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IP/05/968

Brüssel, den 19. Juli 2005

Die Stagnation der FuE-Intensität bedroht die wissensbasierte Wirtschaft in Europa

Heute stellt die Europäische Kommission eine neue Veröffentlichung zur Stellung Europas in den Bereichen Forschung und Entwicklung vor. Die “Key figures 2005 for science, technology and innovation” zeigen besorgniserregende Tendenzen bei Investitionen und Innovation in Europa. Die Wachstumsrate der FuE-Intensität (FuE-Ausgaben in % des BIP) ist seit dem Jahr 2000 rückläufig und liegt nunmehr nahe Null. Europa ist auf bestem Wege, das selbst gesteckte Ziel, die FuE-Ausgaben bis 2010 von 1,9 auf 3% zu erhöhen, zu verfehlen.

Das für Wissenschaft und Forschung zuständige Kommissionsmitglied Janez Potočnik erklärte: “Wir müssen dieses Alarmsignal beachten. Wenn sich die gegenwärtige Tendenz fortsetzt, wird Europa die Chance verpassen, eine der führenden wissensbasierten Wirtschaften der Welt zu werden.“

Aus den Zahlen für 2005 geht hervor, dass die FuE-Intensität der EU beinahe zum Stillstand gekommen ist. Das Wachstum der FuE-Investitionen in % des BIP hat sich seit 2000 verlangsamt und lag zwischen 2002 und 2003 bei nur 0,2%. Europa investiert einen weitaus geringeren Anteil seines Wohlstands in FuE als die USA und Japan (1,93% des BIP in der EU im Jahr 2003 gegenüber 2,59% in den USA und 3,15% in Japan). Die FuE-Intensität in China ist zwar geringer (1,31% des BIP im Jahr 2003), wuchs aber zwischen 1997 und 2002 jährlich um 10%. Falls sich diese Trends in der EU und in China fortsetzen, wird China im Jahr 2010 genausoviel für die Forschung ausgeben wie die EU – rund 2,2%.

Einer der Gründe hierfür war eine Verlangsamung der privatwirtschaftlichen FuE-Investitionen. Im Jahr 2002 war die Wachstumsrate der privaten FuE-Investitionen geringer als die des BIP, was allerdings durch einen leichten Anstieg der staatlichen sowie ausländischer Investitionen ausgeglichen wurde. Im Jahr 2002 stammten 55,6% der Inlandsaufwendungen für FuE in der EU aus der Privatwirtschaft gegenüber 63,1% in den USA und 73,9% in Japan, und dieser Anteil sinkt weiter. Falls keine Trendumkehr stattfindet, wird die EU nicht nur ihr Gesamtziel verfehlen, wonach zwei Drittel der Fu-E-Aufwendungen im Jahr 2010 von der Privatwirtschaft finanziert werden sollen, sondern die Lage wird sich weiter verschlechtern.

Die besorgniserregendste Schlussfolgerung aus diesen Zahlen ist, dass Europa weniger attraktiv für die Forschung wird. Zwischen 1997 und 2002 sind die FuE-Aufwendungen europäischer Unternehmen in den USA weitaus stärker gestiegen als die FuE-Aufwendungen amerikanischer Unternehmen in der EU (um 54% gegenüber 38%). Das Ungleichgewicht zugunsten der USA ist zwischen 1997 und 2002 um das Fünffache gewachsen, von rund €300 Mio. im Jahr 1997 auf fast €2 Mrd. im Jahr 2002. Zusätzlich sind die US-Investitionen in anderen Regionen außerhalb der EU wesentlich stärker gewachsen – rund 8% jährlich in der EU und 25% jährlich in China.

Diese Tendenzen sind besorgniserregend in Bezug auf Europas Ziel, eine der führenden wissensbasierte Wirtschaften zu werden. Die jüngste Folgenabschätzung der Europäischen Kommission hat gezeigt, dass die FuE-Investitionen auf europäischer Ebene sich positiv auf Produktivität und Wirtschaftswachstum auswirken. Aus der Studie ging ferner hervor, dass durch Investitionen auf europäischer Ebene auch erfolgreich zusätzliche Investitionen der privaten Wirtschaft mobilisiert werden können. Wenn Europa zu einem integrierten Forschungsraum werden will, in dem exzellente Forschungsarbeit geleistet wird und der in der Lage ist, Investitionen aus aller Welt anzuziehen, dann ist ein umfassendes Programm auf europäischer Ebene erforderlich, wie es die Kommission im April 2005 vorgeschlagen hat. Anderenfalls wird es in Europa weiterhin nur eine Reihe uneinheitlicher einzelstaatlicher Programme geben. Die Unternehmen werden weiterhin Forschung und Innovation auf andere Kontinente verlagern, die eine attraktive öffentliche Förderung und größere Forschungs-, Innovations- und kommerzielle Märkte bieten. Nach einer kürzlich durchgeführten Meinungsumfrage befürworten die europäischen Bürger Mehrausgaben für die Forschung auf nationaler und europäischer Ebene.

Das vollständige Dokument findet sich unter: www.cordis.lu/indicators/


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