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IP/05/163

Brüssel, den 10. Februar 2005

Fremdsprachenunterricht: 50 % der jungen Europäer lernen schon in der Grundschule eine zweite Sprache

Das europäische Netz Eurydice[1] veröffentlichte jetzt die erste Studie – von der Europäischen Kommission finanziert – mit Schlüsselzahlen zum Sprachenlernen an den Schulen in Europa. Die Studie stellt eine Bestandsaufnahme der Situation in 30 Ländern[2] dar und unterstreicht insbesondere die starke Zunahme des Fremdsprachenerwerbs im Primarunterricht in den letzten Jahren. Der möglichst frühzeitige Erwerb von zwei Fremdsprachen war eine der Empfehlungen des Europäischen Rates von Barcelona vom März 2002.

„In einem vielsprachigen erweiterten Europa bietet das Erlernen von Fremdsprachen in einem sehr frühen Alter die Möglichkeit, andere Kulturen zu entdecken, und kann gleichzeitig auf die berufliche Mobilität vorbereiten“, erklärte Ján Figel’, Europäischer Kommissar für allgemeine und berufliche Bildung, Kultur und Mehrsprachigkeit. „Diese Studie ist Ausgangsbasis für Überlegungen und Maßnahmen der Europäischen Kommission und der Mitgliedstaaten zur Förderung des Fremdsprachenerwerbs und der kulturellen Vielfalt.“

Die Studie nutzt die harmonisierten statistischen Daten von Eurostat. Das Datenmaterial stammt aus den untersuchten Ländern, Grundlage war das Schuljahr 2002/2003. Generell waren ausschließlich die von den zentralen Bildungsbehörden als Fremdsprachen eingestuften Sprachen Gegenstand dieser Studie. Allerdings wurden auch Regional- und/oder Minderheitensprachen berücksichtigt, da sie in den Programmen als Alternative zu den Fremdsprachen gelten.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • Der Erwerb einer Fremdsprache gehört in fast allen Ländern bereits in der Primarstufe zum Pflichtprogramm: 2002 erlernten rund 50 % aller Schüler mindestens eine Fremdsprache. Der Anteil ist seit Ende der 90er Jahre dank Schulreformen in mehreren Ländern – insbesondere in Mittel- und Osteuropa, in Dänemark, Spanien, Italien und Island – rapide gestiegen;
  • Der Erwerb einer Fremdsprache ist, außer in Irland und Schottland, überall Pflicht. Alle Schüler in Europa müssen dieses Fach mindestens bis zum Ende der Schulpflicht absolvieren, außer in Italien und Wales;
  • Während der Erwerb einer zweiten Fremdsprache allgemein in der Sekundarstufe Pflicht wird, ist er dies zudem bereits in der Primarstufe (betroffen sind 80 % der Schüler) in Estland, Schweden und Island;
  • in der Mehrzahl der Länder entfallen 95 % des Fremdsprachenunterrichts in der Sekundarstufe auf Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch und Russisch;
  • Englisch ist überall die wichtigste Fremdsprache in der Primarstufe, außer in Belgien und Luxemburg. Ähnliches gilt für die Sekundarstufe, hier hat diese Sprache zwischen 1998 und 2002 eine starke Zunahme in den Ländern Mittel- und Osteuropas erfahren. Deutsch (im Norden sowie in den Ländern Mittel- und Osteuropas) und Französisch (im Süden und in den deutschsprachigen Ländern) teilen sich den zweiten Platz;
  • Der Fremdsprachenunterricht – im Primarbereich – wird meist von Lehrern ohne Fachspezialisierung erteilt. Ab dem unteren Sekundarbereich werden Fachlehrer eingesetzt.

Die vollständige Studie ist im Internet zu finden unter:

http://www.eurydice.org/Doc_intermediaires/indicators/de/frameset_key_data.html

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

http://ec.europa.eu/education/policies/lang/languages/index_de.html


[1] Informationsnetz zum Bildungswesen, eingerichtet 1980 von der Europäischen Kommission und den teilnehmenden Ländern; Eurydice fördert das Verständnis der Bildungspolitik und der Bildungssysteme in Europa. Seit 1995 ist es fester Bestandteil von Sokrates, dem Aktionsprogramm der Gemeinschaft im Bildungsbereich.

[2] Die 25 Mitgliedstaaten der Union (Belgien: Ergebnisse der flämischen, französischen und deutschsprachigen Gemeinschaften; Vereinigtes Königreich: England, Wales, Nordirland und Schottland), die drei EFTA-/EWR-Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen) sowie Bulgarien und Rumänien.


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