Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR

IP/05/1622

Brüssel, den 16. Dezember 2005

Konferenz von Marrakesch: neuer Elan für die Verkehrszusammenarbeit im Mittelmeerraum

Die Verkehrsminister der Europäischen Union und der Mittelmeerländer haben auf ihrer Konferenz in Marrakesch beschlossen, weitere Reformen im Verkehrssektor im Mittelmeerraum zu unterstützen und die regionale und subregionale Zusammenarbeit im Verkehrsbereich zu stärken. Am Rande der Konferenz wurde ein globales Luftverkehrsabkommen zwischen der EU und Marokko – das erste seiner Art – paraphiert.
Jacques Barrot, Vizepräsident und für Verkehr zuständiges Mitglied der Kommission, erklärte: „Zehn Jahre nach der Einleitung des Barcelona-Prozesses stellt die Konferenz in Marrakesch eine wichtige Etappe in der Zusammenarbeit Europa-Mittelmeerraum im Verkehrsbereich dar. Wir müssen unbedingt gemeinsam auf ein voll integriertes und sicheres euro-mediterranes Verkehrsnetz hinarbeiten. In der konkreten Zusammenarbeit kann sich die Partnerschaft Europa-Mittelmeerraum verwirklichen, und es können Lösungen für die Probleme der beiden Regionen im Mittelmeerraum gefunden werden.“

Die Minister diskutierten vor allem das Blaubuch über den Verkehr im Mittelmeerraum, das im Rahmen des Europa-Mittelmeer-Verkehrsforums[1] erarbeitet wurde, sowie den Abschlussbericht der hochrangigen Gruppe, die sich mit der Ausweitung des transeuropäischen Verkehrsnetzes auf die Nachbarländer befasst. Im Blaubuch[2], das von den Mittelmeer-Partnerländern einvernehmlich verabschiedet wurde, werden die Lage des Verkehrssektors in der Region analysiert und politische Empfehlungen im Hinblick auf die Schaffung eines integrierten euro-mediterranen Verkehrssystems ausgesprochen. Alle Verkehrsträger werden darin behandelt. Der Schwerpunkt liegt auf der Öffnung der Märkte sowie auf Sicherheit und gutem Funktionieren der multimodalen Verkehrskette.

In den Schlussfolgerungen der Konferenz von Marrakesch, die sich auf das Blaubuch stützen, werden folgende Prioritäten für die künftige Zusammenarbeit genannt: institutionelle Reform, Infrastrukturen und ihre Finanzierung, Seeverkehr, multimodaler Verkehr, Luftverkehr und GALILEO. Diese Prioritäten können von der EU im Rahmen des Europäischen Nachbarschafts- und Partnerschaftsinstruments, das ab 2007 das neue Finanzierungsinstrument für die Mittelmeerregion sein wird, entsprechend unterstützt werden.

Am 14. Dezember, einen Tag vor Konferenzbeginn, paraphierten Vizepräsident Barrot und der marokkanische Minister für Ausrüstung und Verkehr, Karim Ghellab, das globale Luftverkehrsabkommen zwischen der EU und Marokko. Dieses Abkommen ersetzt die bilateralen Abkommen, die derzeit zwischen Marokko und den einzelnen Mitgliedstaaten existieren. Darin ist nicht nur die gegenseitige Öffnung der Märkte vorgesehen, sondern auch eine rechtliche Zusammenarbeit in den Bereichen technische Sicherheit, Gefahrenabwehr und Luftverkehrsmanagement. So wird ein bilateraler Markt mit 4,5 Mio. Fluggästen jährlich unter harmonischen Bedingungen entstehen können. Das Abkommen demonstriert deutlich die Stärkung der euro-mediterranen Beziehungen im Luftverkehr.

Am Rande der Konferenz fand ferner - unter Leitung von Vizepräsident Barrot – das zweite Treffen zwischen dem israelischen Verkehrsminister, Meier Sheetrit, und dem palästinensischen Verkehrsminister, Saad Kharma, statt. Bei diesem Treffen wurde eine Bestandsaufnahme der israelisch-palästinensischen Zusammenarbeit im Verkehrssektor vorgenommen, insbesondere in Bezug auf die Fortschritte bei der Einrichtung des gemeinsamen Büros für Verkehr. Die Gründungsurkunde dieses Büros war von den beiden Ministern – in Anwesenheit der Europäischen Kommission - am 21. September dieses Jahres in Jerusalem unterzeichnet worden.


[1] Das Europa-Mittelmeer-Verkehrsforum ist das tonangebende Gremium für die regionale Zusammenarbeit im Verkehrssektor. In ihm treten ein- bis zweimal jährlich die hohen Beamten der Verkehrsministerien der 10 Partnerländer im Mittelmeerraum und der 25 EU-Mitgliedstaaten zusammen.

[2] Das Blaubuch ist über folgende Internetadresse zugänglich:

http://www.euromedtransport.org


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website