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IP/05/217

Brüssel, 25. Februar 2005

Das Eurobarometer zeigt an: Die Menschen in Europa erwarten, dass die EU zur treibenden Kraft im Entwicklungsprozess wird

Die Bürger erwarten von der Europäischen Union, dass sie in der Entwicklungszusammenarbeit namentlich mit Afrika die zentrale Rolle übernimmt. Das Eurobarometer zeigt aber auch an, dass die Bürger nur wenig Ahnung von der Tätigkeit der Europäischen Kommission in diesem Bereich und von den entwicklungspolitischen Millenniumszielen haben. Die alle zwei Jahre durchgeführten Erhebungen zur Entwicklungspolitik wurden zum ersten Mal in den 25 Ländern der erweiterten Union vorgenommen.

Ebenfalls zum ersten Mal stellt das Eurobarometer die Frage nach den entwicklungspolitischen Millenniumszielen, zu denen die Halbierung der Zahl der in Armut lebenden Menschen (zurzeit eine Milliarde, mit weniger als einem Dollar pro Tag) und der universelle Zutritt zur Grundschulbildung bis zum Jahr 2015 gehören.

Der europäische Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe, Louis Michel, hat seine Entschlossenheit zum Ausdruck gebracht, „den Bürgern der Europäischen Union unsere Tätigkeit und die Millenniumsziele, die wir uns zu eigen gemacht haben, besser zu vermitteln. Der europäische Steuerzahler hat ein Recht darauf zu erfahren, was mit seinem Geld geschieht, in welcher Weise wir den Entwicklungsländern helfen, wie wir gegen Armut und Infektionskrankheiten angehen und wie wir für verantwortliches Regieren, Demokratie und die Grundrechte eintreten.“

Wesentliche Feststellungen:

  • In Bezug auf die europäische Entwicklungspolitik ist auf Seiten der Bürger der Europäischen Union eine echte Erwartungshaltung festzustellen. So sind beispielsweise 51 % der Befragten der Ansicht, dass Europa am besten positioniert ist, um Afrika zu helfen.
  • Die Bereiche, in denen der von der EG geleisteten Hilfe die größten Erfolge bescheinigt werden, sind die Bekämpfung von Aids und anderen Krankheiten (36 %), das Bildungswesen (35 %), die Armutseindämmung (25 %), die Verteidigung der Menschenrechte (24 %) sowie die legale und illegale Einwanderung (18 %).
  • 88 % aller Befragten haben dagegen noch vier Jahre nach deren Verkündung nie etwas von den Millenniumszielen gehört.
  • In Bezug auf das erste Ziel, die Eindämmung extremer Armut bis 2015, sind 68 % der Befragten der Auffassung, dass das Ziel nicht erreicht wird und 29 % meinen es würde erreicht.
  • Bezogen auf das Ziel des universellen Zutritts zur Grundschulbildung glauben 42 % der Befragten, dass es zu schaffen ist, und 54 % sind eher pessimistisch.
  • Von der Entwicklungstätigkeit der Europäischen Gemeinschaft ist wenig bekannt, ungeachtet der Tatsache, dass die Gemeinschaft der wichtigste Hilfegeber der Welt ist. Der Anteil der Personen, die meinen, dass die Europäische Kommission den Armen in Afrika, Asien und Lateinamerika hilft, ist von 67 % im Jahre 1996 bis Dezember 2004 auf 59 % zurückgefallen.
  • 54 % der Befragten sind der Ansicht, dass die von der Gemeinschaft geleistete Entwicklungshilfe ein Beitrag zur Demokratisierung der Nehmerländer ist.
  • 74 % der Befragten meinen, dass das Ausmaß der geleisteten Hilfe von den Anstrengungen abhängig gemacht werden muss, die die Nehmerländer unternehmen, um die Demokratie zu fördern.
  • 78 % der Befragten sind der Meinung, dass Entwicklungshilfe in jedweder Form geleistet werden kann, aber nicht in Waffenlieferungen bestehen darf.

Louis Michel hat seinen Appell für eine echte europäische Entwicklungsstrategie wiederholt. „Unter Wahrung der Aufteilung der Kompetenzen auf die Mitgliedstaaten und die Kommission mache ich mich für eine bessere Koordinierung und gemeinsame Ziele unserer Zusammenarbeit stark. Mein Motto lautet: mehr Kohärenz, mehr Koordinierung und mehr Wahrnehmbarkeit. Und betrachtet man das Ergebnis der Erhebung, erkennt man, dass unsere Mitbürger nichts anderes erwarten.“

Die Erhebung wurde in Zusammenarbeit mit der OECD vorbereitet und vom 22. November bis 19. Dezember 2004 durchgeführt. In den 25 Mitgliedstaaten der Europäischen Union wurden insgesamt 24.999 Personen im Alter von mehr als 15 Jahren befragt.

Alle Untersuchungen Eurobarometer stehen zur Verfügung auf der website:

http://ec.europa.eu/public_opinion/index_fr.htm


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