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IP/05/1244

Brüssel, 11. Oktober 2005

Vogelgrippe in der Türkei: EU verhängt Einfuhrverbot für lebende Vögel und bestimmte Geflügelerzeugnisse

Nachdem am Wochenende das Vogelgrippevirus in der Türkei nachgewiesen wurde, hat die Kommission ein Einfuhrverbot für alle lebenden Vögel und unbehandelten Federn aus der Türkei verhängt. Die Einfuhr von lebendem Geflügel, Eiern und frischem Geflügelfleisch aus der Türkei in die EU war auch bisher nicht erlaubt, daher ist für diese Erzeugnisse kein weiteres Einfuhrverbot notwendig. Die Mitgliedstaaten werden das Einfuhrverbot umgehend umsetzen, und der Ständige Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit wird die Entscheidung am 12. Oktober überprüfen.

Markos Kyprianou, der Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, erklärte dazu: „Der Nachweis der Vogelgrippe in der Türkei ist wegen der Nähe zu den EU-Grenzen sehr besorgniserregend. Wir wissen zwar noch nicht, ob es sich um das gleiche virulente Virus handelt, das in Asien solche Verheerung angerichtet hat, und können nur hoffen, dass dies nicht der Fall ist. Doch jede Verzögerung bei der Reaktion auf diese Entwicklung würde ein schwerwiegendes Risiko für die Tiergesundheit und vielleicht sogar für die menschliche Gesundheit bedeuten; deshalb verhängen wir umgehend ein Einfuhrverbot. Die Kommission hat sofort auf die Bedrohung durch die Vogelgrippe reagiert, sobald diese in Asien auftrat, und wir werden auch weiterhin alle uns zur Verfügung stehenden Maßnahmen treffen, um zu verhindern, dass das Virus in die EU eingeschleppt wird. Wir haben der Türkei Hilfe angeboten, und die Maßnahmen, die wir gegen die Einfuhren getroffen haben, werden in den nächsten Tagen überprüft, sobald die endgültigen Testergebnisse vorliegen.“

Hintergrund

Das hoch pathogene Vogelgrippevirus H5N1 ist seit 2003 in Südostasien endemisch, was zum Tod bzw. zur Vernichtung von 140 Mio. Vögeln geführt hat. Die EU verfolgt die Situation mit großer Aufmerksamkeit und arbeitet dabei mit internationalen Stellen wie dem Internationalen Tierseuchenamt (OIE) und der Welternährungsorganisation (FAO) zusammen, um zu versuchen, das Virus in dieser Region zu bekämpfen, indem sie den betroffenen Ländern finanzielle und technische Hilfe gewährt und die Überwachung zur Abwehr dieser Seuche innerhalb ihrer eigenen Grenzen verstärkt. Im April 2005 hat die Kommission einen Richtlinienvorschlag angenommen, dessen Zweck es ist, die Gemeinschaftsmaßnahmen zur Bekämpfung der Geflügelpest auf den neuesten Stand zu bringen (siehe IP/05/501), und zwar unter Berücksichtigung der Lageentwicklung und neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Seuche, einschließlich ihrer potenziellen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit.

Berichte von August 2005 über die Ausbreitung der Seuche Richtung Westen nach Russland und Kasachstan veranlassten die Kommission und die Mitgliedstaaten, ihre Antrengungen zu verstärken, um eine Einschleppung der Seuche nach Europa zu verhindern, und die vorhandenen Maßnahmen zur Risikosenkung zu überprüfen. Dabei einigte man sich unter anderem auf eine verstärkte Überwachung (insbesondere von frei lebenden Vögeln), auf eine Meldepflicht ungewöhnlicher Todesfälle frei lebender Vögel bei den nationalen Veterinärbehörden und die Bereitstellung von etwa 900 000 Euro aus EU-Mitteln zur Kofinanzierung der erweiterten Überwachung von Vögeln auf das Vogelgrippevirus.

Einfuhrverbote gelten auch für Erzeugnisse aus Kasachstan, Thailand, Kambodscha, Indonesien, Laos, China, Vietnam, Nordkorea, Pakistan, Malaysia, und Russland (Sibirien) wegen des Ausbruchs der Vogelgrippe in diesen Ländern.

Was die Türkei betrifft, so wurden Proben des Virus zwecks weiterer Untersuchung am Dienstag Morgen zum Gemeinschaftlichen Referenzlabor gebracht.

Rumänien

Rumänien meldete am 7. Oktober einen Vogelgrippeverdachtsfall im Donaudelta nach einer seropositiven Reaktion bei Enten. Die Behörden haben umgehend und entschlossen reagiert und die Kommission ständig auf dem Laufenden gehalten. Derzeit ist ein Expertenteam der Kommission in Bukarest und arbeitet mit den rumänischen Behörden und Sachverständigen zusammen. Bisher wurde noch kein Virus isoliert, es werden jedoch weitere Tests durchgeführt.

Die Europäische Kommission wird die Situation mit den Mitgliedstaaten auf der Sitzung des Ständigen Ausschusses für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit am 12. Oktober überprüfen und festlegen, welche weiteren Maßnahmen angesichts der endgültigen Testergebnisse notwendig sind.
Weitere Informationen zur Vogelgrippe sind von folgender Website abrufbar:

http://ec.europa.eu/food/animal/diseases/controlmeasures/avian/index_en.htm


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