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Umwelt: Kommission unterstützt 89 Innovationsprojekte in 17 Ländern mit insgesamt 71 Mio. EUR

European Commission - IP/05/1157   19/09/2005

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IP/05/1157

Brüssel, den 19. September 2005

Umwelt: Kommission unterstützt 89 Innovationsprojekte in 17 Ländern mit insgesamt 71 Mio. EUR

Die Europäische Kommission hat im Rahmen des Programms LIFE-Umwelt 2005 die Finanzierung von 89 innovativen Umweltprojekten in 17 Ländern genehmigt. Diese Projekte zeigen neue Verfahren und Techniken für ein breites Spektrum von Umweltproblemen auf und leisten hierdurch einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Umwelt in Europa. Federführend bei diesen Projekten sind so genannte „Begünstigte“ oder Projektträger in Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Portugal, Rumänien, Spanien, Schweden und im Vereinigten Königreich. Die Investitionen belaufen sich auf Insgesamt 220 Mio. EUR, davon werden 71 Mio. EUR von der EU bereitgestellt.

Hierzu erklärte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas: “Das LIFE-Umwelt-Programm fördert die Entwicklung von immer effizienteren und innovativeren Technologien zur Lösung von Umweltproblemen. Diese Innovationen tragen auch dazu bei, die Ziele der EU in den Bereichen Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum zu verwirklichen.”

Dieses Jahr hat eine große Zahl öffentlicher und privater Organisationen aus den verschiedensten Bereichen insgesamt 534 Vorschläge für Förderprojekte bei der Kommission eingereicht. Die Kommission hat 89 Projekte ausgewählt, bei denen bahnbrechende Technologien zur Lösung von Umweltproblemen entwickelt oder angewandt werden.

Mit der Zahl der ausgewählten Projekte (31) wie auch der Höhe der zugewiesenen EU-Förderbeträge (27 Mio. EUR, das sind 39 % des Gesamtbetrags) liegt dieses Jahr die Abfallwirtschaft an der Spitze. An zweiter Stelle steht die Minimierung der Umweltfolgen wirtschaftlicher Tätigkeiten mit 22 Projekten und einem Gesamtförderbetrag von 17 Mio. EUR. Beinahe ein Fünftel aller EU-Fördermittel (14 Mio. EUR) entfallen auf die 17 Projekte, die sich mit der nachhaltigen Bewirtschaftung des Grund- und Oberflächenwassers befassen. Zwölf Projekte behandeln Fragen der nachhaltigen Landnutzung und –planung und erhalten insgesamt etwa 9 Mio. EUR (also 10 %) der EU-Fördermittel. Sieben Projekte haben die Minderung der Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen zum Gegenstand (Förderbetrag: 5 Mio. EUR).

Das LIFE-Programm

LIFE ist das Finanzinstrument der EU zur Förderung von Umwelt- und Naturschutzprojekten in der EU sowie in einigen Beitritts-, Kandidaten- und Nachbarländern. Es dient der Finanzierung bestimmter Maßnahmen zur Entwicklung und Umsetzung der EU-Umweltpolitik. Seit 1992 wurden über das LIFE-Programm etwa 2500 Projekte finanziert und der Umweltschutz auf diese Weise mit insgesamt 1,5 Mrd. EUR gefördert.

Das Programm LIFE-Umwelt, das die Förderung innovativer Pilot- und Demonstrationsprojekte zum Ziel hat, ist einer von drei Themenbereichen des LIFE-Programms. Die anderen beiden Bereiche sind LIFE-Natur und LIFE-Drittländer. LIFE-Natur dient der Umsetzung der EU-Richtlinien zum Schutz von Wildvögeln und Lebensräumen wild lebender Tiere und insbesondere dem Natura-2000-Netz der Schutzgebiete, das durch die letztgenannte Richtlinie geschaffen wurde. LIFE-Drittländer hilft den Drittländern des Mittelmeer- und Ostseeraums beim Aufbau ihrer Umweltschutzkapazitäten. Weitere Informationen zu den Projekten, die im Rahmen von LIFE-Natur bzw. LIFE-Drittländer genehmigt wurden, finden sich in den Pressemitteilungen IP/05/1155 und IP/05/1156.

Das jetzige LIFE-Programm („LIFE III“) läuft Ende 2006 aus. Die Kommission hat ein neues Programm unter der Bezeichnung „LIFE +“ vorgeschlagen, das von 2007-2013 laufen und über eine Mittelausstattung von 2,19 Mrd. EUR verfügen soll. Der Vorschlag wird zurzeit noch im Ministerrat und im Europäischen Parlament geprüft.

Weitere Informationen
Im Anhang findet sich eine Übersicht über die 89 Projekte, die Rahmen von LIFE-Umwelt gefördert werden. Weitere Informationen zu den einzelnen Projekten finden sich unter folgender Internet-Adresse:
http://ec.europa.eu/environment/life/project/index.htm

ANHANG

Überblick über die LIFE-Umwelt-Projekte 2005 nach Ländern

Belgien – zwei Projekte

Beide Projekte befassen sich mit der Wasserbewirtschaftung. Beim ersten Projekt werden Bewirtschaftungsleitlinien mit bewährten Verfahren für die unbedenkliche Verwendung von Pestiziden umgesetzt, um das Oberflächen- und Grundwasser vor Verschmutzung zu schützen.

Beim zweiten Projekt soll nachgewiesen werden, dass ein Verfahren namens „Metallabscheidung vor Ort“ („on site metal precipitation“) eine nachhaltige Lösung zur Reinigung des Grundwassers von Nichteisenmetallen darstellt.

Dänemark – sechs Projekte

Zwei Projekte befassen sich mit der Wasserbewirtschaftung. Beim ersten Projekt wird versucht, entsprechend den Zielen der EU-Wasserrahmenrichtlinie[1] im Flusseinzugsgebiet von Odense Maßnahmen durchzuführen, die das Versickern von Stickstoff- und Phosphorverbindungen aus landwirtschaftlicher Tätigkeit verhindern.

Das zweite Projekt betrifft den integrierten Schutz des Oberflächen- und Grundwassers in drei Agrargebieten in Mittel- und Ostjütland.

Zwei Projekte haben zum Ziel, die Umweltfolgen wirtschaftlicher Tätigkeiten zu minimieren. Beim ersten Projekt handelt es sich um eine Pilotstudie zur Erprobung innovativer „Bio-Planen“, die die Emission von Treibhausgasen auf Mülldeponien verringern sollen.

Beim zweiten Projekt werden die Vorteile aufgezeigt, die der Prototyp einer mit CO2- betriebenen Kühlanlage für Supermärkte und ähnliche Zwecke in Bezug auf Umweltschutz, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit bietet.

Bei einem Projekt Im Bereich Abfallwirtschaft wird versucht, Abwasserschlämme aus der Verbrennung für die Betonherstellung zu verwenden. Ein weiteres Projekt in diesem Bereich untersucht, inwieweit Abwasser- und Klärschlämme in Anlagen zur Herstellung von Steinwolle in Dänemark, Frankreich, Deutschland und dem Vereinigten Königreich als Rohstoff verarbeitet werden können.

Estland – ein Projekt

Ziel dieses Projekts ist die Minimierung der Umweltfolgen wirtschaftlicher Tätigkeiten. Dabei soll nachgewiesen werden, dass Schweinegülle durch ein Verfahren der Güllefermentation, der Umwandlung von Biogas in „grüne" Energie und Wärme sowie der vollständigen Trennung von wieder verwertbaren und anderen Bestandteilen in vollem Umfang wieder für die Energie- und Rohstoffgewinnung (Wasser und Düngemittel) verwendet werden kann.

Finnland – zwei Projekte

Beide Projekte behandeln Fragen der Abfallwirtschaft. Beim ersten Projekt wird untersucht, in wieweit Abfall von elektrischen und elektronischen Geräten im Einklang mit den EU-Rechtsvorschriften[2] wiederverwertet werden kann; dabei werden insbesondere die ländlichen Räume berücksichtigt.

Beim zweiten Projekt werden in Haushalten, Schulen und Tagesbetreuungseinrichtungen in Helsinki Sensibilisierungsmaßnahmen durchgeführt, um zu erreichen, dass die Abfallmengen nicht über die Mengen von 2003 hinausgehen.

Frankreich – elf Projekte

Bei einem Projekt zur Wasserbewirtschaftung wird die Wasserbelastung durch Pestizide verringert, indem die Pflanzenschutzverfahren durch eine schärfere Kontrolle der von Sprühanlagen ausgebrachten Pestizidmenge verbessert werden. Die dabei gewonnenen Erfahrungen werden mit den italienischen und spanischen Partnern ausgetauscht.

Drei Projekte befassen sich mit sauberen Technologien. Beim ersten Projekt wird eine mechanische und umweltfreundliche Alternative zur chemischen Fräsung komplex geformter Bauteile für die Luft- und Raumfahrtindustrie vorgestellt.

Mit dem zweiten Projekt soll eine saubere Technologie für die Textilveredelung auf Basis der Elektroflockulation entwickelt werden.

Das allgemeine Ziel des dritten Projekts besteht in der 30%igen Senkung der CO2-Emissionen bei der Trocknung von Terrakotta-Erzeugnissen.

Sechs Vorhaben fallen in den Bereich der Abfallwirtschaft. Das erste soll dazu dienen, einen Beitrag zum Entwurf, der Entwicklung und der Erprobung innovativer bleifreier Montagebänder zu leisten und entsprechend den EU-Richtlinien über Elektro- und Elektronik-Altgeräte2 und zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten[3] die Zuverlässigkeit neuer bleifreier Amalgame zu untersuchen.

Beim zweiten Projekt wird ein Verfahren zur Entsorgung stillgelegter Flugzeuge entwickelt. Trotz der steigenden Zahl stillgelegter Flugzeuge (etwa 250 pro Jahr) gibt es noch kein anerkanntes Verfahren, das die sichere und umweltgerechte Stilllegung dieser Flugzeuge regelt.

Das dritte Projekt wird im Departement Deux-Sèvres durchgeführt und soll auf allen Stufen des Verbrauchszyklus die Abfallmenge durch entsprechende Anreize für die Bevölkerung und die Wirtschaftsteilnehmer reduzieren.

Mit dem vierten Projekt soll nachgewiesen werden, dass die Einführung von Ultraschalltechnologie zur Reduzierung der anfallenden Klärschlammmenge in einer Abwasseraufbereitungsanlage technisch durchführbar ist.

Mit dem fünften Projekt wird gezeigt, dass die insbesondere in Mobilfunkgeräten, Laptops, Fotoapparaten oder Spielzeug verwendeten Lithium-Ionen-Batterien durch eine innovative Technologie wiederverwertet werden können.

Mit dem sechsten Projekt wird Blei durch andere Legierungen ersetzt, damit die Kommunikationssysteme der Streitkräfte und der Luftfahrt mit „grüner“ Elektronik ausgerüstet werden können. Hierdurch wird die Einhaltung der Richtlinie zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten 3 ermöglicht, die vorschreibt, dass Elektro- und Elektronikgeräte ab dem 1. Juli 2006 kein Blei mehr enthalten dürfen.

Beim letzten Projekt, das die Luftreinhaltung betrifft, wird ein Probensammler installiert, der den Pollengehalt der Luft mit einem neuem Verfahren überwacht. Dabei kommt anstelle der Bestimmung der Pollenmenge anhand der Morphologie ein neues Online-Messverfahren auf Basis der Antigenbildung/ Allergenität zum Einsatz.

Deutschland – sechs Projekte

Zwei Projekte betreffen die Wasserbewirtschaftung. Das erste verfolgt im Einklang mit der Wasserrahmenrichtlinie1 einen integrierten Ansatz zur Reduzierung der diffusen Verschmutzung durch die Landwirtschaft.
Das zweite Projekt befasst sich mit Abwasseraufbereitungsverfahren unter Verwendung einer innovativen Technologie zur Überführung organischer Bestandteile von Klärschlamm in eine lösliche Form für eine effiziente Produktion von Biogas.

Bei zwei Projekten werden saubere Technologien zur Minimierung der Umweltfolgen wirtschaftlicher Tätigkeiten untersucht. Mit dem einen wird die technische und ökologische Zweckmäßigkeit eines neuen anorganischen Verbundwerkstoffs für das Gießen von Aluminium-Motorblöcken geprüft. Dieses Verfahren soll die Energiekosten um 30 % senken und die Abfallmenge erheblich reduzieren.

Das zweite Projekt betrifft die Vorbehandlung bei der Wollgarnerzeugung. Durch eine nachhaltige Plasma-Vorbehandlung soll erreicht werden, dass die Emission absorbierbarer organischer Halogenide sinkt und die Verwendung von Chemikalien im Reinigungsprozess deutlich zurückgeht.

Bei einem Projekt aus dem Bereich Abfallwirtschaft und Abfallvermeidung wird ein Schulungsprogramm für bleifreies Löten in der europäischen Elektronikindustrie erstellt.

Mit dem sechsten Projekt wird versucht, die Umweltfolgen in der Stahlindustrie, wo gefährliche Säuren zur Entzunderung von kaltgewalzten Blechen eingesetzt werden, zu minimieren. Dabei wird ein neues chemikalienfreies Verfahren auf Basis der Hochdruck-Vakuumtechnologie eingesetzt.

Griechenland – vier Projekte

Mit dem ersten Projekt, das in den Bereich Raumordnungspolitik und -planung fällt, soll ein partizipativer Ansatz bei der sozialen und ökologischen Wiederbelebung des Stadtgebiets in der Bucht von Elefsina bis zum Jahr 2020 eingeführt werden.

Beim zweiten Projekt, das die Luftreinhaltung zum Gegenstand hat, soll in der Präfektur Kozani (Westmakedonien), wo das größte Braunkohlekraftwerk des Landes steht, ein integriertes System zur Bewertung, Überwachung und Bekämpfung der Luftverschmutzung entwickelt werden.

Das dritte Projekt betrifft die Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen; Ziel ist die Umsetzung eines nachhaltigen Baukonzepts durch ein integriertes Verfahren, das alle Beteiligten einbezieht.

Das vierte Projekt fällt in den Bereich der Wasserbewirtschaftung; Ziel ist es, ein Instrumentarium umweltfreundlicher Technologien zu entwickeln, um die diffuse Verschmutzung durch landwirtschaftliche Flächen einzudämmen. Die Verfahren werden in den Managementplan für das Einzugsgebiet des Evorotas und das betreffende Küstengebiet einbezogen.

Ungarn – ein Projekt

Bei diesem Projekt zum Thema Wasserbewirtschaftung wird die Arsenbelastung des Grundwassers in Südungarn untersucht und ein Pilotplan mit einem neuen Verfahren zur Arsenentfernung entwickelt.

Irland – zwei Projekte

Beide Projekte betreffen den Bereich Abfallwirtschaft. Bei dem ersten wird ein Vorführprogramm für die Konstruktion von Bauteilen und Unterbaugruppen im Kfz-Sektor, die den Umweltanforderungen der Altfahrzeugrichtlinie[4] entsprechen, entwickelt.

Mit dem zweiten Projekt werden die Umwelt- und Wettbewerbsvorteile von Palettensockeln untersucht, die aus wiederverwerteten Kfz-Reifen, Sägewerkabfällen und Holzspänen aus entsorgten Paletten hergestellt wurden.

Italien – 15 Projekte

Fünf Projekte dienen der Minimierung der Umweltfolgen wirtschaftlicher Tätigkeiten durch Reduzierung der Treibhausgasemissionen oder durch Entwicklung von besten verfügbaren Techniken (BVT). Bei einem Projekt wird eine Demonstrationsanlage zur Energieerzeugung mittels einer neuen Technologie der Erzeugung von biologischem Kohlenstoff aus Biomasse errichtet.

Beim zweiten Projekt werden Verfahren erprobt, mit denen Kohlendioxidemissionen einer städtischen Mülldeponie gebunden werden können, um Möglichkeiten für die breitere Anwendung einer solchen Maßnahme zu entwickeln.

Mit dem dritten Projekt wird gezeigt, wie sich die Luftfeuchtigkeit bei atmosphärischem Druck ohne Kühlung steuern lässt; hierdurch kann der Energieverbrauch von Kühlanlagen in verschiedenen Wirtschaftszweigen erheblich reduziert werden.

Das vierte Projekt untersucht, wie sich Abfälle, die bei Gerbverfahren entstehen, durch Reinigung und Wiederverwendung der Abwässer und die Rückgewinnung von Wertstoffen wieder verwerten lassen.

Beim fünften Projekt wird die Anwendbarkeit von besten verfügbaren Techniken (BVT) in kleinen und mittleren Unternehmen der Textilindustrie durch die Errichtung einer Demonstrationsanlage untersucht.

Zwei Projekte befassen sich mit der Minderung der Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen. Das eine soll dazu beitragen, die Verwendung gefährlicher Stoffe im Dekor von Keramikgegenständen zu vermeiden.

Beim anderen Projekt sollen Verfahren zur Feststellung und Überwachung der Verunreinigung von Agrarerzeugnissen durch gentechnisch veränderte Erzeugnisse entwickelt und Normen für die Trennung und Erhaltung von gentechnikfreien Erzeugnissen in der Handelskette und in der Lebensmittelerzeugung erarbeitet werden.

Drei Projekte betreffen die Nachhaltige Raumordnungspolitik und Flächennutzungsplanung. Bei einem Projekt wird das Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (EMAS) mit anderen umweltgerechten Rechnungsführungssystemen kombiniert und auf diese Weise in vier Pilotstädten ein integriertes Umweltmanagementkonzept geschaffen.

Zwei Projekte befassen sich mit der Entwicklung umweltfreundlicher Verkehrssysteme entwickelt: Beim ersten soll in der Altstadt von Lucca ein Zentrum für die umweltfreundliche Güterlastverteilung eingerichtet und beim zweiten Instrumente für die integrierte Planung und Kontrolle des Gütertransports in städtischen Gebieten entwickelt werden.

Zwei Projekte befassen sich mit der Verbesserung der Wasserbewirtschaftung durch Entwicklung neuer Wasseraufbereitungstechnologien: Beim einen wird ein Prototyp zur Demonstration eines neuen umweltfreundlichen Verfahrens für die Abwasserbehandlung entwickelt; das andere betrifft die Behandlung von Ablaufwasser vor dem Eintritt in Ableitungsstellen wie Abwasserkanäle, Flüsse oder Häfen.

Drei Projekte betreffen die Abfallwirtschaft. Zwei dieser Projekte befassen sich mit der Behandlung von Schlämmen, die in der Keramik- und Marmorindustrie anfallen.

Ein Projekt baut auf einem früheren LIFE-Umwelt-Projekt auf, das die Wiederverwendung der Abwässer von Ölmühlen zum Gegenstand hatte, und verfeinert und erweitert die Ergebnisse dieses Projekts.

Luxemburg – ein Projekt

Bei dem Projekt wird ein neues Trocknungsverfahren für Holzwerkstoffe eingeführt, das die Emissionen von flüchtigen organischen Stoffen, Kohlendioxid und Kohlenmonoxid bei der Herstellung und der Verwendung erheblich reduziert.

Niederlande – sieben Projekte

Drei niederländische Projekte fallen in den Bereich Abfallwirtschaft. Bei einem wird ein Blanchierverfahren im geschlossenen Kreislauf erprobt, das umweltfreundlicher ist als das bei der Herstellung von Kartoffelprodukten sonst übliche Blanchieren mit Heißwasser.

Beim zweiten Projekt wird die bei der Müllverbrennung anfallende Rost- und Kesselasche in hochwertigen Sekundärrohstoff umgewandelt, der im Betonsektor, bei der Herstellung von Calciumsilikat-Ziegeln und in der Metallverarbeitung leicht abgesetzt werden kann.

Beim dritten Projekt wird die Wiederverwertbarkeit von Dachpappe aufgezeigt.

Das vierte Projekt betrifft die nachhaltige Stadtentwicklung und soll im Einklang mit der Lärmschutzrichtlinie[5] durch ein System der Lärmkartierung und Lärmreduzierung in Hafengebieten die Lärmentwicklung und die damit verbundenen Belastungen um mindestens 25 % verringern.

Das fünfte Projekt befasst sich mit der Minderung der Umweltauswirkungen von Hochspannungsleitungen. Dabei wird eine neuartige Hochspannungsleitung mit einem schwächeren Magnetfeld errichtet.

Thema des sechsten Projekts ist die Eindämmung von Treibhausgasemissionen, in diesem Fall von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) in Kühlschränken, durch ein Kühlsystem auf CO2-Basis.

Das siebte Projekt betrifft die Wasserbewirtschaftung insbesondere im Gartenbau; dabei soll der Pestizidbedarf durch ein Pflanzenüberwachungssystem erheblich reduziert werden.

Portugal – zwei Projekte

Beide Projekte fallen in den Bereich Abfallwirtschaft. Mit dem einen soll der Recyclinganteil von gemischtem Kunststoff, Gummi und Getränkekartons durch die Entwicklung neuer Produkte für die Straße erhöht werden.

Das zweite Projekt untersucht die Wiederverwendung von Fritierfett zur Herstellung von Biodiesel für den städtischen Fahrzeugpark von Oeiras.

Rumänien – ein Projekt

In Rumänien werden bei einem Projekt zur Luftreinhaltung die Quellen der Luftverschmutzung in und um Bukarest untersucht und Behörden und Öffentlichkeit über den Grad der Luftverschmutzung informiert.

Spanien – 16 Projekte

Drei Projekte befassen sich mit der Wasserbewirtschaftung. Eines dient der Erarbeitung eines integrierten Managementmodells zur Behandlung flüssiger Abfälle aus Galvanisierbetrieben.

Mit dem zweiten Projekt werden Verfahren zur Kombination von Düngung und Bewässerung entwickelt mit dem Ziel, die Boden- und Grundwasserbelastung einzudämmen und die Produktivität zu erhöhen.

Beim dritten Projekt wird in der Bewässerungsgemeinschaft "El Vicario“ (Guadiana) die Anwendung eines automatischen Bewässerungssystems demonstriert.

Drei Projekte fallen in den Bereich Raumordnungspolitik und Flächennutzungsplanung. Beim ersten soll in sechs Industrieparks durch die Erarbeitung spezieller Managementverfahren und die Werbung für die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrrädern sowie für Carsharing die nachhaltige Mobilität gefördert werden.

Das zweite Projekt befasst sich mit dem Bodenschutz in Gebieten des Mittelmeerraums mit hoher Bodenerosion. Dabei sollen die Vorteile des Anbaus neuer, besonders widerstandsfähiger Arten von Mandelbäumen aufgezeigt werden.

Beim dritten Projekt soll ein nachhaltiges Bewirtschaftungsverfahren für den Weinbau in Berggebieten erarbeitet werden, um die Auswirkungen dieser Tätigkeit auf Landschaft, Böden und Wasserressourcen zu verringern.

Vier Projekte haben saubere Technologien zum Gegenstand. Das erste soll dazu beitragen, die Umweltauswirkungen der Reinigung von Verarbeitungsanlagen der Lebensmittelindustrie zu verringern, wo große Mengen Wasser verwendet werden und stark belastete Abwässer entstehen; dabei werden die herkömmlichen chemischen Desinfektionsmittel durch Ozon ersetzt.

Mit dem zweiten Projekt soll die technische, wirtschaftliche und ökologische Tragfähigkeit der Energierückgewinnung von Mülldeponie-Biogas durch den Einsatz von Mikroturbinen und die biologische Entfernung von Schwefelwasserstoffen und Siloxanen aufgezeigt werden.

Beim dritten Projekt wird eine Pilotanlage gebaut, die die Emission von flüchtigen organischen Verbindungen in die Luft reduziert. Die Anlage wird in einem Betrieb eingesetzt, der Lösungsmittel für die Oberflächenbehandlung verwendet; sie wird die Emission flüchtiger organischer Stoffe auf ein Fünftel des Grenzwerts der betreffenden Richtlinie[6] reduzieren.

Mit dem vierten Projekt wird gezeigt, dass sich Solarzellenenergie effizient als Wasserstoff speichern lässt, der später in Brennstoffzellenmotoren für die Kühlung oder Beleuchtung verwendet werden kann.

Sechs Projekte befassen sich mit der Abfallwirtschaft. Mit dem ersten soll die Umweltbelastung durch die Schweinehaltungsbetriebe im Gebiet Los Serranos (autonome Gemeinschaft Valencia) eingedämmt werden. Dabei wird der Abfall durch Insekten abgebaut und in organischen Dünger umgewandelt.

Das zweite Projekt soll die Abfallmenge in der Textilindustrie durch die Einführung eines gemeinsamen Abfallbewirtschaftungsverfahrens reduzieren.

Beim dritten Projekt wird in Baena (Andalusien) eine Pilotanlage zur Umwandlung von Flüssigabfällen aus der Olivenölherstellung in Nebenerzeugnisse mit hoher Wertschöpfung entwickelt.

Das vierte Projekt hat zum Ziel, die Umweltauswirkungen von Schlämmen aus Kläranlagen durch geeignete Management- und Recyclingverfahren zu vermindern.

Mit dem fünften Projekt soll die Umweltbelastung durch Abfälle aus der Fischwirtschaft mittels Empfehlungen für effiziente und integrierte Abfallbewirtschaftungs- und Verarbeitungsverfahren zur Wiederverwertung und Verringerung des entstehenden Abfalls eingedämmt werden.

Mit dem sechsten Projekt wird die technische und wirtschaftliche Tragfähigkeit eines neuen leistungsfähigen Verfahrens zur Abtrennung hochreiner Legierungen (> 90 %) aufgezeigt. Durch die Rückgewinnung von Eisen, Aluminium und Schwermetallen aus Altfahrzeugen können diese Metalle für die Herstellung neuer Motoren im Pkw-Sektor wieder verwendet werden.

Schweden – zwei Projekte

Beide Projekte haben zum Ziel, die Umweltfolgen wirtschaftlicher Tätigkeiten zu mindern. Das erste dient der Demonstration einer innovativen Technologie mit kontinuierlich betriebenen chemischen Reaktoren auf der Grundlage einer neuartigen Technik (Advanced Reactor Technology, ART®) zur nachhaltigen Produktion im Chemiesektor.

Das zweite Projekt hat zum Ziel, die Treibhausgasemissionen durch Erprobung und Demonstration schwerer Nutzfahrzeuge, die mit Dimethylether (DME) betrieben werden, zu reduzieren. Die Herstellung von DME-Kraftstoff ist praktisch CO2-neutral und damit eine viel versprechende Alternative zum Kraftstoff auf Erdölbasis.

Vereinigtes Königreich– zehn Projekte

Vier Projekte betreffen die Abfallwirtschaft. Mit dem ersten Projekt soll eine neue Wasser-Ultrahochdrucktechnologie zur Rückgewinnung von Wertstoffen aus Altreifen vorgeführt werden.

Das zweite Projekt dient der Demonstration innovativer Technologien für die Wiederverwertung von Glasabfällen, die für die meisten Glasherstellungsverfahren nicht geeignet sind und deshalb auf Mülldeponien landen.

In einem dritten Projekt zum Thema Abfallvermeidung wird gezeigt, dass sich Klärschlämme mittels Enzymhydrolyse sicher und umweltfreundlich für die Wiederverwendung aufbereiten lassen.

Das vierte Projekt zielt darauf ab, die Menge der auf Mülldeponien entsorgten nicht-sterilen Krankenhausabfälle zu reduzieren und deren Verwendung als Rohmaterial für Recyclingprodukte zu fördern.

Zwei Projekte fallen in den Bereich Minimierung der Umweltfolgen wirtschaftlicher Tätigkeiten. Das eine soll die Effizienz eines neuen Reaktors zur aerobischen Fermentierung von Abwässern demonstrieren.

Beim dem zweiten Projekt wird versucht, Brachland für den Anbau von Energiepflanzen zu nutzen und auf diese Weise einerseits geschädigte Flächen zu erneuern und andererseits Kraft und Wärme aus erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen.

In zwei Projekten werden Probleme der Wasserbewirtschaftung behandelt. Bei dem ersten wird ein neues Verarbeitungsverfahren vorgeführt, bei dem Formaldehyd, das u. a. bei der Herstellung von Klebstoffen, Holzprodukten und Konservierungsmitteln zum Einsatz kommt, in unschädlichen Zucker umgewandelt wird. Ziel ist es, die Formaldehydbelastung der Abwässer, die in die Mündung des Flusses Severn fließen, um 100% zu reduzieren.

Mit dem zweiten Projekt soll der Nitratbelastung der Oberflächengewässer durch die Landwirtschaft entgegengewirkt werden, indem die Nitratverschmutzung durch ein kostenwirksames Verfahren um mindestens 85 % gesenkt wird.

Bei einem Projekt soll die Qualität der städtischen Umwelt für die Nutzer von Flusskorridoren und andere Betroffene verbessert werden.

Das zehnte Projekt betrifft die Umweltauswirkungen von Produkten und Dienstleistungen und befasst sich mit der Möglichkeit der Einbeziehung von Gewächshäusern in andere Gebäude wie z. B. Bürohäuser. Dabei werden die Vorteile der Entwicklung, des Baus und des Betriebs umweltgerechter Gewächshäuser und Bausysteme sowie die Möglichkeit der Verringerung der Umweltbelastung durch den in diesen Gebäuden betriebenen Gartenbau aufgezeigt.


[1] Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik.

[2] Richtlinie 2002/96/EG Richtlinie 2002/96/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Januar 2003 über Elektro- und Elektronik-Altgeräte.

[3] Richtlinie 2002/95/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Januar 2003 zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten.

[4] Richtlinie 2000/53/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. September 2000 über Altfahrzeuge.

[5] Richtlinie 2002/49/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Juni 2002 über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm - Erklärung der Kommission im Vermittlungsausschuss zur Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm.

[6] Richtlinie 1999/13/EG des Rates vom 11. März 1999 über die Begrenzung von Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen, die bei bestimmten Tätigkeiten und in bestimmten Anlagen bei der Verwendung organischer Lösungsmittel entstehen.


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