Navigation path

Left navigation

Additional tools

Verbot von Antibiotika als Wachstumsförderer in Futtermitteln tritt in Kraft

European Commission - IP/05/1687   22/12/2005

Other available languages: EN FR EL

IP/05/1687

Brüssel, den 22. Dezember 2005

Verbot von Antibiotika als Wachstumsförderer in Futtermitteln tritt in Kraft

Am 1. Januar 2006 tritt ein EU-weites Verbot der Verwendung von Antibiotika als Wachstumsförderer in Futtermitteln in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt sind auch die Vermarktung und Verwendung der letzten vier Antibiotika verboten, die noch als Futtermittelzusätze in der Tiermast zulässig waren. Dieses Verbot ist der letzte Schritt, mit dem die Verwendung von Antibiotika eingestellt wird. Es ist Teil der allgemeinen Kommissionsstrategie, die Antibiotikaresistenz von Bakterien und anderen Mikroben zu bekämpfen, welche auf den übermäßigen Einsatz bzw. Missbrauch von Antibiotika zurückzuführen ist.

Markos Kyprianou, der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige Kommissar, sagte: „Dieses Verbot der Verwendung von Antibiotika als Wachstumsförderer ist von großer Bedeutung, nicht nur im Rahmen der EU-Lebensmittelsicherheitsstrategie, sondern auch mit Blick auf die öffentliche Gesundheit. Wir müssen den nicht unbedingt erforderlichen Einsatz von Antibiotika enorm einschränken, wenn wir das Problem der Resistenz von Mikroorganismen gegen Therapien angehen wollen, auf die wir uns seit Jahren verlassen. Tierfutter ist das erste Glied der Lebensmittelkette und daher der richtige Ansatzpunkt für Maßnahmen mit dieser Zielsetzung.”

Seit Jahrzehnten werden Antibiotika weltweit in der Tiererzeugung eingesetzt. Als niedrigdosierte Futtermittelzusätze fördern sie das Wachstum der Tiere. Wegen des Auftretens von Mikroben, die gegen Antibiotika resistent sind, welche zur Behandlung von Infektionen bei Mensch und Tier eingesetzt werden (Antibiotikaresistenz), beschloss die Kommission, die Vermarktung und den Einsatz von Antibiotika als Wachstumsförderer in Futtermitteln schrittweise zu verringern und letztendlich zu verbieten. Antibiotika dürfen Futtermitteln künftig nur noch zu veterinärmedizinischen Zwecken zugesetzt werden. Diese Entscheidung beruhte auf Stellungnahmen des Wissenschaftlichen Lenkungsausschusses, der empfahl, die Verwendung von Antibiotika als Wachstumsförderer nach und nach einzustellen, gleichzeitig aber die Tiergesundheit zu erhalten.

Die EU hat bereits den Tierfutterzusatz von Antibiotika verboten, die in der Humanmedizin eingesetzt werden. Die neue Futtermittelzusatzverordnung[1] ergänzt diese Maßnahme mit dem grundsätzlichen Verbot der Verwendung von Antibiotika als Wachstumsförderer ab dem 1. Januar 2006. Ab diesem Zeitpunkt werden die folgenden vier Stoffe aus dem EU-Verzeichnis der zulässigen Futtermittelzusätze gestrichen:

  • Monensin-Natrium, das in der Rindermast verwendet wird,
  • Salinomycin-Natrium, das für Ferkel und Mastschweine verwendet wird,
  • Avilamycin das in der Schweine-, Ferkel-, Hähnchen- und Truthahnmast verwendet wird,
  • Flavophospholipol, das für Kaninchen, Legehennen, Masthähnchen, Truthähne, Ferkel, Schweine, Kälber und Mastrinder verwendet wird.

Diese Maßnahme entspricht der allgemeinen Strategie der Kommission zur Bekämpfung der Gefahr, die von der Antibiotikaresistenz für die Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanzen ausgeht.

http://ec.europa.eu/health/ph/others/antimicrob_resist/am_02_en.pdf


[1] Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. September 2003 über Zusatzstoffe zur Verwendung in der Tierernährung, die die Richtlinie 70/524/EWG über Zusatzstoffe in der Tierernährung ersetzt.


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website