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IP/06/1301

Brüssel, den 3. Oktober 2006

Europäische Kommission erteilt Auftrag im Wert von 210 Mio. € für sicheres EU-weites IT-Netz

Die Europäische Kommission hat mit dem Konsortium Equant/HP einen Vertrag für die Einrichtung einer neuen Infrastruktur (sTESTA) geschlossen, die EU-weit mehrere vorhandene Datenübertragungsnetze ersetzen soll. Damit schafft die EU ihr eigenes Telekommunikationsnetz für sensible Daten, das für den Informationsaustausch zwischen europäischen und nationalen Behörden gebraucht wird. Da die EU ein Telekommunikationsnetz braucht, das zahlreichen Interessengruppen in zahlreichen Politikbereichen dient, haben die Europäische Kommission, der Europäische Rat, Europol und die Europäische Eisenbahnagentur beschlossen, ein solches Netz gemeinsam aufzubauen. Der sTESTA-Rahmenvertrag wurde nach einer gemeinsamen Ausschreibung der beteiligten Institutionen geschlossen. Entstehen wird ein Netz, das den europäischen und nationalen Behörden einen sicheren und zuverlässigen Datenaustausch ermöglicht.

Kommissionsvizepräsident Günter Verheugen, das für Unternehmen und Industrie zuständige Kommissionsmitglied: "Diese Initiative macht die Telekommunikationsinfrastruktur der EU wesentlich leistungsfähiger. So können wir den Erfordernissen des eGovernment besser entsprechen und unsere Gesellschaft moderner und sicherer gestalten."

Kommissionsvizepräsident Franco Frattini, zuständig für Justiz, Freiheit und Sicherheit: "Hier entsteht ein äußerst zuverlässiges und sicheres Kernnetz für das neue Schengen-Informationssystem, das auch biometrische Daten überträgt und einen Verbund der verschiedenen Systeme ermöglicht. Die Zusammenarbeit zwischen nationalen und europäischen Behörden wird damit schneller und wirksamer."

sTESTA steht für "Secured Trans European Services for Telematics between Administrations" (gesicherte transeuropäische Telematikdienste für Behörden). Das Netz ist auf die Erfordernisse des Datenverkehrs zwischen Behörden zugeschnitten und bietet ein garantiertes Leistungs- und Sicherheitsniveau. Mit sTESTA lässt sich u. a. Folgendes verbessern:

sTESTA ist die Kommunikationsinfrastruktur für:

  • SIS II, das Schengen-Informationssystem der zweiten Generation, ein Datenbanksystem, das von allen EU-Mitgliedstaaten genutzt wird, um Information über die Sicherheit der Grenzen und die polizeiliche Arbeit auszutauschen,
  • EURODAC, die Datenbank in der die Fingerabdrücke von Asylbewerbern gespeichert sind,
  • VIS, das Visa-Informationssystem zur Unterbindung des "Visa-Shopping" und zur Verbesserung der Möglichkeiten, illegale Einwanderer abzuschieben.
  • TACHONET, die Kommunikationsinfrastruktur für den Austausch von Daten über LKW-Fahrtschreiberdiagramme,
  • CECIS, das europäische Kommunikations- und Informationssystem für Katastrophenfälle,
  • Europol, die Polizeibehörde der EU, die in Strafsachen ermittelt,
  • die nationalen Finanzpolizeibehörden zum Austausch von Meldungen verdächtiger Geldtransfers an die zuständigen Stellen,
  • FADO, das europäische Bildspeicherungssystem zum Austausch von Information über echte und falsche Dokumente bei der Einwanderungskontrolle und in der polizeilichen Zusammenarbeit.

Mehr zum IDABC-Programm im Internet unter
http://ec.europa.eu/idabc


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