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Brüssel, den 28. April 2005

Geflügelpest: Kommission schlägt neue, wirksamere Maßnahmen zur Verhütung von Epidemien vor

Die Europäische Kommission hat heute einen Richtlinienvorschlag angenommen, dessen Zweck es ist, die Gemeinschaftsmaßnahmen zur Bekämpfung der Geflügelpest auf den neuesten Stand zu bringen. Bisher ist die Bekämpfung der Seuche sehr kostspielig und unter Tierschutzaspekten problematisch, weil mit der Massenschlachtung von Tieren verbunden. Hinzu kommt wachsende Angst vor den potenziellen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, d. h. vor der Gefahr, dass ein Stamm des aviären Influenzavirus durch Mutation von Mensch zu Mensch übertragbar wird. Die heute vorgeschlagenen neuen Maßnahmen stützen sich auf die Lehren, die aus Epidemien in jüngster Zeit gezogen wurden, und auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Vor allem sollen diese Maßnahmen wirksamer unterbinden, dass gering pathogene Viren zu hoch pathogenen mutieren, die für den Menschen gefährlicher sind und Auslöser der bisher schwersten Epidemien waren.

Der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige EU-Kommissar Markos Kyprianou erklärte hierzu: „Die gegenwärtige Situation in Asien und jüngste Ausbrüche der Geflügelpest in der EU haben uns vor Augen geführt, welch verheerende soziale und wirtschaftliche Konsequenzen diese Seuche haben kann. Über die bekannten Auswirkungen auf die Tiergesundheit und damit auch für den Tierschutz hinaus besteht die begründete Furcht, dass ein Mutantenstamm eine Humaninfluenza-Pandemie auslöst. Der Vorschlag zielt darauf ab, Geflügelpestausbrüche in der EU so effizient wie möglich zu verhüten und im Falle eines Ausbruchs sicherzustellen, dass zur Schadensminimierung rasche wirksame Gegenmaßnahmen ergriffen werden.“

Der Vorschlag stützt sich auf die Ergebnisse der Analyse jüngster Epidemien und neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Pathogenese der Seuche, zu deren Ausbreitung und zu den Gefahren für die menschliche Gesundheit. Eine optimierte Routine der Überwachung und Prävention der Geflügelpest in der EU soll die durch einen Ausbruch bedingten Gesundheitsrisiken, den wirtschaftliche Schaden und die negativen gesellschaftlichen Auswirkungen so weit wie möglich eindämmen.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass gering pathogene Geflügelgrippe-Virenstämme im Allgemeinen keine schweren Erkrankungen verursachen. Aus diesem Grund sehen die EU-Rechtsvorschriften zur Geflügelgrippe auch keine Maßnahmen auf EU-Ebene gegen solche Stämme vor. Wenn sie jedoch zu hoch pathogenen Stämmen mutieren, können sie verheerende Epidemien auslösen und auch auf den Menschen übertragen werden. Aus diesem Grund macht der Legislativvorschlag den EU-Mitgliedstaaten zur Auflage, Maßnahmen zur Überwachung und Bekämpfung gering pathogener Viren einzuführen bzw. zu verstärken, um auf diese Weise eine Mutation zu hoch pathogenen Stämmen zu unterbinden.

Die neuen Maßnahmen sehen auch eine flexiblere Impfpraxis vor. Der Einsatz von Impfstoffen ist stets streng zu überwachen, wobei gewährleistet sein muss, dass geimpfte Tiere von befallenen Tieren zu unterscheiden sind. Dies ist wichtig sowohl unter dem Aspekt der Seuchenbekämpfung als auch für den Handel. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind so angelegt, dass Handelsbeschränkungen für aus den Impfgebieten stammende Geflügel und Geflügelprodukte auf ein Mindestmaß begrenzt werden. Sollten derartige Beschränkungen, über die von Fall zu Fall entschieden wird, notwendig sein, so werden sie ausschließlich für die Region, in der geimpft wird, oder auch nur Teile dieser Region gelten. In allen anderen EU-Regionen wird der Handel keinen Einschränkungen unterliegen.

Nächste Schritte

Der heute von der Kommission angenommene Richtlinienentwurf ist vom Rat nach Anhörung des Europäischen Parlaments zu verabschieden. Voraussichtlich in Kraft treten wird die Richtlinie am 1. Januar 2007. Mit dem Inkrafttreten werden die bis dahin geltenden Rechtsvorschriften zur Geflügelpest (Richtlinie 92/40/EWG) aufgehoben.


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