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IP/05/1674

Brüssel, den 21. Dezember 2005

Vorschlag der Kommission: Europäische Strategie für die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen

Die Europäische Kommission hat heute ein neues Konzept für eine nachhaltigere Nutzung natürlicher Ressourcen vorgeschlagen. Diese Strategie zielt darauf ab, die negativen Auswirkungen der Nutzung von Ressourcen in einer wachsenden Wirtschaft in Europa und weltweit zu reduzieren. Werden die Ressourcen nicht nachhaltig genutzt, so führt dies unter anderem zum Klimawandel aufgrund der Nutzung fossiler Brennstoffe, sowie zur Überbeanspruchung von sauberem Wasser und Boden und der Überfischung. Die Strategie konzentriert sich auf die Verbesserung der Sachkenntnisse, die Entwicklung von Monitoringinstrumenten und die Stärkung strategischer Konzepte in spezifischen Wirtschaftssektoren, den Mitgliedstaaten und auf internationaler Ebene. Diese Strategie ist eine der sieben im Rahmen des 6. Umweltaktionsprogramms (2002-2012) geforderten “thematischen” Strategien. Sie ist eng mit der thematischen Abfallstrategie verknüpft, die ebenfalls heute angenommen wurde.

Umweltkommissar Stavros Dimas erklärte: “Die europäische Wirtschaft nutzt große Mengen an natürlichen Ressourcen. Diese Nutzung schadet häufig der Umwelt, sie bedroht die grundlegenden Ressourcen, von denen wir abhängen, und somit auch das künftige Wirtschaftswachstum. Außerdem trägt sie zu den stets wachsenden Abfallbergen bei. Um geeignete Maßnahmen ergreifen zu können benötigen wir ein umfassendes Konzept, in dessen Rahmen die Auswirkungen der Ressourcennutzung gemessen und den politischen Entscheidungsträgern Informationen an die Hand gegeben werden. Dies kann uns der nachhaltigen Entwicklung einen entscheidenden Schritt näher bringen.”

Auswirkungen der Nutzung von Ressourcen auf die Umwelt

Die Wirtschaftsaktivitäten haben schon immer einen entscheidenden Teil der Ressourcen für sich beansprucht. Die Nutzung der natürlichen Ressourcen wie Land, Wälder, wild lebende Tiere und Pflanzen, Boden, Luft, Wasser, fossile Brennstoffe und Rohstoffe, wächst im selben Maße wie die Weltwirtschaft. Zahlreiche der heutigen Verbrauchsmuster und Technologien wirken sich jedoch negativ auf die Umwelt aus und gefährden die künftige Verfügbarkeit der Ressourcen. Der von den Vereinten Nationen in Auftrag gegebene und vor kurzem veröffentlichte Millennium-Bewertungsbericht[1] zeigt, dass unser Planet bedroht ist, da 15 von 24 Ökosystemen, die Rohstoffe liefern und das Leben auf der Erde unterstützen, zerstört oder nicht nachhaltig genutzt werden.

"Größerer Mehrwert – weniger negative Auswirkungen - bessere Alternativen"

In der "Thematischen Strategie zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen" wird ein politischer Rahmen zur Reduzierung der negativen Auswirkungen der Ressourcennutzung auf die Umwelt bei gleichzeitigem Wirtschaftswachstum entwickelt. Die Ziele der Strategie lauten “größerer Mehrwert – weniger negative Auswirkungen - bessere Alternativen”:

  • größerer Mehrwert – Schaffung eines größeren Mehrwerts bei gleichzeitig geringerer Nutzung von Ressourcen (Erhöhung der Ressourcenproduktivität);
  • weniger negative Auswirkungen – Reduzierung der gesamten negativen Auswirkungen der Nutzung von Ressourcen auf die Umwelt (Erhöhung der Ökoeffizienz);
  • bessere Alternativen – wenn keine sauberere Nutzung erreicht werden kann, sollten die gegenwärtig genutzten Ressourcen durch bessere Alternativen ersetzt werden.

Diese Ziele gelten für den gesamten Lebenszyklus der Ressourcennutzung, so dass die negativen Auswirkungen auf die Umwelt nicht nur von einer Phase auf eine andere oder auf andere Länder verschoben werden. Da Abfall die letzte Phase im Lebenszyklus einer Ressource ist, wird die Ressourcen-Strategie wichtige Informationen für die thematische Strategie zur Vermeidung und Wiederverwertung von Abfällen bieten und somit ebenfalls einen Beitrag zur Verringerung der Abfallmenge leisten.

Vorgeschlagene Maßnahmen

In der Strategie werden für einen Zeitraum von 25 Jahren unter anderem die folgenden spezifischen Maßnahmen vorgeschlagen:

  • Einrichtung eines von der Europäischen Kommission geleiteten Datenzentrums, in dem alle verfügbaren Kenntnisse über natürliche Ressourcen zusammengeführt und den Entscheidungsträgern zur Verfügung gestellt werden;
  • Einrichtung eines internationalen Panels in Zusammenarbeit mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) zur Bereitstellung unabhängiger wissenschaftlicher Beratung zu globalen Aspekten der Nutzung von Ressourcen;
  • Entwicklung nationaler Maßnahmen und Programme durch die Mitgliedstaaten unter Leitung eines hochrangigen Forums bestehend aus Vertretern der Kommission, der Mitgliedstaaten und anderen Beteiligten;
  • Berücksichtigung der negativen Auswirkungen der Nutzung von Ressourcen auf die Umwelt in Aktionsplänen der verschiedenen Wirtschaftssektoren, die die Kommission im Zusammenhang mit ihrer Strategie für Wachstum und Beschäftigung zu entwickeln beabsichtigt;
  • Bis 2008 Entwicklung von Indikatoren für das Monitoring und die regelmäßige Überprüfung der Fortschritte bei der Verwirklichung der Ziele der Strategie.

Thematische Strategien

Die übrigen fünf thematischen Strategien, die die Kommission im entwickelt, betreffen die Luftverschmutzung (vorgelegt am 21. Sept. 2005) und die Meeresumwelt (24. Okt. 2005) sowie Böden, Pestizide und die städtische Umwelt.

Thematische Strategien sind ein modernes Entscheidungsinstrument. Sie stützen sich auf umfassende Forschungen und Konsultationen mit den Beteiligten, befassen sich auf ganzheitliche Weise mit den Fragen, indem sie diese mit anderen Problemen und Politikbereichen verknüpfen, und fördern eine bessere Regulierung

Weitere Einzelheiten zu dieser Strategie finden Sie unter MEMO/05/497
Die gesamte Strategie kann unter der folgenden Internet-Adresse abgerufen werden:

http://ec.europa.eu/environment/natres/index.htm
Unter der folgenden Adresse steht Fernsehanstalten und Sendernetzen kostenfrei ein Videobeitrag über diese Strategie zur Verfügung:
http://www.tvlink.org


[1] http://www.millenniumassessment.org/en/index.aspx
A popularised version of the Millennium Ecosystem Assessment Synthesis Report can be found at: http://www.greenfacts.org/ecosystems/.


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