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Textilsektor: Hochrangige Gruppe erörtert die Herausforderungen für die Industrie

European Commission - IP/05/730   14/06/2005

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IP/05/730

Brüssel, 14. Juni 2005

Textilsektor: Hochrangige Gruppe erörtert die Herausforderungen für die Industrie

Durch die Abschaffung der Textilquoten zum 1. Januar 2005 wird die Textilindustrie der EU vor gewaltige Herausforderungen gestellt. Auf ihrer heutigen Zusammenkunft appellierte die hochrangige Gruppe „Textilien“ (THLG) an die EU und die Behörden der Mitgliedstaaten, bei der Bewältigung des strukturellen Wandels, der sich gegenwärtig in der Textilindustrie vollzieht, zu helfen, indem neue Investitionen angezogen, Umschulungsmöglichkeiten angeboten und Maßnahmen zur sozialen Abfederung in den am stärksten betroffenen Regionen ergriffen werden. Es wurde betont, wie wichtig es für die Industrie sei, das große Potenzial für Ausfuhren nach China und in andere Regionen zu nutzen, das durch die Liberalisierung des Textilhandels frei wird. Die Gruppe bekundete ihre Unterstützung für das unlängst zwischen der EU und China geschlossene Textilabkommen. Damit sich die Textilindustrie besser auf die durch die Handelsliberalisierung veränderten Wettbewerbsverhältnisse einstellen kann, haben sich die EU und China auf einen dreijährigen Übergangszeitraum geeinigt, während dessen die Zuwachsrate der Textilimporte aus China in besonders empfindlichen Bereichen begrenzt bleiben wird.

Das für Handel zuständige Kommissionsmitglied Peter Mandelson erklärte: „In weniger als einem Jahrzehnt wird der chinesische Markt für Luxusgüter auf rund 250 Millionen Menschen angewachsen sein. Europa muss daher das richtige Gleichgewicht finden. Die Vereinbarung mit China ist ein für beide Seiten gutes und faires Abkommen, das der europäischen Industrie einen Aufschub und die dringend benötigte Atempause verschaffft.“

Industriekommissar Günter Verheugen fügte hinzu: „Die unvermeidliche Entwicklung der Umstrukturierung enthebt uns nicht der Verantwortung, zu reagieren und Antworten auf die sozioökonomischen Auswirkungen zu finden. Wir haben eine klare industriepolitische Strategie für den europäischen Textil- und Bekleidungssektor entwickelt, die wir nun Schritt für Schritt umsetzen werden.”

Forschungskommissar Janez Potočnik ergänzte: „Ich glaube, die Textilindustrie der EU kann gedeihen, wenn sie weiter in neue Produktionsverfahren und neue Materialien, in innovative Gestaltung und Herstellungsverfahren, in Ausbildung und Fähigkeiten investiert.“

In der THLG sind die Verbände der europäischen Textilproduzenten, die Kommission und die EU-Mitgliedstaaten vertreten.

Die folgenden Ziele wurden von der Gruppe festgelegt:

  • Innovation, zum Beispiel das neue strategische FTE-Ziel „IKT für vernetzte Unternehmen“, Programme zur Zusammenarbeit mit den EU-Verbindungsbüros für Forschung und Technologie (IRC) und den nationalen Patent- und Markenämtern;
  • Forschung, etwa auf dem Gebiet technischer Textilien mit hoher Wertschöpfung, zur Erschließung neuer Märkte in den Bereichen Bau, Schutzkleidung und medizinische Verwendungszwecke;
  • ein Aktionsplan für den Marktzugang, in dem die wichtigsten Hemmnisse für den Zugang zu Drittlandsmärkten im Textil- und Bekleidungssektor sowie Möglichkeiten für ihre Beseitigung aufgezeigt werden;
  • Schutz der Rechte an geistigem Eigentum: Hier wird beispielsweise ein neuer Helpdesk insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen Unterstützung anbieten;
  • allgemeine und berufliche Bildung, etwa Maßnahmen im Rahmen des Programms Leonardo da Vinci zur Entwicklung gemeinsamer europäischer Qualifikationsstandards;
  • Dialog mit den Partnerländern im Mittelmeerraum: Hier besteht dringender Handlungsbedarf, damit die anhängigen Maßnahmen, die erforderlich sind, damit die Ursprungskumulierung für Textil- und Bekleidungserzeugnisse innerhalb der Pan-Euro-Med-Zone in Kraft treten kann, bis zum Sommer durchgeführt sind.

Die Gruppe rief alle Beteiligten auf, ihre Anstrengungen fortzusetzen, damit die vereinbarten Ziele erreicht werden können. Sie wies ihre Arbeitsgruppen an, eingehendere Analysen zur Situation der KMU im Hinblick auf den Zugang zu Finanzmitteln und ihre Beziehungen innerhalb der Wertschöpfungsketten des Textilsektors durchzuführen. Sie äußerte ferner Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen der geplanten Chemikalienverordnung REACH auf die Verfügbarkeit von Textilchemikalien, die in geringeren Mengen hergestellt werden, und auf die KMU des Textilsektors.


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