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Kommission schlägt einen mit 100 Mio. EUR ausgestatteten globalen Risikokapitalfonds zugunsten der Entwicklungsländer vor, um Energieeffizienz und erneuerbare Energien zu fördern

European Commission - IP/06/1329   06/10/2006

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IP/06/1329

Brüssel, den 6. Oktober 2006

Kommission schlägt einen mit 100 Mio. EUR ausgestatteten globalen Risikokapitalfonds zugunsten der Entwicklungsländer vor, um Energieeffizienz und erneuerbare Energien zu fördern

Die Europäische Kommission hat heute die Einrichtung eines globalen Risikokapitalfonds vorgeschlagen, um private Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energiequellen in den Entwicklungsländern und Schwellenländern zu mobilisieren. Der Globale Dachfonds für Energieeffizienz und erneuerbare Energien (GEEREF) wird den Transfer, die Entwicklung und den Einsatz umweltfreundlicher Technologien beschleunigen und damit zu einer sicheren Energieversorgung für die Menschen in den ärmeren Teilen der Welt beitragen. Zugleich werden mit diesen Projekten der Klimawandel und die Luftverschmutzung bekämpft. Die Kommission will den Fonds mit einem über die kommenden vier Jahre verteilten Beitrag von bis zu 80 Mio. EUR starten und erwartet, mithilfe weiterer öffentlicher und privater Finanzierungsquellen eine Ausstattung von mindestens 100 Mio. EUR zu erreichen. Auf diese Weise wird der Fonds zur Finanzierung von Investitionsvorhaben im Wert von bis zu 1 Mrd. EUR beitragen.

Der für Umwelt zuständige Kommissar Stavros Dimas erklärte: „Dies ist ein innovativer Mechanismus, der die Entschlossenheit der Kommission zeigt, die Entwicklungsländer bei Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu unterstützen. Der Fonds wird dazu beitragen, die weltweit 1,6 Milliarden Menschen, die keinen Zugang zu Elektrizität haben, mit sauberer, sicherer und erschwinglicher Energie zu versorgen.“ Entwicklungskommissar Louis Michel sagte: „Der fehlende Zugang zu Energie stellt für Regionen, für die sich auch der Zugang zu Kapital schwierig gestaltet, eine starke Beeinträchtigung dar. Dieser Fonds kann private Investitionen mobilisieren und besonders in Afrika zu einer echten Quelle der Entwicklung werden.“

Handlungsbedarf

Eines der Ziele der EU ist es, den weltweiten Temperaturanstieg auf nicht mehr als 2°C gegenüber den vorindustriellen Werten zu begrenzen, da bei einem stärkeren Anstieg die Folgen des Klimawandels noch weitaus gravierender ausfallen dürften. Bei einer Weiterführung der bisherigen Energiepolitik („Business-as-usual-Szenarien“) ist in den kommenden Jahrzehnten mit einer hohen Steigerung sowohl des Energieverbrauchs als auch der Treibhausgasemissionen zu rechnen. Auf einer „beschleunigten Technologie“ basierende Szenarien zeigen, dass sich der weltweite Elektrizitätsbedarf allein durch eine Verbesserung der allgemeinen Energieeffizienz um ein Drittel verringern lässt.

Darüber hinaus könnte die Zunahme des Ölbedarfs halbiert werden, wenn der Anteil erneuerbarer Energiequellen an der weltweiten Elektrizitätserzeugung von derzeit 13% auf 34% im Jahr 2050 gesteigert wird. Dadurch werden die Auswirkungen auf die Umwelt verringert und insbesondere - nach Aussage der Internationalen Energieagentur - die künftigen CO2-Emmissionsniveaus auf die derzeitigen Niveaus zurückgeführt.

Während es in erster Linie Aufgabe der Industrieländer ist, diese Änderungen herbeizuführen, werden die Verbesserung der Energieeffizienz und Initiativen für erneuerbare Energien in hohem Maße den Entwicklungsländern zugute kommen, indem die dort lebenden Menschen, die derzeit keinen Zugang zu zuverlässigen Energiequellen haben, mit sauberer und sicherer Energie versorgt werden.

Überwindung von Investitionshindernissen

Trotz sich verbessernder Aussichten gibt es bei Projekten in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien erhebliche Schwierigkeiten in Bezug auf die Mobilisierung von privaten Finanzierungsmitteln. Die Probleme sind komplex, betreffen aber in der Hauptsache das Fehlen von Risikokapital, das für Kreditgeber eine wichtige Sicherheit darstellt. Der Bedarf an Risikokapital wird für die Entwicklungs- und Schwellenländer auf 9 Mrd. EUR geschätzt, was weit über dem derzeit verfügbaren Niveau liegt. Die Mobilisierung von Finanzierungsmitteln aus dem privaten Sektor ist daher von wesentlicher Bedeutung.

Funktionsweise des GEEREF

Der GEEREF wird zur Überwindung dieser Hindernisse beitragen, indem er neue Möglichkeiten der Risikoverteilung und der Kofinanzierung bietet, um internationale und inländische gewerbliche Investitionen zu mobilisieren. Der Fonds wird in eine breite Palette von Technologien zur Energieeffizienz und zur Nutzung erneuerbarer Energien investieren. Der Schwerpunkt wird auf der Verbreitung umweltverträglicher Technologien mit nachgewiesener Erfolgsbilanz liegen.

Der GEEREF wird die Einrichtung von regionalen Unterfonds unterstützen, die auf die regionalen Bedürfnisse und Bedingungen zugeschnitten sind, und nicht selber direkt in Projekte investieren. Unterfonds sind geplant für die AKP-Region (Afrika, Karibik und Pazifischer Raum), Nordafrika, die nicht der EU angehörenden osteuropäischen Länder, Lateinamerika und Asien. Der Schwerpunkt wird auf Investitionen von unter 10 Mio. EUR liegen, da diese von gewerblichen Investoren und internationalen Finanzinstituten zumeist ignoriert werden. Kleine und mittlere Unternehmen werden Mittel zur Unternehmensfinanzierung sowie zur Finanzierung von Projekten erhalten.

Die Kommission wird im Zeitraum 2007-2010 insgesamt 80 Mio. EUR zum GEEREF beisteuern. Im kommenden Jahr erfolgt ein erster Beitrag in Höhe von 15 Mio. EUR, um die Initiative zu starten. Es wird von Finanzierungen aus öffentlichen und privaten Quellen in Höhe von anfänglich insgesamt 100 Mio. EUR ausgegangen, wodurch zusätzliches Risikokapital in Höhe von mindestens 300 Mio. EUR und längerfristig möglicherweise bis zu 1 Mrd. EUR mobilisiert werden dürfte.

Durch Investitionen am oberen Ende dieser Spannbreite könnten in den Entwicklungsländern fast 1 Gigawatt umweltverträglicher Energieleistung auf den Markt gebracht werden, wodurch 1 bis 3 Millionen Menschen nachhaltig mit Energiedienstleistungen versorgt und 1 bis 2 Millionen Tonnen an CO2-Emmissionen eingespart würden. Außerdem würden sich erhebliche positive Auswirkungen ergeben, indem die Raum- und Umgebungsluft verbessert und örtliche Unternehmen, Arbeitsplätze und Einkommen geschaffen würden.

Die nächsten Schritte

Die Kommission hat Triodos International Fund Management b.v. in Verbindung mit E+Co beauftragt, die Implementierung des GEEREF in enger Zusammenarbeit mit der Europäischen Investitionsbank, der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung und anderen interessierten Parteien zu erleichtern.

Der Rat, das Europäische Parlament und weitere Akteure sind aufgefordert, zur GEEREF-Initiative[1] Stellung zu nehmen und sich den Bemühungen der Kommission, die anfängliche Finanzierungsvorgabe bis Mitte 2007 zu erreichen, anzuschließen.


[1] Mobilisieren von öffentlichem und privatem Kapital für den weltweiten Zugang zu klimafreundlichen, erschwinglichen und sicheren Energiedienstleistungen: Der Globale Dachfonds für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. KOM(2006)583


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