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ERTMS – ein europäisches Großprojekt für den Schienenverkehr

Commission Européenne - IP/05/321   17/03/2005

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IP/05/321

Brüssel, den 17. März 2005

ERTMS – ein europäisches Großprojekt für den Schienenverkehr

Die Europäische Kommission und Vertreter des Eisenbahnsektors (Industrie, Infrastrukturbetreiber und Eisenbahnunternehmen) haben heute in Brüssel eine Absichtserklärung unterzeichnet, die die Einführung des Europäischen Eisenbahnverkehrsleitsystems (ERTMS) auf einem wichtigen Teil des transeuropäischen Schienennetzes vorsieht. „ERTMS ist ein bedeutendes Wirtschaftsvorhaben unter europäischer Führung“, so der für Verkehr zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission Jacques Barrot. „Die Wettbewerbsfähigkeit und die Sicherheit des Schienenverkehrs können damit verbessert werden. Ohne ein europäisches Instrument, das die nationalen Eisenbahnsysteme miteinander verknüpft, kann das Europa der Schiene nicht verwirklicht werden. Die von allen Akteuren getroffene Vereinbarung, das System im großen Maßstab einzuführen, bedeutet allein für die transeuropäischen Hauptverkehrsachsen ein Investitionsvolumen von mehr als vier Milliarden Euro in den kommenden zehn Jahren. Dieser Hebeleffekt des ERTMS-Vorhabens macht einmal mehr deutlich, dass die 20,3 Mrd. Euro, die im Gemeinschaftshaushalt 2007-2013 für das transeuropäische Verkehrsnetz vorgeschlagen werden, voll gerechtfertigt sind.“

Die Funktionsweise des ERTMS ist einfach: Von der Strecke aus werden Daten an einen Computer im Zug übermittelt, der anhand dieser Daten die jeweils zulässige Höchstgeschwindigkeit errechnet und den Zug bei Bedarf automatisch abbremst. Der fahrzeuggestützte Computer soll zwar die von der Strecke aus übermittelten Informationen interpretieren können, doch gibt es derzeit in Europa mehr als 20 verschiedene Systeme dieser streckenseitigen Einrichtungen. So musste der zwischen Paris und Brüssel verkehrende Hochgeschwindigkeitszug Thalys mit nicht weniger als sieben Signalsystemen ausgerüstet werden, was zu einem Anstieg der Kosten und der Fehleranfälligkeit führte.

Nach Einführung des ERTMS können die Züge mit einem einheitlichen europäischen System ausgestattet werden, wodurch die Infrastrukturbetreiber geringere Kosten zu tragen haben. Die Sicherheit des Schienennetzes wird durch den Einsatz dieses Systems, das sowohl auf Hochgeschwindigkeits- als auch auf konventionellen Strecken funktioniert, erheblich verbessert. Seine Einführung, die auch eine Analyse der gegenwärtigen und potenziellen Kapazität der europäischen Verkehrskorridore beinhaltet, erfordert eine koordinierte Strategie unter Beteiligung sämtlicher Akteure des Sektors. Technisch ist es nämlich unmöglich, die vorhandenen, zunehmend überholten nationalen Systeme augenblicklich zu ersetzen.

Ziel der Absichtserklärung ist es, eine koordinierte Umstellungsstrategie festzulegen, bei der die bestehenden Systeme nur noch für möglichst kurze Zeit betrieben werden müssen. Die Kommission wird einen Koordinationsbeauftragten einsetzen, der für die Umsetzung der Vereinbarung unter Mitwirkung aller Beteiligten verantwortlich ist. Der Finanzierung von Studien und Vorhaben im Zusammenhang mit der Systemeinführung wird im Rahmen der transeuropäischen Netze besondere Bedeutung beigemessen.

Die Entwicklung des ERTMS begann in den 1990er Jahren im Rahmen des europäischen Forschungsprogramms und wurde später aus dem Haushalt für die transeuropäischen Netze weiter finanziert. Das System bedeutet einen wichtigen Schritt zur Verwirklichung der Netzinteroperabilität. Nach 15 Jahren gemeinsamer Arbeit von Industrie und Betreiberunternehmen ist das System nun so weit ausgereift, dass es in großem Maßstab eingesetzt werden kann. Für die Einführung ist ein Zeitrahmen von 10 bis 12 Jahren vorgesehen.


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