Navigation path

Left navigation

Additional tools

Kommission: Strategie für saubere Luft soll Gesundheit und Umwelt schützen

European Commission - IP/05/1170   21/09/2005

Other available languages: EN FR ET

IP/05/1170

Brüssel, den 21. September 2005

Kommission: Strategie für saubere Luft soll Gesundheit und Umwelt schützen

Heute hat die Europäische Kommission eine ehrgeizige Strategie vorgeschlagen, die eine weitere wesentliche Verbesserung der Luftqualität in ganz Europa zum Ziel hat. Die thematische Strategie gegen die Luftverschmutzung soll bis 2020 dazu führen, dass die Zahl der vorzeitigen Todesfälle durch mit der Luftverschmutzung in Zusammenhang stehende Krankheiten gegenüber 2000 um fast 40 % sinkt. Auch soll die Fläche an Wäldern und anderen Ökosystemen, die durch Luftschadstoffe Schaden erleiden, wesentlich reduziert werden. Die Strategie umfasst zwar alle wichtigen Luftschadstoffe, doch ihr besonderes Augenmerk gilt dem Feinstaub (auch als Partikel bekannt) und dem bodennahen Ozon, da diese beiden die größte Gefahr für die menschliche Gesundheit bilden. Im Rahmen der Strategie schlägt die Kommission vor, mit einer Regelung für die als PM2,5 bekannten feinen Schwebeteilchen zu beginnen, die tief in menschliche Lungen eindringen. Auch schlägt die Kommission eine Straffung der Rechtsvorschriften über die Luftqualität vor. Dazu sollen die bestehenden Rechtsinstrumente in eine einzige Richtlinie über die Luftqualität überführt werden, was eine bessere Rechtsetzung bedeutete.

Der Umweltkommissar Stavros Dimas erklärte dazu: „Diese Strategie gegen die Luftverschmutzung wird die Luftqualität in Europa erheblich verbessern. Sie wird Tausende frühzeitiger Todesfälle durch mit der Luftverschmutzung in Zusammenhang stehende Krankheiten verhindern und die Schäden an Ackerpflanzen, Wäldern und anderen Ökosystemen ganz entscheidend verringern. Die Verbesserung der Luftqualität ist zwar nicht umsonst zu haben, doch diese Kosten werden mindestens fünffach durch den Nutzen für die Gesellschaft als Ganzes aufgewogen.“

Schon der Nutzen für die Gesundheit übersteigt die Kosten mindestens um das Fünffache

Trotz wesentlicher Verbesserungen der europäischen Luftqualität aufgrund von Rechtsvorschriften und anderen Faktoren beeinträchtigt die Luftverschmutzung die menschliche Gesundheit und die Umwelt immer noch sehr stark. Daher hat die Kommission eine Strategie entwickelt, die ehrgeizige, bis 2020 erreichbare Ziele für den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt setzt. Sie hat nach der kostengünstigsten, mit dem Wachstums- und Beschäftigungsziel (der Lissabonner Strategie) und der Strategie der EU für nachhaltige Entwicklung zu vereinbarenden Lösung gesucht.

Die thematische Strategie wird die Zahl frühzeitiger Todesfälle durch Feinstaub und Ozon von 370 000 pro Jahr im Jahr 2000 auf 230 000 im Jahr 2020 verringern. Ohne die Strategie gäbe es 2020 immer noch über 290.000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr.

Die Strategie dürfte zu einem Nutzen für die Gesundheit führen, der sich auf mindestens 42 Mrd. € pro Jahr beziffern lässt. Er drückt sich aus in weniger vorzeitigen Todesfällen, weniger Krankheitsfällen, weniger Krankenhausaufnahmen, erhöhter Arbeitsproduktivität usw. Dieser Wert liegt fünfmal so hoch wie die Kosten für die Durchführung der Strategie, die auf rund 7,1 Mrd. € pro Jahr oder rund 0,05 % des BIP der EU-25 im Jahr 2020 geschätzt werden. Obwohl es kein anerkanntes Verfahren gibt, Schäden an Ökosystemen in Geldeinheiten zu beziffern, nutzt eine geringere Luftverschmutzung auch der Umwelt ganz erheblich. Die Strategie wird mehrere 100 000 Quadratkilometer an Wald und anderen Ökosystemen schützen.

Europäische Unternehmen können einen Wettbewerbsvorteil erringen, wenn sie ihre Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen auf weniger verschmutzende Technologien richten, die schließlich von Drittländern übernommen werden müssten.

Geplante Maßnahmen

Die derzeitigen Rechtsvorschriften zur Luftqualität werden gestrafft, damit die Mitgliedstaaten sie besser umsetzen können. Mit der Strategie geht ein Vorschlag für eine Rechtsvorschrift einher, die die bestehende Luftqualitäts-Rahmenrichtlinie, ihre ‚Tochterrichtlinien’ und eine Entscheidung über den Informationsaustausch zusammenfassen wird. Die vorgeschlagene neue Richtlinie über die Luftqualität würde die bestehenden Rechtstexte um 50 % kürzen, sie verdeutlichen und vereinfachen und die Berichterstattungspflichten modernisieren. Erstmals würde sie alle Mitgliedstaaten zu einer Verringerung der durchschnittlichen PM2,5-Konzentration verpflichten und die Konzentrationen in den am stärksten verschmutzten Gebieten begrenzen.

Gleichzeitig wird den Mitgliedstaaten eine größere Flexibilität zugestanden. Wenn sie nachweisen können, dass sie alle sinnvollen Maßnahmen zur Umsetzung der Rechtsvorschrift getroffen haben, dennoch aber die Luftqualitätsnormen an bestimmten Orten nicht erreichen können, dann wird ihnen gestattet, so der Vorschlag, eine Verlängerung der Frist für die Einhaltung in den betreffenden Gebieten zu beantragen, falls strenge Kriterien erfüllt sind und Pläne vorliegen, wie die Einhaltung der Anforderungen erreicht werden soll.

Die Kommission plant einen Vorschlag für eine Überarbeitung der Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen, um diese Höchstmengen mit den Zielen der Strategie in Einklang zu bringen. Außerdem werden mehrere andere mögliche Maßnahmen untersucht, wie etwa die Einführung neuer Kfz-Emissionsnormen („Euro V“), und weitere Initiativen in den Bereichen Energie, Verkehr und Landwirtschaft, Strukturfonds und internationale Zusammenarbeit.

Thematische Strategien

Die Strategie gegen die Luftverschmutzung ist eine der sieben thematischen Strategien, die die Kommission laut dem sechsten Umweltaktionsprogramm der EU erstellen muss. Die andern Strategien betreffen die Meeresumwelt, Abfallvermeidung und -recycling, die nachhaltige Nutzung von Ressourcen, Böden, Pestizide und die städtische Umwelt. Sie müssen im Laufe der nächsten Monate vorgelegt werden.

Die thematischen Strategien stellen eine moderne Art der Entscheidungsfindung dar. Sie sind auf umfangreiche Forschungsarbeiten und Konsultationen mit den Interessengruppen gestützt, packen die fraglichen Themen auf ganzheitliche Weise unter Berücksichtigung der Zusammenhänge mit anderen Problemen und Politikbereichen an und fördern eine bessere Rechtsetzung.
Weitere Einzelheiten der Strategie sind zu finden unter

http://ec.europa.eu/environment/air/cafe/index.htm

Für Fernsehanstalten und Sendernetze steht ein Video zur Verfügung, das unter http:// www.tvlink.org/ angeschaut und bestellt werden kann.

Siehe auch MEMO/05/334


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website