vos recherches et notifications par email


Aidez-nous à améliorer ce site