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Kommission will Klarstellung von den USA und Syngenta wegen Bt10-Mais

European Commission - IP/05/382   01/04/2005

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IP/05/382

Brüssel, den 1. April 2005

Kommission will Klarstellung von den USA und Syngenta wegen Bt10-Mais

Die Europäische Kommission hat die US-amerikanischen Behörden und das Biotechnologieunternehmen Syngenta schriftlich dazu aufgefordert, zu dem Fall der nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Maissorte Bt10 Stellung zu nehmen. Nach den bisher von den USA und dem Entwickler Syngenta gegebenen Informationen könnten bis zu 10 kg Bt10-Saatgut versehentlich als Bt11 zu Forschungszwecken nach Spanien und Frankreich geliefert worden sein. Das daraus hervorgegangene Material wurde vollständig vernichtet. Ferner erfuhr die Kommission, dass seit 2001, als zum ersten Mal versehentlich Bt10 freigesetzt wurde, vermutlich etwa 1 000 Tonnen Bt10 enthaltende Lebens- und Futtermittel über die Ausfuhrkanäle für Bt11 in die EU gelangt sind. Vertreter von Syngenta teilten Beamten der Kommission in einem Treffen gestern ferner mit, dass Bt10 das Gen enthält, das eine Resistenz gegen das Antibiotikum Ampicillin vermittelt.

Der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige Kommissar Kyprianou erklärte: „Die Europäische Kommission bedauert, dass ein GVO in die EU eingeführt wurde, der weder nach den umfassenden GVO-Vorschriften der Union noch nach einzelstaatlichem Recht zugelassen ist, und wir haben die amerikanischen Behörden schriftlich aufgefordert, mit geeigneten Maßnahmen ab jetzt dafür zu sorgen, dass für die EU bestimmte Mais-Exporte keine GVO enthalten, die hier verboten sind, auch kein Bt10. Dieser Fall macht erneut deutlich, wie wichtig die umfassenden Vorschriften der EU zur Regelung der Rückverfolgbarkeit und der Kennzeichnung sind.”

Der EU-Umweltkommissar Stavros Dimas meinte dazu: „Damit durch eine solche versehentliche Freisetzung kein Schaden für die Gesundheit von Mensch und Tier oder die Umwelt entstehen kann, hat die Kommission die Mitgliedstaaten aufgefordert, durch geeignete Kontrollen dafür zu sorgen, dass kein Bt10 mehr über ihre Grenzen gelangt. Die Mitgliedstaaten sollten auch frühere und aktuelle Freisetzungen von Bt11 zu Versuchszwecken melden und dafür sorgen, dass in der Umgebung dieser Freisetzungen eine angemessene Überwachung stattfindet."

Die Vertretung der USA bei der Europäischen Union informierte die Kommission am 22. März über eine unabsichtliche Freisetzung der nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Maislinie Bt10 in den USA, worauf diese über das Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel unverzüglich die Mitgliedstaaten verständigte. Die Kommission hat die amerikanischen Behörden um alle ihr zur Verfügung stehenden Daten über die Sicherheit von Bt10 mit den zugrunde liegenden ausführlichen Risikobewertungen gebeten und eine sofortige Prüfung sowie offizielle Zahlen über die ausgeführten Mengen und die vermeintlichen Ausfuhrkanäle in die EU gefordert.

Ferner hat die Kommission das Unternehmen Syngenta, das die Linie Bt10 entwickelt hat, gedrängt, alle Angaben über die chemische Zusammensetzung von Bt10 und die Abweichungen von der Linie Bt11, sowie die spezielle Nachweismethode und geeignete Referenzmaterialien für den Nachweis von Bt10 freizugeben. Syngenta soll auch bestätigen, dass alle Anpflanzungen und Saatgutbestände von Bt10 in den USA vernichtet oder zur späteren Vernichtung isoliert wurden. Das Unternehmen will die geforderten Angaben nächste Woche vorlegen.

Die amerikanischen Behörden haben versichert, dass durch die unabsichtliche Freisetzung dieser nicht zugelassenen gv-Pflanze keine Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier oder die Umwelt bestehe, da das Bt-Eiweiß in Bt10 nahezu identisch sei mit dem in Bt11-Mais, der in den USA uneingeschränkt und in der EU zur Verwendung in Lebens- und Futtermitteln zugelassen sei.

Allerdings haben die US-Behörden der Kommission verschwiegen, dass Bt10, anders als Bt11, das Gen enthält, das eine Resistenz gegen das Antibiotikum Ampicillin vermittelt. Erst am 31. März wurde die Kommission von Syngenta offiziell davon unterrichtet. Nach Ansicht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit sollte dieses Gen nicht in kommerziell angebauten Pflanzen vorhanden sein. Syngenta behauptet, das Gen sei in Bt10 nicht aktiv.


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