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BSE bei Ziege bestätigt: Kommission weitet Testprogramm aus

European Commission - IP/05/105   28/01/2005

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IP/05/105

Brüssel, den 28. Januar 2005

BSE bei Ziege bestätigt: Kommission weitet Testprogramm aus

Der BSE-Verdacht bei einer im Jahr 2002 in Frankreich geschlachteten Ziege wurde heute von einem Gremium europäischer Wissenschaftler bestätigt (http://ec.europa.eu/food/food/biosafety/bse/crl_statement_tse_goats_28-01-05_en.pdf).
Die Europäische Kommission schlägt vor, mehr Tests durchzuführen, damit geklärt wird, ob es sich hier um einen Einzelfall handelt. Zwar ist dies der erste Fall von BSE, der bei einer Ziege unter natürlichen Bedingungen festgestellt wurde, doch werden in der EU bereits seit einigen Jahren Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz der Verbraucher vor einem solchen Fall angewandt. Eine TSE-Infektion bei Ziegen scheint jedoch außerordentlich selten aufzutreten, und die Gefahr für die Verbraucher ist sehr gering. Die Europäische Kommission ersuchte die französischen Behörden, dem Gemeinschaftlichen Referenzlaboratorium (GRL) für TSE in Weybridge (Vereinigtes Königreich) ihre vorläufigen Untersuchungsergebnisse zu übermitteln (siehe IP/04/1324). Bei TSE handelt es sich um transmissible spongiforme Enzephalopathien, von denen BSE bei Rindern und die Traberkrankheit bei Ziegen und Schafen auftreten.

Dazu Markos Kyprianou, für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständiger EU-Kommissar: “Ich möchte den Verbrauchern versichern, dass die geltenden Sicherheitsmaßnahmen in der EU ein sehr hohes Schutzniveau bieten. Dieser Fall wurde dank des in Frankreich eingerichteten EU-Testsystems entdeckt. Das Testprogramm hat uns gezeigt, dass die Inzidenz von TSE bei Ziegen sehr gering ist, und ermöglicht uns, verdächtige Tiere zu ermitteln, so dass sie aus der Lebensmittelherstellungskette entfernt werden können, wie dies bei dieser Ziege und ihrer gesamten Herde geschehen ist. Damit geklärt werden kann, ob es sich hier um einen Einzelfall handelt, schlage ich vor, die Tests auszuweiten.

Geltende Sicherheitsmaßnahmen

Seit vielen Jahren werden Sicherheitsmaßnahmen bei allen als Nutztiere gehaltenen Wiederkäuern (Rinder, Schafe, Ziegen) angewandt, damit ein möglichst großer Schutz der Gesundheit der Bevölkerung für den Fall gewährleistet ist, dass bei Ziegen jemals BSE bestätigt wird. Zu diesen Sicherheitsmaßnahmen zählen das Verbot der Verfütterung tierischer Proteine in Form von Fleisch- und Knochenmehl, die Entfernung spezifischen Risikomaterials (d. h. die Entfernung von Geweben wie z. B. Gehirn, Wirbelsäule, Teile des Darms) aus der Lebensmittel- und Futtermittelkette, die Schlachtung von Herden, die von der Traberkrankheit befallen sind (eine BSE-ähnliche Krankheit, die bei Ziegen und Schafen auftritt, jedoch nicht auf Menschen übertragbar ist) sowie ein TSE-Überwachungs- und Testprogramm in allen Mitgliedstaaten.

Seit April 2002 wurden über 140 000 Ziegen getestet, darunter stichprobenartig gesunde Tiere, kranke Tiere und solche, die im Haltungsbetrieb verenden.

Ausweitung des Testprogramms

Nach dieser Bestätigung von BSE schlägt die Kommission vor, mindestens 6 Monate lang verstärkt BSE-Tests an Ziegen durchzuführen (200 000 Tests an gesunden Ziegen in der EU), um zu klären, ob es sich dabei um einen Einzelfall handelt. Der Umfang des Überwachungsprogramms richtet sich nach der Ziegenpopulation der einzelnen Mitgliedstaaten, wobei man sich vor allem auf Mitgliedstaaten konzentriert, in denen BSE bei Rindern vorkommt. Alle bestätigten BSE-Fälle werden einem bereits im Einsatz befindlichen dreistufigen Testprogramm unterzogen, mit dessen Hilfe man zwischen der Traberkrankheit und BSE unterscheiden kann. Die zusätzlichen Maßnahmen werden den Mitgliedstaaten auf der nächsten Sitzung des Ständigen Ausschusses für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit am 2. und 3. Februar 2005 zur Billigung vorgelegt.

Weist dieser BSE-Fall auf ein weit verbreitetes Problem hin?

Die Bedingungen, die bei Geburt der betroffenen Ziege im Jahr 2000 galten, gelten nicht mehr, und nach vorliegenden Erkenntnissen kann man davon ausgehen, dass die Verbreitung der Krankheit, auch wenn sie bei Ziegen nach wie vor auftritt, sehr gering ist. Als Übertragungsweg für BSE gilt allgemein die Verfütterung von Fleisch- und Knochenmehl an Wiederkäuer. Im Januar 2001 wurde das geltende Verbot der Verfütterung von Fleisch- und Knochenmehl an alle Wiederkäuer auf ein völliges Verbot der Verfütterung von Fleisch- und Knochenmehl an alle Nutztiere ausgedehnt. In der EU leben Ziegen im Allgemeinen nur wenige Jahre, was bedeutet, dass die meisten jetzt in der EU lebenden Ziegen nach Einführung des völligen Verfütterungsverbots geboren wurden.

Sind Ziegenmilch, Ziegenkäse und Ziegenfleisch sicher?
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat erklärt, dass nach derzeitigem Wissensstand bei Ziegenmilch und daraus gewonnenen Erzeugnissen wahrscheinlich keine Gefahr einer TSE-Kontamination besteht, wenn die Milch von gesunden Tieren stammt:

http://efsa.europa.eu/science/biohaz/biohaz_documents/709/bdoc_statement_goatsmilk_en1.pdf

Derzeit dürfen Milch und Fleisch von Ziegen, die mit einer TSE infiziert sind, vorsichtshalber und auf Anraten von Wissenschaftlern nicht verwendet werden. Diese Bestimmungen galten bereits, bevor BSE bei einer Ziege entdeckt wurde. Wie bei Rindern und Schafen, so werden auch bei Ziegen spezifizierte Risikomaterialien (die Gewebe, die bei Vorhandensein der Krankheit sehr wahrscheinlich infiziert sind) entfernt, auch wenn keine Infektion festgestellt wird. Man kann zwar nicht sagen, dass absolut keine Gefahr besteht, doch wird ein mögliches Risiko durch die eingesetzten Sicherheitsmaßnahmen verringert. Daher rät die Europäische Kommission, die Verzehrgewohnheiten hinsichtlich Ziegenmilch, Ziegenkäse und Ziegenfleisch nicht zu ändern. Die Europäische Kommission hat die EFSA ersucht, eine quantitative Risikobewertung für Ziegenfleisch und Ziegenfleischerzeugnisse durchzuführen, die im Juli 2005 vorliegen soll.

Hintergrund

Nachdem eine Forschungsgruppe in Frankreich einen BSE-Verdacht bei einer Ziege festgestellt hatte, veröffentlichte die Europäische Kommission am 28. Oktober 2004 unverzüglich die Ergebnisse (siehe IP/04/1324). Die Unterlagen wurden gemäß dem in der EU vorgesehenen Verfahren am 5. November von den französischen Behörden an das Gemeinschaftliche Referenzlaboratorium für TSE in Weybridge (Vereinigtes Königreich) zur Prüfung durch ein Sachverständigen-gremium übermittelt. Dieses berichtete heute über seine Ergebnisses (http://ec.europa.eu/food/food/biosafety/bse/crl_statement_tse_goats_28-01-05_en.pdf).
Die infizierte Ziege wurde im März 2000 geboren und im Oktober 2002 in Frankreich geschlachtet. Die Ergebnisse werden erst jetzt bekannt, weil die Reihe von Bestätigungstests auch Tests an Mäusen umfasste (einen so genannten “Maus-Bioassay“), dessen Durchführung zwei Jahre dauert.

Die Ziege und ihre Herde wurden gemäß den EU-Vorschriften beseitigt und gelangten nicht in die Lebensmittel- oder Futtermittelkette; daher besteht keine Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung. Die Ziege wurde im Rahmen eines EU-weiten Überwachungsprogramms entdeckt, bei dem verdächtige TSE-Stämme bei kleinen Wiederkäuern ermittelt werden sollen, und sie war das einzige Tier einer Herde von 300 Ziegen, die BSE entwickelte. Seit April 2002 wurden in ganz Europa mehr als 140 000 Ziegen getestet.

Weitere Informationen in MEMO/05/29


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