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Luftverkehrssicherheit: Kommission und Eurocontrol erörtern künftiges Luftverkehrssystem

European Commission - IP/05/1198   29/09/2005

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IP/05/1198

Brüssels, den 29. September 2005

Luftverkehrssicherheit: Kommission und Eurocontrol erörtern künftiges Luftverkehrssystem

Das für Forschung zuständige Mitglied der Kommission, Janez Potočnik, und hohe Beamte von Eurocontrol treffen heute in Brüssel zusammen, um den Forschungsbedarf im Bereich Flugverkehrsmanagement beim neuen Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union (2007-2013) zu erörtern. Die Kommission schlägt die Zuweisung umfangreicher Mittel des siebten Rahmenprogramms für die Forschungskomponente eines vollmaßstäblichen europaweiten Flugverkehrsmanagement-Systems vor, das die Initiative der Kommission für einen einheitlichen europäischen Luftraum unterstützen soll. Ein zuverlässiges Flugverkehrsmanagement ist von zentraler Bedeutung für die Gewährleistung der Sicherheit der Passagiere im europäischen Luftverkehr.

„Um bei dem rasanten Wachstum des Luftverkehrs die Sicherheit zu gewährleisten, sind natürlich drastische Veränderungen beim Management des Fluggeschehens über Europa erforderlich,“ so Janez Potočnik, in der Europäischen Kommission zuständig für Forschung und Wissenschaft. „Wir müssen daher in die entsprechenden Technologien investieren. Mehr zukunftsorientierte Forschungsinvestitionen werden uns die benötigten Fortschritte in diesem kritischen Bereich ermöglichen.“

Die Europäische Kommission unternimmt in Zusammenarbeit mit Eurocontrol (die Europäische Organisation zur Sicherung der Luftfahrt) bereits wesentliche Schritte zur Verbesserung der Sicherheit des Luftverkehrs. De facto werden 80% der derzeitigen Forschungen zum europäischen Flugverkehrsmanagement (ATM) durch gemeinsame Initiativen von Eurocontrol und der Europäischen Kommission finanziert. Trotzdem sind bei exponentiellem Wachstum des Luftverkehrs in den letzten Jahrzehnten die jährlichen Technologieinvestitionen in Europa in diesem Bereich seit 1996 relativ statisch geblieben. Im derzeitigen Forschungsrahmenprogramm der Kommission (2002-2006) wurden 150 Mio. € für die ATM-Forschung bereitgestellt. Die Kommission und Eurocontrol arbeiten zur Zeit in verschiedenen Bereichen zusammen, um die Sicherheit im Luftverkehr zu erhöhen. Beispiele dafür sind:

  • das Projekt OPTIMAL zur Entwicklung innovativer Verfahren für mehr Sicherheit beim Anflug und bei der Landung von Flugzeugen auf zunehmend überlasteten Flughäfen und bei schlechten Sichtverhältnissen
  • das Projekt MA-AFAS zur Entwicklung von Kommunikationsmöglichkeiten zwischen den Flugzeugen, um die bereits zu stark beanspruchten Flugverkehrskontrollsysteme zu entlasten und die Autonomie des einzelnen Flugzeugs zu erhöhen.

Die derzeitige Forschung findet zwar Lösungen für einen sicheren Betrieb des heutigen Luftverkehrssystems in seiner fragmentierten Form, aber dies reicht nicht aus, vor allem mit Blick auf die Initiative für einen einheitlichen europäischen Luftraum, der für das ATM in Europa grundlegende Veränderungen mit sich bringen wird. Vizepräsident Barrot, in der Europäischen Kommission zuständig für Verkehrsfragen, hat als Zukunftslösung eine einheitliche europäische Infrastruktur für das Flugverkehrsmanagement, genannt SESAME, vorgeschlagen. SESAME soll eine umfassende Koordinierung zwischen Luftraumnutzern, Betreibern und Zulieferindustrie gewährleisten und die Akteure aus den Bereichen Regelungsrahmen, Finanzierungsquellen sowie Umsetzung und Durchführung zusammenbringen.

Der Rat für Luft- und Raumfahrtforschung in Europa (ACARE) hat in seiner strategischen Forschungsagenda vorgeschlagen, die Forschungskomponente von SESAME im nächsten Forschungsrahmenprogramm der Kommission (RP7) zu fördern.

Hintergrund

Die Europäische Kommission wurde 2002 Mitglied von Eurocontrol. Die Unterzeichnung einer Absichtserklärung über die Zusammenarbeit zwischen der EG und Eurocontrol erfolgte 2003. Ihr Ziel ist der Ausbau der Zusammenarbeit in fünf Bereichen, einschließlich der Verwirklichung des einheitlichen europäischen Luftraums und der Durchführung von FuE. Die Europäische Kommission hat Eurocontrol außerdem beauftragt, in ihrem Namen Funktionen zu erfüllen und Betriebskonzepte zu definieren.

Der einheitliche europäische Luftraum wird das Flugverkehrsmanagement in Europa nachhaltig verändern. Die Rollen der verschiedenen Akteure werden präziser definiert sein, einschließlich der von Regulierungsinstanzen, Dienstleistungsanbietern und der Zulieferindustrie im Rahmen eines „übergreifenden Qualitätsprozesses“, der zur Zertifizierung führt, wobei die neue Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) die Führungsrolle bei der Entwicklung einer europäischen Infrastruktur (angelehnt an Galileo) oder eines einheitlichen ATM-Systems übernehmen wird. Das Programm zur Verwirklichung des einheitlichen europäischen Luftraums (SESAME) ist ein spezifisches großmaßstäbliches Industrieprogramm unter Beteiligung von Luftraumnutzern, Betreibern und der Zulieferindustrie, das auch Regelungsrahmen, Finanzierungsquellen und Komponenten der Durchführung und Umsetzung einbezieht. In seiner ersten Phase soll ein europäischer ATM-Masterplan erstellt werden. Dieser ATM-Masterplan soll auch den kurz- und mittelfristigen ATM-Forschungsplan abdecken.

Weitere Informationen über den einheitlichen europäischen Luftraum: IP/05/729


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