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IP/05/1354

Brüssel, den 27. Oktober 2005

Europäische Wissenschaftler entwickeln Humanimpfstoff gegen das Vogelgrippevirus H7N1

Mit Unterstützung des Forschungsrahmenprogramms der EU haben Grippeexperten aus Großbritannien, Italien und Norwegen in Zusammenarbeit mit Impfstoffforschern von Sanofi Pasteur (Frankreich) einen weiteren Kandidaten-Impfstoff gegen eine Grippepandemie beim Menschen entwickelt, der gegen das Vogelgrippevirus H7N1 wirken soll. Nach diesem wissenschaftlichen Durchbruch soll der neue Impfstoff, der erste gegen das H7N1-Virus, im Frühjahr 2006 in die klinische Versuchsphase gehen (geplanter Name: RD-3). Bei der Impfstoffentwicklung hat man sich bisher vor allem auf das H5N1-Virus – die hoch pathogene Form der derzeit in den Nachrichten ausgiebig kommentierten Geflügelpest (“Vogelgrippe”) - konzentriert. Aus einem Bericht des Forschungsprojekts FLUPAN in der letztwöchigen Ausgabe des “Journal of Infectious Disease” geht jedoch hervor, dass auch das H7-Virus von Geflügel auf den Menschen übertragen werden kann. Diese wichtigen Forschungsarbeiten zu Impfstoffen sind Teil eines Maßnahmenpakets der Kommission gegen die Vogelgrippe und eine mögliche Grippepandemie beim Menschen.

Das Impfstoff-Forschungsprojekt FLUPAN wird von der Europäischen Union finanziell unterstützt und soll demonstrieren, dass Europa in der Lage ist, einen sicheren und effizienten Impfstoff gegen hoch pathogene Geflügelpest-Viren zu entwickeln. Das FLUPAN-Konsortium hat sechs Partner: Health Protection Agency (Großbritannien), Istituto Superiore di Sanita (Italien), National Institute for Biological Standards and Control (Großbritannien), Sanofi Pasteur (Bereich Impfstoffe der Sanofi-Aventis-Gruppe - Frankreich), Universität Bergen (Norwegen), Universität Reading (Großbritannien).

Das Projekt begann im September 2001 mit der Auswahl des hoch pathogenen H7N1-Virus als potenziellem Virus einer Pandemie. Dieses Virus führte 1999 zu Fällen von Geflügelsterben in Italien und war mit dem bei Geflügel in den Niederlanden festgestellten H7N7-VIRUS verwandt.

Da das H7N1-Virus für den unmittelbaren Gebrauch in der herkömmlichen Grippeimpfstoffherstellung zu gefährlich war, wurde es mittels der reversen Gentechnologie modifiziert und “sicher” gemacht. Der “maßgeschneiderte” RD-3-Virus absolvierte die internationalen Sicherheitstests erfolgreich und wird nun von Sanofi Pasteur zur Herstellung eines Impfstoffs eingesetzt. Es handelt sich um den ersten Impfstoff, bei dem dank der reversen Gentechnologie keine Eier zur Herstellung verwendet werden.

Bei dem Virus H7 wird das Risiko, sich als pandemieauslösender Influenzastamm zu erweisen, als geringer eingestuft als bei dem H5N1-Virus. Die im Rahmen der FLUPAN-Forschung zum H7-Virus erreichten technologischen Fortschritte bedeuten jedoch, dass das Projekt für die künftige Entwicklung von Pandemieimpfstoffen wertvoll sein wird. Die Forschungsergebnisse wurden in der Ausgabe des “Journal of Infectious Diseases” vom 15. Oktober (S. 1318) veröffentlicht (s. http://www.journals.uchicago.edu/JID/journal/).

Anlässlich eines Sachverständigentreffens in Brüssel in der vergangenen Woche wurde der weitere Forschungsbedarf im Bereich der Vorbeugung gegen die Vogelgrippe und eine mögliche Grippepandemie beim Menschen sowie im Bereich der Therapie geprüft. Die Experten kamen zu dem Schluss, dass rasch außerordentliche Forschungsanstrengungen erforderlich seien, um die notwendige Vorbeugung durch bessere Impfstoffe sicherzustellen. Die Forschungsmaßnahmen und klinischen Studien sind Teil der vielfältigen Maßnahmen, die die Europäische Kommission unternimmt oder vorgeschlagen hat, um auf die aktuelle Situation im Zusammenhang mit der Vogelgrippe und einem möglichen Ausbruch einer Grippepandemie beim Menschen zu reagieren.

Die Krankheit muss an der Quelle, d. h. bei den Tieren, bekämpft werden. Gleichzeitig sind beträchtliche Anstrengungen erforderlich, um die Menschen durch die Bereitstellung hocheffizienter Grippepandemieimpfstoffe zu schützen.
Weitere Informationen zu dem von der EU unterstützten Forschungsprojekt FLUPAN finden Sie auf folgender Webseite:

http://www.nibsc.ac.uk/spotlight/flupan.html
Weitere Informationen zur Grippe (Influenza) finden Sie auf folgender Webseite:

http://ec.europa.eu/dgs/health_consumer/dyna/influenza/index.cfm


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