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IP/05/528

Brüssel, den 3. Mai 2005

Die IKT müssen in Europa besser und häufiger zur Valorisierung des kulturellen und audiovisuellen Erbes eingesetzt werden

Die Europäische Kommission kündigte heute die Intensivierung ihrer Politik zur Wahrung und Valorisierung des europäischen schriftlichen und audiovisuellen Kulturgutes an. Das Internet und die digitalen Technologien sind über zahlreiche Plattformen zugänglich und in den Alltag der europäischen Bürger integriert. Daher ist es äußerst wichtig, die als Schrift, Bild und Ton archivierten Dokumente entsprechend zu valorisieren, sowohl als Kulturgut als auch im Hinblick auf ihre wirtschaftliche Bedeutung. Die Kommission wird bis zum Juli eine Mitteilung vorlegen, in der diese Herausforderungen sowie die Hindernisse analysiert werden, die der Nutzung der archivierten schriftlichen und audiovisuellen Dokumente in der Europäischen Union im Wege stehen. Gleichzeitig wird sie einen Vorschlag für eine Empfehlung vorlegen, mit dem alle betroffenen öffentlichen Akteure mobilisiert und öffentlich-private Partnerschaften im Bereich der Digitalisierung unseres Kulturerbes erleichtert werden sollen.

« Unsere Bibliotheken, Filme, die archivierten Fernseh- und Tondokumente müssen nicht nur erhalten, sondern auch besser genutzt werden, und dies in den Bereichen Kultur, Bildung, Information und Forschung. Die nun an die Präsidentschaft der Europäischen Union und die Kommission gerichtete diesbezügliche Erklärung von sechs Staats- und Regierungschefs der EU ist ein positives Zeichen dafür, dass man sich der Notwendigkeit bewusst wird, die politischen Maßnahmen in diesem Bereich zu verstärken. » Dies erklärt Viviane Reding, für die Informationsgesellschaft und die Medien zuständiges Kommissionsmitglied. Sie fügt hinzu « Die Digitalisierung dieses Kulturerbes beinhaltet außerdem enorme Möglichkeiten für unsere Industrie! »

Zu den bereits durchgeführten, laufenden und angekündigten Maßnahmen gehören die Entwicklung von Suchmaschinen, gemeinsame Standards und die Unterstützung der Digitalisierung von Inhalten. Die von Frau Reding angekündigte Mitteilung und die Empfehlung sollen den Rahmen für diese Maßnahmen bilden und sie ergänzen.

Fortzuführen und zu erweitern sind folgende Maßnahmen:

  • Entwicklung von Standardisierungs- und Suchverfahren für die Nutzung von Archiven schriftlicher und audiovisueller Dokumente in einem digitalen Umfeld. Seit 2001 werden im Rahmen des europäischen Programms IST für die Forschung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien der Austausch bewährter Praktiken, die Festlegung von Benchmarks und der Dialog der betroffenen Akteure gefördert (Projekte MINERVA, MINERVA Plus und DIGICULT Forum). Außerdem wurde ein Prozess der Standardisierung und der Tests für einen wechselseitigen Zugang bei öffentlichen Bibliotheken eingeleitet (Projekt « The European Library » - TEL – , das heute von der niederländischen Nationalbibliothek verwaltet wird und Zugang zu 90 Sammlungen gewährt).
  • Bei den audiovisuellen Archiven leisten die von IST finanzierten Maßnahmen PRESTO und PRESTOSPACE (mit 9 Mio. EUR ausgestattet) einen Beitrag zur Entwicklung von schnellen und qualitativ hochwertigen Digitalisierungsverfahren für Fernseharchive. Das EU-Programm MEDIA unterstützt die Katalogisierung von Filmmaterial in digitaler Form. Eine der Prioritäten des Programms MEDIA 2007 wird die Nutzung digitaler Technologien durch die audiovisuelle Industrie in Europa sein. Hierfür beantragt die Kommission für den Zeitraum 2007-2013 Haushaltsmittel in Höhe von 1,055 Milliarden EUR.
  • Demnächst soll eine Empfehlung zum Filmerbe angenommen werden, mit der insbesondere die Standardisierung von Filmkatalogen und die Interoperabilität der Datenbanken der audiovisuellen Archive gefördert werden sollen.

Neue Maßnahmen

  • 36 Mio. EUR sind im Rahmen der nächsten, für Mai geplanten Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen in diesem Bereich (Gemeinschaftsprogramm IST) für Forschungsprojekte vorgesehen, u. a. zur Entwicklung von Suchmaschinen für die breite Öffentlichkeit. Für das 7. Rahmenprogramm (ab 2007) strebt die Kommission noch eine Aufstockung der Mittel für diesen Bereich an.
  • 60 Mio. EUR sind für den Zeitraum 2005 -2008 für die Digitalisierung von Inhalten und den Zugang zu ihnen vorgesehen (Programm eContent Plus – Erste Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für Ende Juni geplant). Damit sollen verstärkt Maßnahmen zur Vernetzung von Archiven in Europa möglich

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