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LIFE-Drittländer 2005: Kommission finanziert Umweltprojekte in Drittländern mit mehr als 6 Mio. EUR

European Commission - IP/05/1156   19/09/2005

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IP/05/1156

Brüssel, den 19 September 2005

LIFE-Drittländer 2005: Kommission finanziert Umweltprojekte in Drittländern mit mehr als 6 Mio. EUR

Im Rahmen des Programms LIFE-Drittländer 2005 hat die Europäische Kommission für die Finanzierung von 15 neuen Umweltprojekten im Mittelmeer- und Ostseeraum grünes Licht gegeben. Hauptziel dieser Projekte ist der Aufbau von Kapazitäten. Die Projekte stellen ein Investitionsvolumen von insgesamt 9 223 000 EUR dar, wovon die EU 6 348 240 EUR übernimmt.

„Nachhaltige Entwicklung kann nur dann erreicht werden, wenn sie als gemeinsames Ziel erkannt wird: Denn sämtliche Aktivitäten in einem Land oder einem Gebiet haben auch Auswirkungen auf die größere Umgebung,” erklärte EU-Umweltkommissar Stavros Dimas. „Über gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit können wir in unseren Nachbarländern zur Entwicklung und Umsetzung einer Umweltpolitik beitragen, die den Bedürfnissen der Bürger heute und in Zukunft gerecht wird.”

Die Europäische Kommission hat 15 Projekte für eine Förderung durch das LIFE-Drittländer-Programm ausgewählt. Die Projekte werden in den Ländern Algerien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Israel, Jordanien, Libanon, Marokko, Russland, Tunesien und in der Türkei sowie im Westjordanland und im Gazastreifen durchgeführt.

Ziel dieser Projekte ist die Verbesserung der Umwelt und die Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung durch Unterstützung des Aufbaus oder der Stärkung der betreffenden Einrichtungen, Maßnahmen, Überwachungsinstrumente, Schulungseinrichtungen, Netze und Datenbanken.

Sie umfassen ein breites Themenspektrum, das von der Abfallwirtschaft und der Verhinderung und Kontrolle der Verschmutzung durch Industrieanlagen über die Bodenüberwachung bis hin zum Klimawandel reicht. Einige Projekte fördern die Angleichung an die EU-Umweltvorschriften oder die regionale bzw. grenzübergreifende Zusammenarbeit.

Die Kosten dieser Projekte belaufen sich auf insgesamt 9 223 000 EUR. Dieser Betrag wird zu etwa 69 % durch EU-Zuschüsse gedeckt.

LIFE-Drittländer ist ein Teil des LIFE-Programms, des EU-Finanzinstruments, mit dem in der EU und in einigen Kandidaten-, Beitritts- und Nachbarländern Umwelt- und Naturschutzprojekte gefördert werden. Es soll durch Finanzierung spezieller Maßnahmen zur Entwicklung und Umsetzung der EU-Umweltpolitik beitragen. Seit 1992 wurden über das LIFE-Programm etwa 2 500 Projekte finanziert und auf diesem Weg mehr als 1 500 Mio. EUR für den Umweltschutz bereitgestellt.

Das Programm LIFE-Drittländer soll gezielt dazu beitragen, Kapazitäten und Verwaltungsstrukturen aufzubauen und die Entwicklung von Umweltschutzmaßnahmen und Aktionsprogrammen in Drittländern des Mittelmeer- und Ostseeraums zu unterstützen[1].

LIFE-Natur und LIFE-Umwelt, die beiden anderen Teile des LIFE-Programms, haben den Naturschutz und die Innovation im Rahmen von Umweltschutzmaßnahmen zum Gegenstand. Nähere Informationen zu diesen beiden Teilprogrammen finden sich in den Pressemitteilungen IP/05/1155 und IP/05/1157.

Das derzeitige LIFE-Programm (“LIFE III”) läuft Ende 2006 aus. Die Kommission hat ein neues Programm mit der Bezeichnung “LIFE +” vorgeschlagen, das von 2007-2013 laufen und über eine Mittelausstattung von 2 190 Mio. EUR verfügen soll. Die endgültige Annahme und Mittelausstattung wird zurzeit noch vom Ministerrat und vom Europäischen Parlament geprüft.
Eine Kurzbeschreibung der 15 ausgewählten Drittlandsprojekte findet sich im Anhang zu dieser Pressemitteilung. Genauere Angaben zu den einzelnen Projekten sind über folgende Internetadresse abrufbar:
http://ec.europa.eu/environment/life/project/index.htm

ANHANG

Überblick über die LIFE-Drittländer-Projekte 2005 nach Ländern / Regionen

Bosnien-Herzegowina - ein Projekt

Begünstigter: Institut für Wasserwirtschaft der Fakultät für Hoch- und Tiefbau an der Universität Sarajevo; EU-Zuschuss: 299 250 EUR. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines “integrierten Umweltgenehmigungsverfahrens”, das die besten verfügbaren Verfahren für die Getränke- und Lebensmittelindustrie zum Hauptgegenstand hat. Obwohl die Wirtschaftstätigkeit nach dem Krieg zurückgegangen ist, stellt die Verschmutzung durch Industrieanlagen in Bosnien-Herzegowina immer noch eine starke Belastung für die Umwelt dar.

Kroatien – vier Projekte

Begünstigter des ersten Projekts: die kroatische Umweltagentur; EU-Zuschuss: 533 700 EUR. Mit diesem Projekt sollen nationale Normen und Verfahren für ein Bodenüberwachungsprogramm erarbeitet werden, die den EU-Anforderungen entsprechen. Außerdem sollen im Rahmen des Programms die Standorte der landesweiten Bodenüberwachungsstationen mit Koordinaten für landwirtschaftliche Flächen, Forstflächen und belastete Flächen versehen werden; geplant ist außerdem die Benennung möglicher Referenzzentren für die Sammlung und Auswertung von Daten und die Erarbeitung von Vorschlägen für den Bau eines Bodenüberwachungssystems, einschließlich eines Finanzplans für die künftige Umsetzung dieses Systems.

Begünstigter des zweiten Projekts: die kroatische Agentur für Wasserwirtschaft (Croatian Waters); EU-Zuschuss 211 571 EUR. Es hat zum Ziel, ein neues Labor zur Analyse des biologischen Abbaus von Abwässern einzurichten. Es wird dazu beitragen, das nationale Wasserschutzkonzept umzusetzen und die EU-Wasserrahmenrichtlinie einzuhalten.

Begünstigter des dritte Projekts: der gemeinnützige Lonjsko-Polje-Naturpark; EU-Zuschuss: 496 845 EUR. Das Projekt soll die integrierte Bewirtschaftung von Einzugsgebieten durch Erarbeitung von Konsultationsverfahren unter Einbeziehung der Beteiligten weiterentwickeln und verbessern. Durch ein Verfahren zur Bewirtschaftungsplanung wird sichergestellt, dass die Erfordernisse von Feuchtgebieten berücksichtigt werden. Es wird ein nachhaltiges Besucherlenkungssystem erarbeitet, und die Parkaufseher werden entsprechend ausgerüstet.

Begünstigter des vierten Projekts: die Fakultät für Hoch- und Tiefbau der Universität Zagreb; EU-Zuschuss: 492 584 EUR. Gegenstand des Projekts ist die Unterstützung des Ministeriums für Umweltschutz, Raumplanung und Bauwesen bei der Erarbeitung eines nachhaltigen Systems zur Bewirtschaftung von Bau- und Abbruchabfällen. Die vorhandenen Daten über Deponien und Müllkippen sowie die Mengen und Arten der Bau- und Abbruchabfälle werden analysiert, um einen Überblick über den Ist-Zustand zu erhalten und die Bereiche zu bestimmen, zu denen Daten fehlen. Es werden typische Standorte ausgewählt, die für die jeweiligen Mengen, Abfallarten und angewandten Logistiksysteme repräsentativ sind. In der Pilotregion Zagreb werden die eingesammelten Stoffe in einer Recycling-Pilotanlage auf der Mülldeponie von Jakusevac wiederaufbereitet. Im kroatischen Bausektor fallen jedes Jahr 2 Mio. Tonnen Bau- und Abbruchabfälle an. Weniger als 5 % dieser Abfälle werden gegenwärtig wiederaufbereitet und wiederverwendet.

Gazastreifen und Westjordanland – zwei Projekte

Begünstigter des ersten Projekts: die Stadt Hebron; EU-Zuschuss: 770 000 EUR. Ziel des Projekts ist die Erarbeitung einer neuen Umweltregelung zur Behandlung von Marmorschutt, Schlamm und Industrieabwässern in der Stadt. Außerdem wird ein Netz von palästinensischen und italienischen Verbänden der Marmorbranche aufgebaut und eine Pilotanlage zur Wiederaufbereitung von Industrieabwässern und zur Abscheidung von Calciumcarbonat errichtet.

Begünstigter des zweiten Projekts: das Institut für angewandte Forschung in Jerusalem; EU-Zuschuss: 200 819 EUR. Ziel ist die Erarbeitung von nachhaltigen lokalen Entwicklungskonzepten und die Verbreitung von Ergebnissen früherer Forschungsvorhaben. Konkret wird angestrebt, die ausgewählten lokalen und nationalen Behörden dauerhaft einzubeziehen, ein geografisches Informationssystem (GIS, eine Reihe intelligenter Karten und anderer Darstellungen, die Merkmale und Zusammenhänge auf der Erdoberfläche wiedergeben) einzurichten und die technischen Kapazitäten der betreffenden Gemeinden und Kreisverwaltungen zu stärken. Die bei diesem Projekt gesammelten Erfahrungen werden an die anderen Behörden im Westjordanland weitergegeben, damit sie ähnliche Initiativen zur Förderung der Nachhaltigkeit ergreifen können.

Israel – zwei Projekte

Begünstigter des ersten Projekts: der Rat der Region Oberes Galiläa; EU-Zuschuss: 369 442 EUR. Ziel ist die Erarbeitung eines Rahmens für die ausgewogene Berücksichtigung von Entwicklungs- und Umwelterfordernissen und damit für die nachhaltige Nutzung der Ressourcen in der Region. Es wird ein Gesamtplan für Landnutzung, Umweltmanagement, Hochwasserschutz und sachgerechte Entwässerung erstellt. Vorgesehen sind die Einbeziehung der Öffentlichkeit in die Planungs- und Entscheidungsprozesse, die Entwicklung eines umweltverträglichen Tourismus unter Erhaltung der natürlichen Ressourcen, die Änderung schädlicher Verhaltensweisen durch Schulungsprogramme und Durchsetzung der Rechtsvorschriften, die Förderung umweltschonender landwirtschaftlicher Verfahren und die Schaffung eines verwaltungstechnischen Rahmens für die Umsetzung, Verwaltung und Erhaltung des Gesamtplans.

Begünstigter des zweiten Projekts: das Herschel Center for Environmental Learning and Leadership; EU-Zuschuss: 334 934 EUR. Ziel des Projekts ist der landesweite Aufbau umfangreicher Umweltschutzkapazitäten in den Kommunalverwaltungen. Geschult werden Anwälte, Fachleute in den Gemeindeverwaltungen und Bürgermeister; außerdem werden Netze für den Erfahrungsaustausch geschaffen. Es werden Instrumente zur Berücksichtigung der Nachhaltigkeit in der Stadtplanung, Verwaltung und Rechtsetzung (Verordnungen) entwickelt; außerdem wird ein Netz aufgebaut, um israelische Initiativen miteinander zu verknüpfen.

Jordanien – ein Projekt

Begünstigter des Projekts: die Haschemitische Universität; EU-Zuschuss: 473 701 EUR. Ziel des Projekts ist die Entwicklung von Konzepten und Verfahren zur Eindämmung der durch den zunehmenden Fremdenverkehr verursachten Probleme. Gemeinsam mit dem Fremdenverkehrssektor werden in zwei Hotels Pilotmaßnahmen und Studien zur Verbesserung der Umweltverträglichkeit durchgeführt. Die im Laufe des Projekts erarbeiteten Erkenntnisse, Konzepte und Verfahren werden allen Beteiligten im Rahmen von Workshops vorgestellt.

Es werden Orientierungshilfen und ein Modul für das E-Learning erstellt, um das Umweltmanagement im gesamten Fremdenverkehrssektor zu fördern.

Marokko – ein Projekt

Begünstigter: Chouaib-Doukkali-Universität; EU-Zuschuss: 438 228 EUR. Ziel ist im Rahmen einer Pilotstudie die Entwicklung eines effektiven Kompostierungsverfahrens, um aus Schlämmen von Klär- und Trinkwasseranlagen hochwertigen Kompost herzustellen. In Marokko fallen jedes Jahr etwa 430 000 Tonnen Klärschlämme an (bei stark steigender Tendenz). Sie werden zumeist in der Nähe von Kläranlagen gelagert und dann ohne vorherige Behandlung auf landwirtschaftliche Flächen ausgebracht oder auf unbewachten Müllkippen abgeladen.

Libanon – ein Projekt

Begünstigter: das Projekt Arcenciel; EU-Zuschuss: 449 697 EUR. Ziel des Projekts ist die Einführung einer landesweiten Regelung zur Entsorgung und Behandlung von infektiösen Krankenhausabfällen. Die Maßnahmen umfassen die Behandlung von Krankenhausabfällen in der Region Südlicher Mont Liban, die Schulung von Krankenhauspersonal und eine Sensibilisierungskampagne zum Thema Krankenhausabfälle.

Russland – ein Projekt

Begünstigter des Projekts: das städtische Umweltzentrum ECAT-Königsberg; EU-Zuschuss: 492 837 EUR. Mit dem Projekt sollen Umweltverträglichkeit und Sicherheit der in Königsberg ansässigen Industrieunternehmen verbessert werden. Außerdem soll dafür gesorgt werden, dass die Tätigkeit dieser Unternehmen durch die zuständigen Behörden wirksam überwacht wird. Dies wird erreicht durch die Förderung von Verfahren zur integrierten Vermeidung und Kontrolle der Umweltverschmutzung und durch die Entwicklung und Umsetzung von Systemen zum Umwelt- und Sicherheitsmanagement. Alle industriellen Wirtschaftsteilnehmer werden in Seminaren und Workshops über diese Verfahren informiert und entsprechend geschult. Alle diesbezüglichen Informationen werden auf eine Informations-Website gestellt. Etwa 80% der regionalen Industrie (etwa 300 KMU und 40 000 Kleinunternehmen) sind in Königsberg ansässig.

Tunesien, Algerien und Marokko – ein gemeinsames Projekt

Begünstigter dieses gemeinsamen Projekts: die Beobachtungsstelle für die Sahara und den Sahel (Observatoire du Sahara et du Sahel); EU-Zuschuss: 526 144 EUR. Hauptziel des Projekts ist die Verhinderung einer dürrebedingten Krise in der südlichen Küstenregion des Mittelmeers durch die Einrichtung eines Frühwarnsystems und die Verstärkung der operativen Kapazitäten in diesen Ländern. Geplant sind die Entwicklung eines gemeinsamen Informationssystems über Dürren sowie gemeinsame Verfahren zur frühzeitigen Bewertung. Die Gebiete der einzelnen Länder werden in Umweltregionen unterteilt, und diese auf ihre strukturelle Gefährdung hin untersucht. Die Ergebnisse und das Know-how aus diesem Projekt werden an Praktiker, Entscheidungsträger und Einrichtungen in den drei Teilnehmerländern weitergegeben.

Türkei – ein Projekt

Begünstigter: die türkische Außenstelle des Regionalen Umweltzentrums für Mittel- und Osteuropa (REC); EU-Zuschuss: 252 488 EUR. Ziel des Projekts ist der Aufbau von Kapazitäten im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Dabei wird angestrebt, auf die nationalen Verwaltungen einzuwirken, die Zusammenarbeit der Regierungen zu fördern, die Interessengruppen zu sensibilisieren und deren Stand in der Diskussion zum Klimawandel zu verbessern. Mit dem Projekt soll die Erarbeitung von Maßnahmen zum Klimawandel in Schwerpunktbereichen direkt unterstützt werden; außerdem wird es die Einbeziehung der Öffentlichkeit und den Zugang zu Informationen über die Umwelt verbessern.


[1] Im Rahmen des LIFE-Drittländer-Programms sind folgende Länder förderfähig: Albanien, Algerien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Marokko, Syrien, Tunesien, Türkei, das Westjordanland und der Gazastreifen sowie die russische Ostseeküste (Regionen Königsberg und Sankt Petersburg).


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