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Grippepandemie: Kommissar Kyprianou kündigt Maßnahmen zur Verstärkung der EU-Abwehrbereitschaft an

European Commission - IP/05/1310   19/10/2005

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IP/05/1310

Brüssel, 19. Oktober 2005

Grippepandemie: Kommissar Kyprianou kündigt Maßnahmen zur Verstärkung der EU-Abwehrbereitschaft an

Die Abwehrbereitschaft der EU gegen die Gripppepandemie hat sich in den letzten sechs Monaten verbessert, dennoch müssen die Mitgliedstaaten noch weitere verstärkte Anstrengungen unternehmen, um besser gegen eine solche Pandemie gerüstet zu sein, so Markos Kyprianou, der EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz. Die Europäische Kommission bereitet eine Reihe von Initiativen vor, die den Mitgliedstaaten dabei helfen sollen, die entsprechenden Maßnahmen zu koordinieren. Es wird eine EU-weite Simulationsübung einer Grippepandemie stattfinden, und bis Ende des Jahres soll ein neues Strategiepapier über die Grippe-Abwehrbereitschaft veröffentlicht werden. Die Kommission und das Europäische Zentrum für Seuchenprävention und –bekämpfung prüfen auch die einzelstaatlichen Bereitschaftspläne der Mitgliedstaaten, bevor eine informelle Tagung der EU-Gesundheitsminister (20.-21. Oktober in Hertfordshire, VK) und eine Expertenkonferenz der Europäischen Kommission, des Seuchenbekämpfungszentrums und der WHO (24.-26. Oktober in Kopenhagen) stattfinden, auf der die Grippe-Abwehrbereitschaft erörtert werden soll.

„Laut Auskunft der Experten ist eine Grippepandemie beim Menschen durchaus möglich und kann jederzeit in den nächsten Jahren auftreten,” sagte Kommissar Kyprianou. „Eine Grippepandemie beim Menschen wird Auswirkungen auf alle staatlichen Stellen und auf die gesamte Gesellschaft haben. Darauf müssen wir vorbereitet sein; die Gesundheitsbehörden in ganz Europa arbeiten mit großer Anstrengung daran, die Grippe-Abwehrbereitschaft zu verstärken. Im Rahmen ihrer einzelstaatlichen Bereitschaftspläne müssen die Regierungen die Auswirkungen einer Pandemie auf die wesentlichen öffentlichen Dienstleistungen wie Gesundheitswesen, Verkehr, Energieversorgung und das Bildungswesen bedenken.”

Zur geplanten EU-Simulationsübung für die Pandemie-Abwehrbereitschaft sagte Kommissar Kyprianou: „Diese Übung wird zeigen, ob Europa in der Lage ist, koordiniert und wirksam auf eine Pandemie zu reagieren. Die Erprobung unserer Bereitschaftspläne ist der Schlüssel für deren Umsetzbarkeit. Wir müssen bei der Abwehr einer Pandemie von der Theorie zur Praxis übergehen.”

EU-Simulationsübung zur Grippe-Abwehrbereitschaft

Bis Ende des Jahres wird in einer EU-weiten Krisensimulationsübung erprobt, ob die einzelstaatlichen und gemeinschaftlichen Entscheidungsträger in der Lage sind, ihre Reaktion auf eine Grippepandemie zu koordinieren. An der zweitägigen Simulationsübung werden die einzelstaatlichen Gesundheitsbehörden, die Kommission, EU-Einrichtungen wie das Europäische Zentrum für die Prävention und die Bekämpfung von Seuchen und die Europäische Arzneimittelagentur (EMEA), die

Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie Vertreter der Impfstoff- und Arzneimittelindustrie mitwirken.

In Kommandozentralen, die über ganz Europa verteilt sind, werden Beamte auf imaginäre Notfallszenarien reagieren, um die Entscheidungsfindung und die Koordinierung der Verständigung über Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit sowie die Bedeutung der Pandemie für die gesundheitliche Versorgung und andere wesentliche öffentliche Dienstleistungen zu erproben. Besonderes Gewicht wird dabei darauf gelegt, festzustellen, ob die einzelstaatlichen und gemeinschaftlichen Behörden in der Lage sind, eine europaweite Reaktion zu koordinieren sowie sich gegenseitig rasch und wirksam Informationen zu übermitteln. Bei dieser Simulationsübung werden die Notfalldienste und das Personal des Gesundheitswesens nicht wirklich mobilisiert, die Übung beschränkt sich vielmehr auf die Planung in den Kommandozentralen.

Die Übung wird von der Kommission finanziert und von der britischen Gesundheitsschutzagentur durchgeführt. Die Termine und Einzelheiten der Szenarien werden nicht öffentlich bekannt gegeben, damit sie so realistisch wie möglich ablaufen. Vor der Simulationsübung einer Grippepandemie wird eine weitere, weniger umfangreiche Katastrophenschutzübung stattfinden, um die Sicherheit der Kommunikationswege auf diesem Gebiet zu erproben. Nach Abschluss der beiden Übungen wird die Kommission eine Pressekonferenz abhalten.

Die aus der Übung gezogenen Lehren werden in die derzeit stattfindende Überarbeitung des Strategiepapiers der Kommission von 2004 über die Bereitschaftsplanung zur Abwehr einer Grippepandemie (siehe IP/04/432) einfließen.

Überprüfung der einzelstaatlichen Pandemie-Abwehrbereitschaftspläne

Im März hat die Kommission eine Konferenz von Gesundheitsbeamten aus 52 Ländern Europas (allen 25 EU-Mitgliedstaaten sowie weiteren 27 Ländern der WHO-Europaregion) veranstaltet, um die Bereitschaftsplanung zur Pandemie-Abwehr zu erörtern (siehe MEX/05/0302). Alle verpflichteten sich, entsprechende Bereitschaftspläne zu erarbeiten oder auf den neuesten Stand zu bringen.

Inzwischen haben alle EU-Mitgliedstaaten einzelstaatliche Bereitschaftspläne eingeführt oder sind dabei, deren Erarbeitung rasch voranzutreiben. Die Kommission und das Seuchenbekämpfungszentrum haben Kopien dieser nationalen Bereitschaftspläne erhalten und ausgewertet; sie sollen auf der Expertensitzung der Europäischen Kommission, des Seuchenbekämpfungszentrums und der WHO zum Thema Pandemie-Abwehrbereitschaft erörtert werden, die am 24. - 26. Oktober bei der WHO-Europa in Kopenhagen stattfindet.

Weitere Informationen

http://ec.europa.eu/health/ph_threats/com/Influenza/influenza_en.htm


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