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Brüssel, den 25. Juli 2006

Kommission beginnt öffentliche Konsultation zum Jugendschutz bei der Handybenutzung

Die Europäische Kommission hat heute eine öffentliche Konsultation eingeleitet, in der es um mögliche Gefahren für Kinder und Jugendliche im Zusammenhang mit der Benutzung von Mobiltelefonen geht. Alle Beteiligten und Betroffenen wie Jugendschutz-, Eltern- und Verbraucherverbände, Netzbetreiber, Inhalteanbieter, Handy- und Netzausrüstungshersteller sowie die Regulierungsbehörden sind nun aufgefordert, bis zum 16. Oktober 2006 dazu Stellung zu nehmen.

„Mobiltelefone gehören heute zum täglichen Leben, nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Jugendliche und zunehmend auch für jüngere Kinder. Die Mobilkommunikation bietet große Chancen für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in Europa. Gleichzeitig muss aber der Schutz der Kinder und Jugendlichen gewährleistet sein“, erklärte Viviane Reding, die für die Informationsgesellschaft und Medien zuständige EU-Kommissarin. „Aus meiner Sicht ist der Jugendschutz im Bereich des Mobilfunks eine gemeinsame Aufgabe für alle Beteiligten: Unternehmen der Branche, Jugendschutzverbände und öffentliche Stellen. Je besser die Selbstregulierung funktioniert, desto weniger muss der Staat eingreifen.“

In der neuen Konsultation, die heute von der Kommission eröffnet wurde, geht es um Inhalte und Verhaltensweisen, z. B. den Zugang zu schädlichen und illegalen Inhalten, das Tyrannisieren (z. B. Verbreitung missbräuchlicher oder bloßstellender Nachrichten oder Fotos unter Kindern), zweifelhafte Kontaktaufnahmen (z. B. wenn sich Fremde per Mobiltelefon mit Kindern „anfreunden“ wollen, um sich mit ihnen zu treffen), die Gefährdung der Privatsphäre der Kinder und die Gefahr unerwartet hoher Kosten.

In den letzten Jahren hat die Nutzung von Mobiltelefonen durch Kinder und Jugendliche ebenso wie die Leistungsfähigkeit von Handys stark zugenommen. Einer Eurobarometer-Umfrage vom Mai 2006 zufolge besitzen 70 % der jungen Europäer zwischen 12–13 Jahren sowie 23 % der Kinder zwischen 8–9 Jahren ihr eigenes Mobiltelefon. Die Geräte eignen sich heutzutage auch für Videonachrichten, Unterhaltungsdienste (Abruf von Spielen, Musik und Videos), den Internetzugang und standortbezogene Dienste.

Die zunehmende Mobilfunknutzung trägt zweifellos dazu bei, Menschen stärker in die Informationsgesellschaft einzubinden, gibt aber auch Anlass zur Sorge, beispielsweise in Bezug auf die Sicherheit von Kindern. Die heute eröffnete Konsultation dient der Erfassung von Tatsachen und von Meinungen der verschiedenen Beteiligten über die Arten von Risiken, denen Kinder bei der Nutzung der per Mobiltelefon angebotenen Inhaltedienste ausgesetzt sind, über vorhandene technische und rechtliche Lösungen und über mögliche weitere Maßnahmen, die insbesondere auf europäischer Ebene ergriffen werden sollten.

Die heute eröffnete Konsultation ist Teil eines Prozesses, der im Juni 2005 auf einer Vollversammlung des Forums „Sichereres Internet“ unter Mitwirkung von 200 Vertretern der Branche und der Kinderschutzverbände begonnen hatte. Die Kommission möchte nun eine Diskussion auf europäischer Ebene in Gang bringen, um eine Selbstregulierung aufzubauen, wie sie sich schon in einigen Mitgliedstaaten entwickelt hat. Deshalb unterstützt sie auch mehrere Initiativen, die von Mobilfunkbetreibern, nichtstaatlichen Organisationen und anderen Beteiligten ergriffen wurden.

Das Forum „Sichereres Internet“ ist Teil des Kommissionsprogramms für ein „Sichereres Internet“, das seit 1999 läuft und die Eltern und Lehrer mit entsprechenden Kenntnissen und Werkzeugen in die Lage versetzen soll, für Sicherheit im Internet zu sorgen. Mit dem laufenden Vierjahresprogramm (2005–2008), das mit Haushaltsmitteln in Höhe von 45 Mio. € ausgestattet ist, sollen illegale und schädliche Internetinhalte bekämpft werden. Das neue Programm gilt auch für andere Medien wie Videos und widmet sich dabei ausdrücklich der Bekämpfung von Rassismus und Spam.

Weitere Informationen: http://ec.europa.eu/saferinternet


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