Navigation path

Left navigation

Additional tools

LIFE Natur 2005: Kommission stellt für 54 Naturschutzprojekte in 20 Ländern 69 Mio. EUR zur Verfügung

European Commission - IP/05/1155   19/09/2005

Other available languages: EN FR DA ES NL IT SV PT FI EL CS ET HU LT LV MT PL SK SL

IP/05/1155

Brüssel, den 19. September 2005

LIFE Natur 2005: Kommission stellt für 54 Naturschutzprojekte in 20 Ländern 69 Mio. EUR zur Verfügung

Die Europäische Kommission hat im Rahmen des Programms LIFE Nature die finanzielle Unterstützung für 54 Naturschutzprojekte in 20 Mitgliedstaaten und Beitrittsländern genehmigt. Die Projekte haben die Wiederherstellung von Naturschutzgebieten mit ihrer Pflanzen- und Tierwelt, die Schaffung nachhaltiger Strukturen sowie die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und eine verstärkte Zusammenarbeit mit Interessengruppen zum Ziel. Sie tragen so weiter zum Aufbau des EU-weiten Netzes geschützter Gebiete „Natura 2000“ bei. Diese Projekte werden in den folgenden Ländern durchgeführt: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Schweden, Slowakei, Spanien, Ungarn und Rumänien. Die Gesamtinvestition für alle Projekte beläuft sich auf 125,7 Mio. EUR, wovon die EU 69 Mio. EUR bereitstellt.

Der für Umweltfragen zuständige Kommissar Stavros Dimas erklärte: „Ich stelle mit großer Zufriedenheit fest, dass europäische Fördermittel im Rahmen lokaler, regionaler und nationaler Maßnahmen für den Erhalt von Tier- und Pflanzenarten sowie ihrer Lebensräume verwendet werden. Ich hatte bei Besuchen von LIFE-Natur-Schutzgebieten persönlich die Möglichkeit, mich von der außergewöhnlichen Wirkung dieser dynamischen Zusammenarbeit zu überzeugen.“

Dieses Jahr erhielt die Kommission von verschiedenen Umweltschutzverbänden, Behörden, nicht-staatlichen Organisationen, Angler- und Jägerverbänden usw. insgesamt 183 Vorschläge für Förderprojekte im Rahmen des Programmes LIFE Natur. Die Kommission wählte 54 Projekte aus, wovon an 9 Projekten mindestens 2 Staaten beteiligt sind.

Das Ziel der meisten Projekte besteht im Erhalt oder in der Wiederherstellung von einzelnen oder mehreren netzförmig zusammenhängenden Natura-2000-Schutzgebieten, in der Entwicklung und Durchführung von Management- oder Maßnahmeplänen, in der Verbesserung von Wasserläufen, in der Wiederherstellung von Schutzgebieten, in der Schaffung der Grundlagen für einen langfristigen Betrieb von Schutzgebieten sowie in der Beseitigung nicht heimischer Arten. Darüber hinaus wird mit einigen Projekten versucht, gefährdete Tierarten zu züchten und in der freien Natur auszusetzen sowie den Beifang in der Fischerei zu verringern.

Kofinanzierung von 2500 Projekten seit 1992

Natura 2000 ist ein EU-weites Netz ausgewiesener Naturschutzgebiete. Es wurde im Rahmen der EU-Habitat-Richtlinie[1] festgelegt und enthält auch Gebiete, die Teil der Vogelschutzrichtlinie[2] sind. Insgesamt umfasst dieses Netz mehr als 18 000 Schutzgebiete und nimmt ungefähr 17,5% der Fläche der 15 ursprünglichen EU-Mitgliedstaaten (EU-15) ein. Damit entspricht diese Fläche fast der Größe Frankreichs und wird derzeit auf die neuen Mitgliedstaaten ausgedehnt. LIFE ist das EU-Finanzierungsinstrument mit dem Umwelt- und Naturschutzprojekte in der gesamten EU und in einigen Kandidaten-, Beitritts- und Nachbarländern unterstützt werden. Sein Ziel besteht darin, durch die finanzielle Förderung spezifischer Maßnahmen die Entwicklung und Durchführung der EU-Umweltpolitik voranzubringen. Seit 1992 wurden durch LIFE ca. 2500 Projekte kofinanziert, d.h. 1 500 Mio. EUR kamen dem Schutz der Umwelt zugute.

Mit LIFE Natur wird gezielt die Umsetzung der Vogelschutz- und Habitat-Richtlinien und insbesondere der Aufbau des “Europäischen Netzes geschützter Lebensräume Natura 2000” gefördert. Der Schwerpunkt der beiden anderen Komponenten dieses Programms, LIFE-Umwelt und LIFE-Drittländer, liegt einerseits auf innovativen Umwelttechnologien und andererseits auf dem Kapazitätenaufbau beim Umweltschutz in den Mittelmeer- und Ostseeanrainerstaaten. Zu Projekten, die im Rahmen von LIFE-Umwelt und LIFE-Drittländer unterstützt werden, siehe die Pressemitteilungen IP/05/1156 und IP/05/1157.

Das derzeitige LIFE-Programm („LIFE III“) findet seinen Abschluss Ende 2006. Die Kommission hat ein neues Programm unter dem Titel „LIFE+“ vorgeschlagen, mit einer Laufzeit von 2007 bis 2013 und Haushaltsmitteln von 2 190 Mio. EUR. Über dessen endgültige Verabschiedung und die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel wird derzeit noch im Ministerrat und im Europäischen Parlament verhandelt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
Eine Zusammenfassung der durch LIFE Natur finanzierten Projekte findet sich im Anhang. Weitere Einzelheiten zu den einzelnen Projekten sind zu finden auf:

http://ec.europa.eu/environment/life/project/index.htm
Informationen zu NATURA 2000 enthält:

http://ec.europa.eu/environment/nature/home.htm

ANHANG

Länderspezifische Übersicht der LIFE Natur-Projekte 2005

Österreich – 2 Projekte

In drei Gebieten nördlich und östlich von Wien leben Großtrappen (Otis Tarda). Nach jahrelangen Bemühungen um deren Schutz und Fortbestand zählen die Populationen heute in allen drei Gebieten zusammen ungefähr 140 Vögel. Jedoch geht ein großer Prozentsatz des Zuwachses, der jedes Jahr durch den Schutz von Lebens- und Nisträumen in den Populationen erzielt wird, wieder verloren, wenn Vögel in Hochspannungsleitungen fliegen: im Jahr 2003 starben auf diese Weise 20% der ausgewachsenen Vögel. Im ersten Projekt wird versucht, das Problem zu lösen, indem Hochspannungsleitungen auf einer Länge von 43 km unterirdisch verlegt und auf weiteren 125 km mit gut sichtbaren Warnelementen versehen werden.

In der Steiermark werden durch ein zweites Projekt eine Reihe von Wiederherstellungsmaßnahmen im Nationalpark Gesäuse durchgeführt, insbesondere die Beseitigung eines Wehrs und der Uferböschung aus Beton entlang der Enns und ihrer Nebenflüsse sowie die Wiederaufnahme der Beweidung auf nicht mehr bewirtschafteten Bergweiden.

Belgien – 6 Projekte

Das Ziel eines gemeinsamen Projekts entlang des Flusses Dommel (in der belgischen Provinz Limburg und der niederländischen Provinz Noord-Brabant), das von einer niederländischen und einer belgischen nicht-staatlichen Organisation durchgeführt wird, ist die Verbesserung des Zustandes von Lebensräumen und die Einbindung isolierter Gebiete, indem ca. 60 ha Land erworben und wieder hergestellt werden sollen.

Das zweite Projekt betrifft drei Truppenübungsplätze in Wallonien (Marche-en-Famenne, Elsenborn, Camp Lagland), wo die militärische Nutzung und der Naturschutz aufeinander abgestimmt, 380 ha trockenes Heideland gerodet sowie die Wasserspiegel in den Niedermooren angehoben werden sollen.

Durch zwei Projekte sollen mit Fichten bestandene Moore und feuchte Heidegebiete auf dem Plateau de Tailles in den mittleren Ardennen und in dem Gebiet um Gedinne (Croix Scaille) in den westlichen Ardennen wieder hergestellt werden.

In den Niederungen entlang des Flusses Grote Nete zwischen Geel und Mol (Nordbelgien) befinden sich zahlreiche Lebensräume. Jedoch stellen diese keine zusammenhängende Fläche dar und sind außerdem den Auswirkungen der auf den angrenzenden Flächen betriebenen Formen intensiver Landnutzung ausgesetzt. Im Rahmen dieses fünften belgischen LIFE-Natur-Projekts sollen 70 ha Land erworben und wieder hergestellt werden, um größere, zusammenhängende Flächen zu schaffen.

Beim sechsten Projekt handelt es sich um ein grenzüberschreitendes Vorhaben, an dem sich die Verwaltungen von Naturschutzgebieten im Grenzland von Belgien, Luxemburg und Deutschland beteiligen. Dabei ist die Entwicklung eines Überwachungsprogramms für Otter und die Erstellung eines Verzeichnisses von Engstellen entlang der von wandernden Ottern genutzten Wasserläufe (z. B. verkehrsreiche Straßenkreuzungen, Durchlässe...) geplant. Derartige Hindernisse sollen durch das Projekt verändert und die Uferbereiche wieder hergestellt werden.

Dänemark – 3 Projekte

Das erste Projekt hat die Wiederherstellung von Hochmooren in mehr als zehn Schutzgebieten in ganz Dänemark, vor allem in Jütland, zum Ziel. Dabei soll der Abfluss von Wasser aus den Mooren durch die Blockade von Gräben gestoppt werden.

Mit dem zweiten Projekt soll der seltene Schmetterling Euphydryas aurinia geschützt werden, dessen Anzahl sich in Dänemark verringert hat, da Grünland - sein natürlicher Lebensraum – von Landwirten entweder gar nicht mehr oder aber zu intensiv genutzt wurde.

In finanzieller Hinsicht ist das dritte Projekt der diesjährigen LIFE-Natur-Vorhaben mit Abstand das umfangsreichste. Durch LIFE werden 8 Mio. EUR von insgesamt 15 Mio. EUR beigesteuert. Im Mittelpunkt dieses Projektes steht ein Fisch aus der Familie der Lachse, der so genannte Schnäpel (Coregonus oxyrhynchus ), der sehr stark vom Aussterben bedroht ist. Die weltweit einzige noch einigermaßen überlebensfähige Population befindet sich in den Flüssen Südwestjütlands, von wo aus sie zum Laichen ins Wattenmeer wandert. Ihr Lebensraum im Meer ist zwar sicher, aber Veränderungen an der Morphologie der Flüsse und der in diesem Gebiet stattfindende halbgewerbliche Fischfang mit Netzen haben zu einem starken Rückgang geführt.

Finnland - 2 Projekte

Auf dem 1200 ha großen Truppenübungsplatz Vattaja am Bottnischen Meerbusen (Ostbottnien) befindet sich eines der bedeutendsten Dünengebiete Finnlands. Im Rahmen des ersten Projekts werden Kernaspekte des Natura 2000-Programms mit dem militärischen Ausbildungsbetrieb abgestimmt, beschädigte Dünen wieder hergestellt sowie das Beweiden auf zugewachsenen Wiesen und Weiden wieder aufgenommen. Die Verwendung als Erholungs- und Freizeitgebiet soll durch die Lenkung des Besucherverkehrs und durch Zugangsverbote zu den empfindlichsten Gebieten geregelt werden.

Die Zwerggans (Anser erythropus) ist eine dort heimische sehr stark gefährdete Vogelart. Das zweite Projekt wird vom WWF Finnland mit 9 Partnern in Norwegen, Estland, Ungarn und Griechenland durchgeführt. Mit diesem Projekt werden die wichtigsten Brutgebiete in Lappland ermittelt und gesichert sowie wandernde Gänse verfolgt, um bisher unbekannte Orte für die Futteraufnahme und Zwischenstopps zu entdecken und Orte für Zwischenstopps in Estland und sichere Orte für die Futtersuche in Ungarn wieder herzustellen.

Frankreich - 4 Projekte

Drei der vier Projekte betreffen den Schutz seltener Vogelarten. Alle drei Projekte werden von nicht-staatlichen Organisationen wie LPO und Bretagne Vivante durchgeführt. Das Ziel besteht in der Stabilisierung oder der Vergrößerung bestehender Populationen, um die allgemeine Situation dieser Vogelarten zu verbessern. Auch werden Maßnahmen in Bezug auf das Management eingeführt.

In den östlichen Corbières (Region Languedoc-Roussillon) sind 13 Vogelarten betroffen.

Das zweite Projekt betrifft die Rosenseeschwalbe (Sterna dougallii) in der Bretagne.

Das dritte Projekt ist grenzübergreifend auf der Grundlage einer französisch-spanischen Zusammenarbeit nicht-staatlicher Organisationen und hat die Stärkung und den Schutz der Rötelfalkenpopulationen im Departement Aude (Frankreich) und der Region Extremadura (Spanien) zum Ziel.

Das vierte Projekt, das ebenfalls von einer nicht-staatlichen Organisation durchgeführt wird, betrifft den Erhalt von Heidegebieten, Torfmooren und Fledermäusen im Gebiet von Montselgues in der Region Rhône-Alpes.

Deutschland - 7 Projekte

Natürliche Überflutungsgebiete sollen auf einer Länge von 10 km entlang der Lippe bei Hamm (Nordrhein-Westfalen) wiederhergestellt werden. Davon betroffen sind 600 ha Land.

Das zweite Projekt betrifft Moore und Feuchtwiesen bei Rosenheim (Bayern). Auf einer Fläche von 1100 ha sollen 450 ha Hochmoor durch den Bau von Dämmen in Entwässerungsgräben und durch die Entfernung von Gewächsen wiederhergestellt werden.

Im Mittelpunkt des dritten Projektes (südlicher Schwarzwald) stehen unterschiedliche Lebensräume (Borstgrasrasen, Bergmähwiesen, Heidegebiete, Wälder und Hochmoore) im 2000 ha großen Hotzenwald.

Das vierte Projekt betrifft einen in Europa sehr seltenen Lebensraum: Salzwiesen im Binnenland, die um Kochsalzquellen herum entstehen. Im Mittelpunkt des Projekts stehen 5 Binnensalzstellen in Brandenburg.

Ein Projekt in der Eifel östlich von Koblenz (Rheinland-Pfalz) betrifft Borstgrasrasen und Heideland. Öko-Tourismus soll entwickelt und gefördert werden.

Das sechste Projekt betrifft einen aufgelassenen Truppenübungsplatz in der Nähe von Cuxhaven, der aus Küstendünen und lichten, mit Grasflächen-Habitaten durchsetzten Eichenbeständen besteht. Im Rahmen dieses Projektes sollen verschiedene Arten von großen Pflanzenfressern (Heckrind, Wisent, Konik-Pony) zur Beweidung von 350 ha bewaldeten Grünlandes angesiedelt werden.

Das letzte Projekt ist grenzübergreifend und betrifft an der Ostseeküste gelegene Küstenwiesen an 34 Standorten - vorwiegend in Dänemark, aber auch in Schweden, Schleswig-Holstein (Deutschland) und Estland - beispielsweise die Insel Saltholm, die seit Generationen von einer Naturschutzvereinigung im nahe liegenden Kopenhagen betreut wird.

Griechenland - 1 Projekt

Im Mittelpunkt dieses Projektes stehen Konflikte zwischen der Fischerei und den Bestrebungen zum Schutz der größten in der Europäischen Union zu findenden Population der stark vom Aussterben bedrohten Mittelmeer-Mönchsrobbe (Monachus monachus) in griechischen Gewässern. Es wird von der nicht-staatlichen Organisation MOM in enger Zusammenarbeit mit örtlichen Fischern durchgeführt.

Ungarn - 2 Projekte

Eines der Projekte umfasst 6 Grünland-Schutzgebiete, die nicht miteinander zusammenhängen, entlang der Donau und im Südwesten des Landes mit einer Gesamtfläche von 720 ha. Im Rahmen des Projektes sollen geeignete Agrar-Umweltmaßnahmen für diese unterschiedlichen Grünland-Lebensräume ausgearbeitet werden.

Beim zweiten, grenzübergreifenden Projekt (mit Rumänien) steht der Rotfußfalke (Falco vespertinus) im Mittelpunkt. 90% der außerhalb Russlands lebenden Population ist von diesem Projekt, das sich östlich der Donau in Ungarn und dem Satu-Mare-Distrikt in Rumänien erstreckt, betroffen.

Irland - 1 Projekt

In der Republik Irland befinden sich bedeutende Bestände einiger wichtiger europäischer Waldlandlebensräume. Das Irische Forstwirtschaftsamt (Irish Forestry Board) plant die Wiederherstellung der Waldqualität in neun Schutzgebieten auf einer Fläche von 560 ha über einen Zeitraum von vier Jahren. Außerdem soll verstärkt die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und die Bildung berücksichtigt werden.

Italien - 4 Projekte

Zwei Projekte werden in der Region Apulien in Süditalien durchgeführt. Das erste betrifft den Fluss Fortore, der durch drei Regionen, von den Appeninen bis zur Adria, fließt. Mit dem Projekt soll ein Managementplan für diese Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) erstellt werden. Mit der Ausführung dieser Aufgabe ist das für den Fluss zuständige Wasserwirtschaftsamt betraut - damit wird zum ersten Mal in Italien von einer solchen Behörde ein Natura 2000 Management-Plan ausgearbeitet. Auch soll eine ökologischere Ausrichtung der Landwirtschaft bei den Bauern vor Ort gefördert werden. Mit dem zweiten Projekt sollen Küsten-Lebensräume in dem Natura 2000-Schutzgebiet Torre Guaceto besser geschützt werden. Es handelt sich dabei um ein Meeresschutzgebiet, das vor allem durch intensive landwirtschaftliche Praktiken gefährdet ist.

In der ebenfalls süditalienischen Provinz Matera soll mit einem Projekt der Raubvogelschutz verbessert werden. In den Städten Matera und Montescaglioso sollen die Nistplätze, die sich auf den Dächern alter Gebäude befinden, wieder hergestellt und ihre Anzahl vergrößert werden. Unter anderem soll mit dem Projekt die Annahme einer neuen Bauverordnung erreicht werden, um Schäden an Nestern zu vermeiden und für Turmfalken bessere Bedingungen zu schaffen.

In der Toskana wird mit einem Projekt der Erhaltungsstatus eines Küstenökosystems im „Regional Park Migliarino, San Rossore, Massaciuccoli“ gesichert und verbessert. Dieser Park ist durch das Auftreten nicht heimischer exotischer Pflanzen und durch Erosion aufgrund eines übermäßigen Besucherverkehrs gefährdet. Die Besucher sollen auf einige Wege konzentriert werden.

Lettland - 1 Projekt

An diesem Projekt sind auch Litauen und Estland beteiligt. Es ist beabsichtigt, mit diesem Projekt die Grundlagen für Meeresschutzgebiete im Rahmen des Netzes Natura 2000 zu schaffen. Russland beteiligt sich ebenfalls daran, um im Bereich der Meeresschutzgebiete Erfahrungen zu sammeln. In der östlichen Ostsee zwischen Kaliningrad und dem Finnischen Meerbusen befinden sich dreizehn Schutzgebiete, die von dem Projekt betroffen sind. An dem Projekt sind 19 Partner beteiligt - staatliche Stellen, nicht-staatliche Organisationen und Forschungseinrichtungen. Das lettische Verteidigungsministerium wird Schiffe zur Verfügung stellen.

Litauen - 2 Projekte

Eine litauische nicht-staatliche Organisation hat die Leitung eines Projektes inne, das mit Partnern in Polen und Brandenburg (Deutschland) durchgeführt werden soll. In seinem Mittelpunkt stehen die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) und aus der Klasse der Amphibien die Rotbauchunke (Bombina bombina), auch Tieflandunke oder Feuerkröte genannt, sowie der Kammmolch (Triturus cristatus).

Das Projekt umfasst das südöstliche Litauen, den Bialowieza National Park, Mazowsze (Masuren), die Region Poznan-Odra und die Uckermark, wo die nördlichste Grenze des Verbreitungsgebietes der Sumpfschildkröte verläuft.
Die Kurische Nehrung und das von ihr umschlossene Haff zählen zu den eigentümlichsten Landschaften des Ostseeraumes. Da sie beliebte Ausflugsziele sind, entstehen Umweltprobleme, beispielsweise die Erosion von Dünenlebensräumen. Ziel des zweiten Projekts, einer Partnerschaft zwischen dem Nationalpark “Kursiu Nerija” (Kurische Nehrung), der Universität Wilna und einer nicht-staatlichen Naturschutzorganisation, ist die Lenkung von Besucherströmen durch Wege und Zäune. Die Auswirkungen der Fischerei auf Seevögel sollen untersucht und Empfehlungen gegeben, sowie 1600 ha beschädigter Dünen und Grünland wiederhergestellt werden.

Luxemburg - 1 Projekt

Im Fluss Our im Nordosten Luxemburgs lebt noch eine bedeutende Population der bedrohten Perlmuschel, jedoch sind deren Fortpflanzungsraten niedrig und die Individuen sind im Allgemeinen alt. Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes einer nicht-staatlichen Umweltschutzorganisation und des Umweltministeriums soll eine Zuchtstation auf der Grundlage tschechischer Methoden aufgebaut werden.

Niederlande – 1 Projekt

Das Projekt betrifft Dünenrasen, Dünentäler und Dünenheidegebiete auf den Inseln Terschelling, Texel und Vlieland im Wattenmeer in 5 Schutzgebieten an der Festlandsküste (Noord-Holland, Zuid-Holland, Zeeland). Der Zustand dieser Lebensräume verschlechtert sich aufgrund von Wildwuchs, Eutrophierung und Austrocknung. Da diese Dünenküstenbereiche eine wichtige Funktion für den Fremdenverkehr (Strandurlaub) haben, wird im Rahmen des Projekts besonders der Öffentlichkeitsarbeit und der Verbreitung von Informationen Rechnung getragen sowie 1100 ha Dünen wieder hergestellt und auf einer Fläche von 1550 ha die Beweidung wiederaufgenommen.

Polen – 1 Projekt

Mit einem gemeinsamen polnisch-deutschen Projekt soll eine gefährdete Sperlingsvogelart, der Seggenrohrsänger (Acrocephalus paludicola), geschützt werden, der aus seinem früheren Verbreitungsgebiet in Norddeutschland und Polen wegen Zerstörung oder Verschlechterung seines Lebensraumes fast vollständig verschwunden ist. Der Empfänger der Fördermittel – eine polnische nicht-staatliche Organisation (Polnische Gesellschaft für den Vogelschutz – OTOP) – führt das Projekt zusammen mit einer Reihe anderer nicht-staatlicher Organisationen und Nationalparks durch, um das Aussterben der Population zu verhindern, indem diese stärker in das öffentliche Bewusstsein gerückt wird, beschädigte Lebensräume wieder hergestellt und vergrößert sowie langfristige Managementmechanismen eingeführt werden.

Rumänien – 5 Projekte

Vier der fünf rumänischen Projekte betreffen wildlebende Tierarten.

Bei dem ersten Projekt steht der Schutz eines winzigen Rests der Wiesenotter-Population (Vipera ursini rakosiensis) in Siebenbürgen (Transsylvanien) im Mittelpunkt. Dieses Reptil ist fast ausgestorben - die sonstigen weltweit noch bestehenden Populationen, die alle sehr klein und gefährdet sind, leben in Ungarn.

Das zweite Projekt trägt zum Schutz großer Fleischfresser bei, z. B. des Wolfes (Canis lupus), des Bären (Ursus arctos) und des Luchses (Lynx lynx) im Bezirk Vrancea.

Zwei weitere Projekte betreffen den Vogelschutz: die Wasservogelpopulationen im unteren Bereich der Überschwemmungsebene des Flusses Pruth und die Populationen des Krauskopfpelikans (Pelecanus crispus), eine prioritäre Art im Rahmen der LIFE-Fördermittel, im Donaudelta.

Das fünfte Projekt betrifft Lebensräume auf dem gesamten rumänischen Staatsgebiet. Das Ziel besteht darin, Wälder, alpine und subalpine Lebensräume zu schützen. Der Ökotourismus in den örtlichen Gemeinden soll damit gefördert und Bewohner dieser Gebiete sollen dazu ermutigt werden, als Fremdenführer im Naturschutzbereich zu arbeiten. Das Projekt wird auch Vorschläge enthalten, mit denen private Landbesitzer, die ihren Waldbau im Einklang mit den Zielen von Natura 2000 durchführen wollen, unterstützt werden können. Diese Vorschläge werden den zuständigen Behörden zur Kenntnis gebracht.

Slowakei - 2 Projekte

Ein Projekt betrifft die kleine Großtrappenpopulation (Otis tarda), die in zwei Schutzgebieten zwischen Bratislava und der ungarischen Grenze lebt.

Das zweite Projekt betrifft das Feuchtgebiet Zahorie im Westen des Landes. Ein großer Teil des Schutzgebietes liegt innerhalb eines Truppenübungsplatzes. Im Rahmen des Projekts werden Wiederherstellungsarbeiten durchgeführt, beispielsweise Entwässerungsgräben blockiert oder aufgefüllt, überwachsene Wiesen ausgelichtet und die Hydrologie von Mooren verbessert.

Spanien – 4 Projekte

Im Rahmen einer Partnerschaft von vier lokalen Behörden (ein Wasserwirtschaftsamt, ein Forstamt, eine Gesellschaft für Artenvielfalt und die regionale Naturschutzbehörde) wird ein Projekt durchgeführt, in dessen Mittelpunkt die nordspanischen Rotbuchenwälder (Fagus sylvatica) sowie die galicisch-portugiesischen Eichenwälder (Quercus robur und Quercus pyrenaica) in Aiako Harria SCI (Guipuzcoa, Baskenland) stehen. Mit dieser Partnerschaft beabsichtigen die beteiligten Behörden die Umsetzung eines Plans für nachhaltige Forstwirtschaft.

Ein weiteres Projekt hat den Schutz von vier Amphibienarten zum Ziel, die durch die Habitat-Richtlinie geschützt sind. Dabei ist ihr gesamter Lebensraum im Gebiet von Valencia betroffen.

Im Rahmen eines dritten Projekts werden für Nordspanien Vorschläge in Bezug auf die Bewirtschaftung des Wassereinzugsgebietes des Flusses Ebro (Region Navarra) gemacht, um den Schutz der dort lebenden Populationen des Europäischen Nerzes (Mustela lutreola) zu verbessern.

Das vierte Projekt betrifft den Schutz mediterraner, im Sommer trocken liegender Pfühle auf der Baleareninsel Menorca. Das erste Ziel besteht zunächst darin, das Wissen über die kausalen Zusammenhänge und die Entwicklung dieses sensiblen Lebensraumes zu verbessern sowie die technischen und rechtlichen Instrumente zu schaffen, die für ihren langfristigen Schutz benötigt werden.

Schweden – 2 Projekte

Die Provinz Östergötland wird ein Projekt zur Wiederherstellung bewaldeter Weideflächen durchführen, auf denen Bestände großer alter Eichen dem Juchtenkäfer (Osmoderma eremita), einer bedrohten Käferart, einen Lebensraum bieten.

Das zweite Projekt betrifft den Fluss Moälven in Nordschweden, wo Laichplätze für Lachse wieder hergestellt werden und neugebaute Fischleitern die Wiederaufnahme von Wanderungen durch Lachse begünstigen sollen. Diese Maßnahmen kommen auch der Perlmuschel zugute.

Großbritannien - 3 Projekte

Bei dem ersten Projekt handelt es sich um ein Wiederherstellungsprogramm, das den Fluss Avon in Südengland betrifft. Das Ziel ist die Wiederherstellung dieses Fluss-Lebensraumes und der Lebensbedingungen für die Tierarten, die an sechs Demonstrationsstandorten entlang des Flusses leben.

Das zweite Projekt ist eine wichtige Maßnahme zum Schutz der europäischen Population der Weißkopfruderente (Oxyura leucocephala), deren Bestand durch die Schwarzkopfruderente bedroht ist. Im Rahmen eines Fünfjahresplans soll die Schwarzkopfruderente in Großbritannien ausgerottet und eine Vorgehensweise vorgeschlagen werden, mit deren Hilfe sich diese Art im übrigen Europa ausrotten lässt.

Die Gefahren, denen Brutvögel nach der versehentlichen Einführung von Raubtieren auf Inseln ausgesetzt sind, stehen im Mittelpunkt des dritten Projekts. Mit Hilfe der örtlichen Bevölkerung, Fährgesellschaften und Touristen sollen auf der Insel Canna vor der schottischen Westküste die Ratten beseitigt und wirksame Überwachungssysteme eingerichtet werden, um sicherzustellen, dass die Insel frei von Ratten bleibt.


[1] Richtlinie 92/43/EWG des Rates zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen.

[2] Richtlinie 79/409/EWG des Rates über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website