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LIFE-Natur 2006: EU-Kommission fördert 61 Naturschutzprojekte in 20 Ländern mit mehr als 70 Mio. EUR

European Commission - IP/06/1428   19/10/2006

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IP/06/1428

Brüssel, im 19. Oktober 2006

LIFE-Natur 2006: EU-Kommission fördert 61 Naturschutzprojekte in 20 Ländern mit mehr als 70 Mio. EUR

Die Europäische Kommission hat im Rahmen des Programms LIFE-Natur 2006 die Finanzierung von 61 Naturschutzprojekten in 20 Mitgliedstaaten genehmigt. Die Projekte haben die Wiederherstellung von Naturschutzgebieten mit ihrer Pflanzen- und Tierwelt, die Schaffung nachhaltiger Bewirtschaftungsstrukturen sowie die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und eine verstärkte Zusammenarbeit mit Interessengruppen zum Ziel. Sie tragen so weiter zum Schutz der Artenvielfalt in Europa und besonders zur Verbesserung des EU-weiten Netzes geschützter Gebiete „Natura 2000“ bei. Ausgewählt wurden Projekte in Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Lettland, Malta, den Niederlanden, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn und dem Vereinigten Königreich. Die Gesamtinvestitionen für alle Projekte belaufen sich auf 141,6 Mio. EUR, wovon die Europäische Union 70,1 Mio. EUR bereitstellt.

Die Kommission erhielt von Umweltschutzverbänden, Behörden, Nichtregierungsorganisationen und anderen Vereinigungen 228 Vorschläge für Förderprojekte im Rahmen des Programms LIFE-Natur. Von den 61 Projekten, die die Kommission ausgewählt hat, werden 16 von mindestens zwei Ländern durchgeführt.

Das Ziel der meisten Projekte besteht in der Wiederherstellung von einzelnen oder mehreren netzförmig zusammenhängenden Natura-2000-Schutzgebieten, in der Entwicklung und Durchführung von Bewirtschaftungsplänen, in der Verbesserung von Wasserläufen, in der Schaffung der Grundlagen für eine langfristigen Bewirtschaftung von Schutzgebieten sowie in der Beseitigung nicht heimischer Arten. Mehrere Projekte zielen darauf, den Erhaltungsstatus von besonders gefährdeten wild lebenden Arten zu verbessern.

Natura 2000 ist ein EU-weites Netz ausgewiesener Naturschutzgebiete. Es wurde im Rahmen der EU-Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie[1] (FFH-Richtlinie) festgelegt und enthält auch in der Vogelschutzrichtlinie[2] ausgewiesene Gebiete. Insgesamt umfasst dieses Netz mehr als 20 000 Schutzgebiete und nimmt fast 20 % der Fläche der EU ein. Natura 2000 ist der Eckpfeiler der EU-Politik zum Schutz der Artenvielfalt in Europa.

Das Programm LIFE

LIFE ist das Finanzierungsinstrument der Europäischen Union, über das finanzielle Zuschüsse an Umwelt- und Naturschutzprojekte in der gesamten EU und in einigen Kandidaten-, Beitritts- und Nachbarländern vergeben werden. Seit 1992 wurden durch LIFE ca. 2 750 Projekte kofinanziert, d.h. etwa 1,35 Mrd. EUR kamen dem Schutz der Umwelt zugute.

Mit LIFE-Natur wird gezielt die Umsetzung der Vogelschutz- und der FFH-Richtlinie und insbesondere der Aufbau des Europäischen Netzes geschützter Lebensräume Natura 2000 gefördert. Der Schwerpunkt der beiden anderen Komponenten dieses Programms, LIFE-Umwelt und LIFE-Drittländer, liegt auf innovativen Umwelttechnologien bzw. auf dem Kapazitätsaufbau beim Umweltschutz in den Mittelmeer- und Ostseeanrainerstaaten. Zu Projekten, die im Rahmen von LIFE-Umwelt und LIFE-Drittländer unterstützt werden, siehe die Pressemitteilungen IP/06/1429 und IP/06/1430

LIFE+

Das derzeitige LIFE-Programm („LIFE III“) läuft Ende 2006 aus. Daran schließt sich ein neues Programm „LIFE+“ von 2007 bis 2013 an, für das Haushaltsmittel von etwa 2,1 Mrd. EUR bereitgestellt werden. Der Vorschlag für LIFE+ wird derzeit in zweiter Lesung im Europäischen Parlament erörtert.

Weitere Informationen

Eine Zusammenfassung der durch LIFE-Natur finanzierten Projekte findet sich im Anhang. Weitere Einzelheiten zu den einzelnen Projekten sind zu finden auf:

http://ec.europa.eu/environment/life/infoproducts/lifenatcompilation_06.pdf und http://ec.europa.eu/environment/life/project/index.htm.

Informationen zu NATURA 2000 enthält:

http://ec.europa.eu/environment/nature/home.htm

ANHANG

Übersicht der LIFE-Natur-Projekte 2006 in den einzelnen Ländern

Österreich - 3 Projekte - Höchstbeteiligung aus LIFE: 2,4 Mio. EUR

Das erste Projekt dient der Verbesserung des Erhaltungsstatus der offenen Trockenrasenflächen am Bisamberg bei Wien. Mit dem Projekt sollen die naturnahen Trocken- und Steppenrasen sowie die Wälder der pannonischen Zerreiche erhalten und restauriert werden. Die wichtigsten Tierarten, denen das Projekt zugute kommen soll, sind der Neuntöter (Lanius collurio), die Heidelerche (Lullula arborea) und die Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) sowie der Europäische Ziesel (Spermophilus citellus).

Ein zweites Projekt in einem Natura-2000-Schutzgebiet bei Salzburg soll den Erhaltungsstatus von Moorwiesen und der dort lebenden gefährdeten Schmetterlingsarten wie Kleiner Maivogel (Euphydryas maturna) und Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) verbessern. Zu den wesentlichen Maßnahmen gehören die Pflege der Moorwiesen, die Entwicklung strukturierter Waldränder und die Rodung von Buschholz in den Moorwiesen.

Das dritte Projekt knüpft an das frühere LIFE-Natur-Projekt „Auenverbund Obere Drau“ an, das 2003 erfolgreich abgeschlossen wurde. Mit dem neuen Projekt sollen die natürlichen Uferlebensräume (z.B. die Grauerlen-Auenwälder (Alnus incana)) auf einem Flussabschnitt von 69 km Länge revitalisiert und wiederhergestellt werden. Das Projekt sieht außerdem den Austausch grenzübergreifender Erfahrung und die Zusammenarbeit mit Kroatien und Ungarn vor.

Belgien - 7 Projekte - Höchstbeteiligung aus LIFE: 10 Mio. EUR

Das erste belgische Projekt zielt auf die Wiederherstellung natürlicher Lebensräume (v. a. Vegetation von Sanddünen und Dünenheide der Inlandsdünen auf dem belgischen Festland und der oligotrophen und mesotrophen Seen) im flämischen Tieflandschutzgebiet Averbode Bos en Heide.

Die Hauptziele des zweiten Projekts sind der Schutz, die Erholung und die Entwicklung mehrerer Lebensraumarten (einschließlich Auenwälder und Binnendünen) und der dort lebenden Tierarten im Natura-2000-Schutzgebiet Stropers. Die vorgeschlagenen wasserbaulichen Maßnahmen führen zur Ausdehnung des prioritären Lebensraumtyps des mesotrophischen Erlensumpfwalds.

Das dritte Projekt ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen einer Nichtregierungsorganisation und zwei öffentlichen Einrichtungen mit dem Ziel, die natürlichen Lebensräume, namentlich Borstgrasrasen, trockene Sandheide und Dünen, im so genannten Vennengebied bei Turnhout großflächig wiederherzustellen.

Das vierte Projekt ist grenzübergreifend und dient der Wiederherstellung und Erhaltung der Heide- und Binnendünenlandschaft im Gebiet De Zoom Kalmhoutse Heide, das sich über die niederländisch-belgische Grenze erstreckt.

Hauptziel des fünften Projekts sind die Wiederherstellung und Erhaltung der natürlichen Lebensräume der Küstendünen und Salzmarschen des Dünengebiets ´t Zwin an der belgischen Küste.

Das sechste und größte belgische Projekt in diesem Jahr wird auf der Hochebene Hohes Venn (Hautes-Fagnes) in den Ardennen durchgeführt. Unter anderem sollen Torf- und Feuchtgebiete mit einer Fläche von 1400 ha reaktiviert, auf einer Fläche von 630 ha die Fichtenwälder zugunsten natürlicher Lebensräume abgeholzt und auf einer Fläche von 400 ha Eichen- und Birkenwälder regeneriert werden.

Mit dem siebten Projekt soll die Zahl der Fledermäuse in Flandern deutlich angehoben werden. Zielarten sind unter anderem die Teichfledermaus (Myotis dasycneme), die Wimperfledermaus (Myotis emarginatus) und die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii).

Tschechische Republik - 1 Projekt - Höchstbeteiligung aus LIFE: 0,7 Mio. EUR

Ziele des Projekts sind die Restaurierung und Erhaltung von acht Flusslebensräumen im Einzugsgebiet des Flusses Morávka an den beiden Gebieten von gemeinschaftlichem Interesse im mährischen Teil der Tschechischen Republik. Die größte Bedrohung geht vom nicht heimischen Japanischen Knöterich (Reynoutria spp.) aus. Mit dem Projekt soll eine effiziente Methode für seine Ausrottung gefunden werden.

Dänemark - 2 Projekte - Höchstbeteiligung aus LIFE: 3,1 Mio. EUR

Mit dem ersten Projekt soll der günstige Erhaltungsstatus des Lebensraums zweier bedrohter Wiesenvogelarten, des Alpenstrandläufers (Calidris alpina schinzii) und des Kampfläufers (Philomachus pugnax), in vier wichtigen Schutzgebieten wieder hergestellt und erhalten werden. Zu diesem Zweck soll durch die Rodung von Bäumen, Sträuchern und Schilf sowie durch eine geeignete Beweidungsregelung der Wasserhaushalt verbessert werden.

Hauptziel des zweiten Projekts ist es, den günstigen Erhaltungszustand der Riffe in der offenen See bei Læsø Trindel und Tønneberg Banke im Kattegat einen günstigen Erhaltungsstatus zu wahren bzw. herzustellen.

Finnland - 2 Projekte - Höchstbeteiligung aus LIFE: 2,6 Mio. EUR

Das erste Projekt dient der Verbesserung des Erhaltungsstatus des Aapa-Moors und der dort lebenden vielfältigen Vogelwelt in den drei Natura-2000-Schutzgebieten der lappländischen Gemeinde Pelkosenniemi (Kemihaaran-Moor, Luiron-Moor und Pyhä-Luosto).

Mit dem zweiten Projekt soll der Erhaltungsstatus von Feucht-, Wiesen- und Waldgebieten und ihrer bedrohten Vogelwelt in acht Natura-2000-Gebieten am Fluss Kokemäenjoki in Südwest-Finnland verbessert werden.

Frankreich - 5 Projekte - Höchstbeteiligung aus LIFE: 2,6 Mio. EUR

Ziel des ersten Projekts ist es, zwei gefährdete endemische Pflanzenarten im Seine-Tal (Haute-Normandie) zu erhalten. Das Steifhaarige Veilchen (Viola hispida) und die Pariser Brillenschote (Biscutella neustriaca) kommen lediglich in zwei Natura-2000-Gebieten mit einer Fläche von 130 ha vor und sind vom Aussterben bedroht.

Im Mittelpunkt des zweiten Projekts stehen der Schutz und die Bewirtschaftung gefährdeter Lebensräume und Arten in den Wäldern am Unterlauf der Lauter und in den Mittelvogesen.

Das dritte Projekt dient der Erhaltung und Wiederherstellung des Lebensraumes der französischen Population der gefährdeten Wiesenotter (Vipera ursinii). Außerdem soll ein europäisches Sachverständigennetzwerk (mit Beteiligung von Frankreich, Griechenland, Ungarn und Rumänien) aufgebaut werden.

Ziel des vierten Projekts sind die Schutz- und Pflegemaßnahmen für ein 2500 ha großes Dünengebiet zwischen Gâvres und Quiberon in der Bretagne, das ein 1000 ha großes prioritäres Graudünengebiet einschließt.

Das fünfte Projekt zielt auf den Schutz und die Wiederherstellung von Teilen der Sumpflandschaft bei Rochefort an der Atlantikküste. Die Maßnahmen umfassen die Wasser- und Umweltwirtschaft in einem 225 ha großen Feuchtwiesengebiet und den Erwerb eines 15 ha großen Feuchtwaldgebiets zu dessen Erhaltung.

Deutschland - 4 Projekte - Höchstbeteiligung aus LIFE: 5,3 Mio. EUR

Das erste Projekt dient der Entwicklung und Optimierung der Lebensräume in Mähwiesen, Wäldern mit lebenden Hochmooren und Auenwäldern, insbesondere der prioritären Lebensraumarten, um den Rohrhardsberg (Schwarzwald). Außerdem sollen lebensfähige Populationen von Arten wie Auerhuhn (Tetrao urogallus) und Haselhuhn (Bonasa bonasia) aufgebaut werden.

Im Rahmen des zweiten Projekts soll der Rhein wieder mit der gefährdeten Fischart Maifisch oder Alse (Alosa alosa) besetzt werden (Niederlande, Deutschland und Frankreich).

Das dritte Projekt wird in drei Vogelschutzgebieten besonderer Bedeutung (im Rahmen der Vogelschutzrichtlinie) durchgeführt, die Teil eines der größten offenen Feuchtgebiete Mitteleuropas, dem Donauried, sind. Mit dem Projekt soll der Erhaltungsstatus typischer Vogelarten wie der Rohrdommel (Botaurus stellaris), des Weißstorchs (Ciconia ciconia), des Wachtelkönigs (Crex crex) und des Tüpfelsumpfhuhns (Porzana porzana) verbessert werden.

Das vierte Projekt wird in Zusammenarbeit von Luxemburg, Belgien und Deutschland durchgeführt und dient dem Schutz und der Regenerierung der artenreichen Borstgrasrasen. Es sieht die Durchführung von Bewirtschaftungsplänen in 32 Projektgebieten vor.

Ungarn - 4 Projekte - Höchstbeteiligung aus LIFE: 4,4 Mio. EUR

Das erste Projekt zielt auf den Schutz von Populationen des gefährdeten Saker- oder Würgfalken (Falco cherrug) in den Karpaten (Ungarn und Slowakei). Die Maßnahmen umfassen insbesondere den Schutz von Nistplätzen und die Schaffung geeigneter Lebensräume für sein Hauptbeutetier, den Europäischen Ziesel (Spermophilus citellus).

Gegenstand des zweiten Projekts sind der Langzeitschutz und die Wiederherstellung der natürlichen Lebensräume der Eichen-Steppenwälder und der pannonischen Sandsteppen im Natura-2000-Schutzgebiet Nagykörösi pusztai tölgyesek.

Ziel des dritten Projekts sind die Restaurierung und Bewirtschaftung der Feuchtgebiete in der Wiesenlandschaft Felsö-Kongó.

Das vierte Projekt zielt auf den Schutz und die Stabilisierung einer gefährdeten, pannonischen, endemischen und äußerst seltenen Nelkenart (Dianthus diutinus) an ihren drei europäischen Verbreitungsgebieten, die sich alle in Ungarn befinden. Die Schutzmaßnahmen umfassen eine Waldumstrukturierung, die Wiederherstellung des natürlichen Grünlands und die Schaffung von Querverbindungen zwischen den Populationen, um den Genfluss und die Vielfalt zu steigern.

Italien - 4 Projekte - Höchstbeteiligung aus LIFE: 3,3 Mio. EUR

Das erste Projekt zielt auf die Erhaltung gefährdeter Greifvögel - insbesondere Rötelfalke (Falco naumanni), Lannerfalke (Falco biarmicus), Schmutzgeier (Neophron percnopterus) und Uhu (Bubo bubo) - im Vogelschutzgebiet besonderer Bedeutung „Promontorio del Gargano“ in der Provinz Foggia. Die Hauptmaßnahmen sind der Schutz ihrer bedrohten Nistplätze und die Verbesserung ihrer natürlichen Futterversorgung.

Das zweite Projekt dient der Erhaltung von neun Natura-2000-Gebieten in Latium und Kalabrien durch die Restaurierung von natürlichen Meereslebensräumen (vor allem Posidonia-Matten) und Küstendünen.

Das Ziel des dritten Projekts besteht im Schutz und in der Wiederherstellung der Kalkmoore in drei Natura-2000-Gebieten in der Ebene von Friaul. Zu diesem Zweck werden Bewirtschaftungspläne durchgeführt, die natürlichen Lebensräume reaktiviert und mehrere Pflanzenarten geschützt.

Hauptziel des vierten Projekts ist die Schaffung eines Netzes von Vogelschutzgebieten besonderer Bedeutung und Gebieten mit gemeinschaftlicher Bedeutung in den Nationalparks Cilento und Vallo de Diano. Dies soll durch die Durchführung und offizielle Verabschiedung von 16 Bewirtschaftungsplänen für 29 Natura-2000-Gebiete erreicht werden. Das Projekt sieht außerdem vor, die Birkenwälder mit Eiben (Taxus) und Stechpalmen (Ilex) wiederherzustellen und Störungen durch Fahrzeuge in den Küstendünen zu verringern.

Lettland - 2 Projekte - Höchstbeteiligung aus LIFE: 0,81 Mio. EUR

Zielgebiet des ersten Projekts ist das Truppenübungsgebiet Adazi, die größte militärische Ausbildungsstätte in den Ostseestaaten. Der größte Teil dieses Gebiets ist als Natura-2000-Gebiet ausgewiesen. Das Hauptziel besteht darin, Umweltschutz und die Nutzung des Geländes als Truppenübungsplatz in Einklang zu bringen sowie den günstigen Erhaltungsstatus der natürlichen Lebensräume des Gebiets wiederherzustellen.

Im Mittelpunkt des zweiten Projekts steht die nachhaltige Bewirtschaftung von ökologisch wertvollen Lebensräumen, vor allem das natürliche und naturnahe Grasland und die Wälder sowie die Fließgewässer und Seen im Natura-2000-Gebiet Vestiena.

Malta - 1 Projekt - Höchstbeteiligung aus LIFE: 0,46 Mio. EUR

Ziel des ersten maltesischen LIFE-Natur-Projekts ist der Schutz der größten Kolonie von Schwarzschnabel-Sturmtauchern (Puffinus yelkouan) im Natura-2000-Gebiet Rdum tal-Madonna.

Die Niederlande - 8 Projekte - Höchstbeteiligung aus LIFE: 9,2 Mio. EUR

Das erste Projekt dient der Wiederherstellung einer Vielfalt von Feuchtgebieten (Brackwassermarschen, flache Bäche und Buchten, Wiesen) und damit der Vergrößerung des geeigneten Lebensraum für die gefährdete Nordische Wühlmaus oder Sumpfmaus (Microtus oeconomus). Außerdem wird die Rückkehr von Sumpfvögeln wie Watvögeln, Seeschwalben und Löfflern erwartet.

Das zweite Projekt sieht den Schutz, die Wiederherstellung und die Entwicklung des für Vögel sehr wichtigen Marschgebiets De Zouweboezem in Südholland vor. Hauptziel ist es, den hohen biologischen Wert zu erhalten und die Brutmöglichkeiten und das Futterangebot für alle Sumpfvögel, besonders aber den Purpurreiher (Ardea purpurea), zu verbessern.

Das dritte Projekt dient dem Schutz und der Wiederherstellung der Niedermoore Wieden und Weeribben, eines der bedeutendsten Feuchtgebiet-Ökosysteme Westeuropas. Mit dem Projekt sollen mehr offene Wasserflächen geschaffen, Schwingmoore wiederhergestellt und Röhrichte verbessert werden.

Das vierte niederländische Projekt sieht den Schutz, die Wiederherstellung und die Erweiterung des aktiven Hochmoors im Natura-2000-Gebiet Engbertsdijksvenen vor.

Das fünfte niederländische Projekt zielt auf die Wiederherstellung der natürlichen Brackwasser-Lebensräume im Natura-2000-Gebiet Westzaan polder. Dies soll namentlich dadurch erreicht werden, dass die Salzwasserströme in das Gebiet wiederhergestellt werden.

Mit dem sechsten Projekt sollen die Salzmarschen an der Ostschelde wiederhergestellt werden, indem das Einströmen der Gezeiten wieder ermöglicht wird.

Ziel des sechsten Projekts ist es, acht gefährdeten Fischarten in der Rur den Weg zu ihren ursprünglichen Laichplätzen frei zu machen. Zu diesem Zweck werden Fischtreppen gebaut und Flussbauwerke so verändert, dass die Fische sie passieren können.

Das achte Projekt schließlich dient der Schaffung eines ökologischen Netzes aus drei Natura-2000-Gebieten auf der Insel Hoeksche Waard, die durch ökologische Korridore verbunden werden sollen, um den Erhaltungsstatus der gefährdeten Nordischen Wühlmaus zu verbessern.

Polen - 2 Projekte - Höchstbeteiligung aus LIFE: 1,6 Mio. EUR

Hauptziel des ersten Projekts ist eine neue Strategie für den nachhaltigen Schutz des Wisents (Bison bonasus) im Urwaldgebiet von Białowieża. Zu diesem Zweck werden Maßnahmen zur Wiederherstellung des Lebensraums getroffen, die u. a. das Anlegen von Korridoren, die Verlegung von Winterfütterungsplätzen und den Bau von Wasserstellen umfassen.

Im Mittelpunkt des zweiten Projekts steht die Bewirtschaftung von vier Natura-2000-Gebieten in Mittel- und Ostpolen und die Wiederherstellung von Feuchtwiesen für sechs gefährdete Schmetterlingsarten.

Portugal - 4 Projekte - Höchstbeteiligung aus LIFE: 3,8 Mio. EUR

Das Ziel des ersten Projekts besteht darin, den Kapverdensturmvogel (Pterodroma feae) zu schützen und einen stabilen und selbsttragenden Erhaltungsstatus zu wahren. Bis zu 90 % der Brutpopulation (zwischen 180 und 250 Paare) dieser gefährdeten, seltenen Seevogelart brüten in einer zwei Hektar großen Kolonie auf den Desertas-Inseln, die zur Inselgruppe Madeira gehören.

Mit dem zweiten Projekt sollen die wichtigsten Lebensräume des äußerst gefährdeten Iberischen Luchses im Natura-2000-Gebiet Moura/Barrancos wiederhergestellt und erhalten werden. Der Iberische Luchs gilt als eine der seltensten Katzenarten der Welt. Sein Lebensraum schrumpft ständig, und viele Luchse werden Opfer von Fallenstellern oder des Straßenverkehrs.

Das dritte Projekt zielt auf die Wiederherstellung und Bewirtschaftung von Meereslebensräumen (Seegraswiesen, Riffe und Sandbänke) im Natura-2000-Gebiet Arrábida-Espichel. Mit dem Projekt sollen verloren gegangene Seegraswiesen wiederhergestellt sowie die Riffe und Sandbänke durch die Bekämpfung illegaler Fangmethoden (z. B. Muschelbagger) und die Festlegung von Ankerplätzen aktiv bewirtschaftet werden.

Mit dem vierten Projekt soll die Habichtsadler-Population (Hieraetus fasciatus) in Südportugal erhalten und vergrößert werden. Es handelt sich hier um die einzige Baumhorstkolonie dieser Art in Europa.

Rumänien - 2 Projekte - Höchstbeteiligung aus LIFE: 0,77 Mio. EUR

Das erste Projekt wird auf der Kleinen Insel des Braila-Naturparks an der Unteren Donau durchgeführt. Die Maßnahmen umfassen die Wiederherstellung eines etwa 450 ha großen Auenwaldes, die Rodung der nicht heimischen Amorpha fruticosa auf einer Fläche von 200 ha und die Wiederherstellung eines natürlichen Wasserhaushalts auf einer Fläche von etwa 2500 ha.

Das zweite Projekt ist auf acht Inseln in der Unteren Donau im Verwaltungsbezirk Călăraşi zugeschnitten. Es dient dem Schutz und der geeigneten Bewirtschaftung einer natürlichen Aue von über 600 ha und kommt damit einigen gefährdeten Ufervogelarten zugute, die auf diesen Inseln vorkommen. Auf 30 % der Inselfläche wird die natürliche Regenerierung der Auenwälder gefördert, 16 ha werden mit einheimischen Arten bepflanzt, und es wird eine Strategie zur Förderung des Ökotourismus ausgearbeitet.

Slowenien - 2 Projekte - Höchstbeteiligung aus LIFE: 2,3 Mio. EUR

Im Mittelpunkt des ersten Projekts steht die Erhaltung der Feuchtgebiete an der Mur in zwei Natura-2000-Gebieten. Es soll unter anderem den Erhaltungsstatus eines 1200 ha großen Auenwaldes und von 20 ha Feuchtwiesen verbessern und sieht eine Reihe von Maßnahmen (Ausbaggern von Kanälen und Altarmen, Bau von Schleusen, Wiederöffnung von Seitenkanälen, Entfernen von Deckwerken usw.) vor, mit denen ein naturnäherer Wasserabfluss erreicht werden soll.

Das zweite Projekt wird am Cerknika-See (Zirknitzer See) durchgeführt, einem periodischen See, der im Winter wassergefüllt ist und im Sommer austrocknet. Ziel ist die langfristige Erhaltung der Lebensräume am See (Wiesen und Karstseen) und die Erhaltung der dort lebenden Arten durch ein extensives Programm zur Renaturierung alter Wasserläufe. Im Rahmen des Projekts werden 250 ha für den Naturschutz erworben.

Slowakei - 2 Projekte - Höchstbeteiligung aus LIFE: 1,7 Mio. EUR

Im Mittelpunkt des ersten Projekts steht die Wiederherstellung des günstigen Erhaltungszustands gefährdeter Brut- und Zugvogelarten in den Feuchtgebieten von zwei Natura-2000-Gebieten (Senné und Mezibodrozie) durch Sicherstellung eines geeigneten Wasserhaushalts an wichtigen Stellen.

Das zweite Projekt zielt auf die Erhaltung, Wiederherstellung und Bewirtschaftung der Binnendünen- und Trockenheidelandschaft des Truppenübungsplatzes von Zahorie.

Spanien - 4 Projekte - Höchstbeteiligung aus LIFE: 11,9 Mio. EUR

Das erste Projekt dient der Erholung der Populationen der endemischen La Gomera-Rieseneidechse (Gallotia bravoana) auf den Kanarischen Inseln durch Bewirtschaftung der derzeitigen Verbreitungsgebiete und Restaurierung einiger neuer Gebiete sowie durch die Verbesserung des 2001 eingeleiteten Zuchtprogramms. In den wiederhergestellten Gebieten wird ein Auswilderungsprogramm erprobt.

Das zweite Projekt dient der Erhaltung des Iberischen Luchses, der weltweit am stärksten gefährdeten Raubkatzenart. Im Mittelpunkt des Programms steht die Stabilisierung und Erhaltung bestehender Populationen, die Steigerung der Zahl der Einzeltiere, die Ausdehnung des derzeitigen Verbreitungsgebiets des Luchses und die Schaffung von Verbindungen zwischen isolierten Subpopulationen. Außerdem sieht das Projekt erstmals die Auswilderung von in Gefangenschaft aufgezogenen Tieren vor.

Das dritte Projekt sieht ein Programm für die Erholung, Bewirtschaftung und Überwachung von 35 kleinen Feuchtgebieten am Canal de Castilla (Palencia), darunter drei Vogelschutzgebiete besonderer Bedeutung und ein Schutzgebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung. Mit dem Projekt sollen im Wesentlichen die Feuchtgebiete wiederhergestellt und bewirtschaftet werden, um den Lebensraumbedarf gefährdeter Vogelarten wie der Rohrdommel (Botaurus stellaris) und des Seggenrohrsängers (Acrocephalus paludicola) zu decken.

Im Rahmen des vierten Projekts soll zusammen mit den Elektrizitätswerken geprüft werden, wie gefährliche Freileitungen in fünf Natura-2000-Vogelschutzgebieten für Vögel in der Autonomen Gemeinschaft Murcia anders gestaltet werden können.

Schweden - 1 Projekt - Höchstbeteiligung aus LIFE: 0,38 Mio. EUR

Mit diesem Projekt sollen gefährdete Sumpfwälder und kalkreiche Niedermoore bei Hejnum Kallgate, das Hauptverbreitungsgebiet des Skabiosen-Scheckenfalters und das einzige Verbreitungsgebiet der Frauenschuh-Orchidee auf Gotland, geschützt werden.

Vereinigtes Königreich - 1 Projekt - Höchstbeteiligung aus LIFE: 2,8 Mio. EUR

Ziel dieses Projekts ist die Wiederherstellung eines 3 300 ha großen aktiven Flächenmoors in zwei Natura-2000-Gebieten (Berwyn und Migneint) in Wales. U. a. sollen etwa 100 km Dränageleitungen verstopft, Bäume und Sträucher auf einer Fläche von 225 ha gerodet, ein Gebiet von 180 ha für Naturschutzzwecke erworben und invasive Rhododendren- und Fichtensämlinge auf einer Fläche von 900 ha gerodet werden.


[1] Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen.

[2] Richtlinie 79/409/EWG des Rates über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten


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