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Brüssel, den 25. November 2005

Welt-Aids-Tag 2005: EU-Maßnahmen zur Bekämpfung einer sich wieder stärker ausbreitenden Seuche

Junge Menschen in der gesamten Europäischen Union und deren Nachbarstaaten gehören zu den Hauptbetroffenen der tödlichen HIV/Aids-Seuche, die sich wieder stärker ausbreitet. Angesichts des bevorstehenden Welt-Aids-Tages am 1. Dezember zeigen gerade veröffentlichte Daten des von der EU finanzierten „Euro-HIV“-Netzes, dass die Zahl der HIV-Neuinfizierten stetig steigt. In den 20 EU-Mitgliedstaaten, aus denen Daten über die letzten vier Jahre vorliegen, stieg die Gesamtzahl der gemeldeten HIV-Neudiagnosen um 23 %. Den höchsten Anstieg verzeichnet das Vereinigte Königreich mit 69 %. Im Jahre 2004 wurden in der gesamten WHO-Region Europa knapp 72 000 Fälle gemeldet. Laut neuen Schätzungen von UNAIDS leben in der Region Europa 2,3 Mio. Menschen mit HIV und Aids. Um die Ausbreitung der Seuche in Europa und den Nachbarländern einzudämmen, wird die Kommission in Kürze eine Mitteilung annehmen, die konkrete Schritte für 2006-2009 darlegt. Dazu gehören Aspekte wie die Beteiligung der Zivilgesellschaft, Partnerschaften mit der Industrie, Überwachung, die Prävention neuer Infektionen, Drogenabhängigkeit, Aufklärung, Beratung und Tests, Forschung und Initiativen für Nachbarländer. Die Europäische Kommission investiert auch weiterhin in Forschungsprojekte, die sich auf neue Arzneimittel sowie auf Mikrobizide und Impfstoffe konzentrieren, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

„Ich bin sehr besorgt über die wieder stärkere Ausbreitung der HIV/Aids-Infektion, vor allem bei jungen Europäern” sagte der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige Kommissar Markos Kyprianou. „Wir müssen den jungen Menschen in Erinnerung rufen, welche Risiken mit dieser Seuche verbunden sind, und dass es sich immer noch um eine sehr reale und wachsende Bedrohung handelt. Die Aufklärung wird eine der Hauptprioritäten der demnächst erscheinenden Mitteilung der Kommission über die HIV/Aids-Bekämpfung darstellen, die insbesondere den Dialog und die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft fördern soll, um dazu beizutragen, dass die Botschaft auch ankommt.”

„Große soziale Herausforderungen wie die HIV/Aids-Verbreitung bei europäischen Jugendlichen erfordern Forschung auf Spitzenniveau. Durch die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene können wir effektiver und innovativer werden und neue Wege beschreiten, damit wir die weitere Ausbreitung dieser Krankheit so bald wie möglich verhindern können,” sagte der für Wissenschaft und Forschung zuständige Kommissar Janez Potočnik.

Wieder im Anstieg begriffen
Seit 1984 koordiniert das Überwachungsnetz EuroHIV
http://www.eurohiv.org,
das teilweise von der Europäischen Kommission finanziert wird, die HIV/Aids-Überwachung in den 52 Ländern der WHO-Region Europa. Im Jahre 2008 wird das Europäische Seuchenbekämpfungszentrum
http://ecdc.eu.int

die Zuständigkeit für dieses Netz übernehmen. Nach seinen Angaben ist der intravenöse Drogenkonsum immer noch die Hauptursache für die Übertragung und trägt zum Anstieg der HIV-Neuinfektionen bei. Die meisten der Infizierten sind jedoch junge, sexuell aktive Menschen.

In den 20 EU-Mitgliedstaaten, für die Daten vorliegen, beträgt die Zahl der Ende 2004 neu gemeldeten HIV-Infektionen fast 22 000 Fälle. In der EU ist die HIV-Infektion sowohl bei Heterosexuellen als auch bei homo- und bisexuellen Männern im Anstieg begriffen.

EU-Maßnahmen zur HIV/Aids-Bekämpfung

Im Rahmen des Aktionsprogramms der Gemeinschaft im Bereich der öffentlichen Gesundheit hat die EU Projekte finanziert und Netze eingerichtet, um Behörden, Nichtregierungsorganisationen und Stakeholder in der gesamten EU miteinander zu verbinden, um die Verbreitung vorbildlicher Verfahren zu fördern und Risikogruppen wie Drogensüchtigen, Prostituierten und Häftlingen zu helfen. Insgesamt wurden im Zeitraum 2003-2006 EU-Mittel in Höhe von mehr als € 1,2 Milliarden bereitgestellt, um HIV/Aids wie auch Malaria und Tuberkulose zu bekämpfen. Die EU hat eine Reihe von Initiativen eingeleitet, und zwar zu den Themen Prävention (einschließlich Kampagnen zur Aufklärung und zur Verwendung von Kondomen), Drogenkonsum, HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind, Sicherheit von Blut und Geweben, gesundheitliche Versorgung, einschließlich Zugang zu bezahlbarer antiretroviraler Therapie, Interessenvertretung, Überwachung, Forschung, die Beteiligung der Zivilgesellschaft, soziale Eingliederung und Zusammenarbeit mit Nachbarländern. Die demnächst erscheinende Mitteilung der Kommission über die „HIV/Aids-Bekämpfung in der Europäischen Union und ihren Nachbarländern 2006-2009” wird diese Aspekte ausführlicher behandeln, weitere Themen ansprechen und einen detaillierten Aktionsplan vorschlagen, der sich an die Empfehlungen anschließt.

Die Forschungsarbeiten zur Entwicklung neuer Arzneimittel, Impfstoffe und Mikrobizide, die eingesetzt werden können, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, fallen in zwei Kategorien: klinische Versuche an HIV-Infizierten und von der Industrie durchgeführte Projekte. Die von der Europäischen Union geförderten Forscher arbeiten derzeit mit chinesischen, tansanischen und südafrikanischen Wissenschaftlern zusammen, um klinische Tests möglicher Impfstoffe vorzubereiten. Innerhalb der EU arbeiten die Wissenschaftler an der Entwicklung eines kombinierten Impfstoffs gegen HIV und Masern, mit dem Kinder geimpft werden können. Darüber hinaus wird die Entwicklung von Arzneimitteln gefördert, die potenziell als vorbeugendes Mittel zur Abtötung des Virus wirken und eine weitere Infektion verhindern könnten.

Aids-Bekämpfung in Entwicklungsländern

Mit einem Beitrag von € 2 Milliarden ist die Europäische Union der wichtigste Geber des UN-Globalfonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria. Dieser Fonds wurde eingerichtet, um den Entwicklungsländern rasche und umfangreiche finanzielle Hilfen zu geben, mit denen sie ihre Programme zur Bekämpfung der drei Krankheiten nach ihren eigenen Prioritäten ausbauen können.

Zudem fördert die Europäische Kommission die Einführung der Preisstaffelung und den politischen Dialog mit Blick auf eine drastische Senkung der Arzneimittelpreise, einschließlich der Preise für antivirale Wirkstoffe. Bezahlbare Arzneimittel sind wichtigste Voraussetzung dafür, dass sich Tausende von Menschen in den Entwicklungsländern behandeln lassen können. Global gesehen stellt Aids heute immer noch ein besonderes Problem der Entwicklungsländer dar, wobei das südlich der Sahara gelegene Afrika am meisten betroffen ist.
Weitere Informationen sind von folgender Website abrufbar:
http://ec.europa.eu/health/ph_threats/com/aids/aids_en.htm

http://www.eurohiv.org

Globalfonds für die Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose: http://www.theglobalfund.org/en/
Eine Pressemappe mit weiteren Einzelheiten über die genannten Forschungsprojekte ist hier erhältlich:

http://ec.europa.eu/research/press/2005/pr2511en.cfm


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