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Kommission verbietet EU-Geflügeleinfuhren aus Thailand nach Ausbruch der Geflügelpest

European Commission - IP/04/95   23/01/2004

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IP/04/95

Brüssel, den 23. Januar 2004

Kommission verbietet EU-Geflügeleinfuhren aus Thailand nach Ausbruch der Geflügelpest

Nach Bestätigung von Ausbrüchen der Geflügelpest in Thailand hat die Europäische Kommission den Vorschlag des für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständigen Kommissionsmitglieds David Byrne angenommen, die Einfuhr von Geflügel und Geflügelerzeugnissen aus Thailand in die EU unverzüglich auszusetzen. David Byrne, der zurzeit im Rahmen eines offiziellen Besuchs in Thailand weilt, unterstrich, dass alle möglichen Maßnahmen getroffen werden müssen, um die EU vor dem Virus zu schützen. Die Geflügelpest ist eine hoch ansteckende Gefügelseuche, die dem Geflügelsektor schwere wirtschaftliche Schäden zufügen kann und auch auf den Menschen übertragbar ist. Die EU importiert kein lebendes Geflügel und keine Bruteier aus Thailand, doch obwohl das Risiko der Einschleppung des Virus in Fleisch oder Fleischerzeugnissen wahrscheinlich sehr gering ist, möchte die Kommission sichergehen, dass jede mögliche Übertragung ausgeschlossen wird.

„Angesichts der hohen möglichen Risikos für Europa müssen wir die Geflügeleinfuhren aus Thailand umgehend verbieten", so David Byrne. „Wir können im Zusammenhang mit der Gesundheit von Mensch und Tier kein Risiko eingehen. Ich hatte in den letzten Tagen ausführliche Gespräche mit der thailändischen Regierung um die Lage genau einordnen zu können und habe sie aufgefordert, umfassende Informationen zur Verfügung zu stellen, so dass die notwendigen Maßnahmen getroffen werden können. Angesichts des möglichen Risikos für die öffentliche Gesundheit habe ich die thailändischen Behörden dringend gebeten, alles zu tun, um die Lage in den Griff zu bekommen und die internationale Gemeinschaft über die WHO, das Internationale Tierseuchenamt (OIE) und die FAO um Hilfestellung bei der Seuchenbekämpfung zu bitten. Ich habe wie zuvor Vietnam auch Thailand die Hilfe der EU bei der Tilgung der Seuche angeboten."

Nach Bestätigung des Ausbruchs der Geflügelpest in Thailand durch die thailändischen Behörden hat die Kommission entschieden, die Einfuhr von frischem Fleisch von Geflügel, Laufvögeln, Federwild und Zuchtfederwild, Geflügelfleischzubereitungen und Geflügelfleischerzeugnissen, die aus Fleisch der genannten Arten bestehen oder dieses enthalten, sofort zu stoppen. Die Einfuhr von Rohmaterial für die Tierfutterherstellung und Eiern für den menschlichen Verzehr in die EU wurde ebenfalls ausgesetzt. Die Einfuhr von lebendem Geflügel und Laufvögeln und deren Bruteiern und Eiern für den menschlichen Verzehr aus Thailand war bereits vorher nicht zugelassen.

Diese von der Kommission heute verabschiedeten Maßnahmen treten unmittelbar in Kraft. Sie gelten nicht für Fleisch und Fleischerzeugnisse von Geflügel, das vor dem 1. Januar 2004 geschlachtet wurde.

Die Kommission wird die Seuchenlage in Südostasien sehr genau beobachten. Die Lage und die erlassene Entscheidung werden auch Thema der für den 2.-3. Februar 2004 anberaumten Sitzung des Ständigen Ausschusses für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit sein, bei der Vertreter der Mitgliedstaaten und der Kommission zusammenkommen.

Die EU hat im Jahr 2002 120 000 Tonnen und von Januar bis Oktober 2003 128 000 Tonnen Geflügelfleisch und Geflügelfleischerzeugnisse aus Thailand importiert.

In den letzten Wochen sind Ausbrüche der Geflügelpest in Vietnam, Südkorea und Japan gemeldet worden. Da die EU kein Geflügel oder Geflügelerzeugnisse aus diesen Ländern einführt, waren nach den Ausbrüchen keine besonderen EU-Maßnahmen getroffen worden.

Hintergrund

Tierseuche

Die Geflügelpest ist eine hoch ansteckende Virusinfektion des Geflügels, die je nach Tierart große Verluste in der Geflügelindustrie verursachen kann. Frei lebende Vögel können Träger des Influenzavirus sein, ohne selbst daran zu erkranken, weil sie über eine natürliche Resistenz verfügen. Es ist bekannt, dass frei lebende Wasservögel ein natürliches Reservoir für diese Viren bilden und die erste Übertragung der Infektion auf Hausgeflügel verursachen können. Das Internationale Tierseuchenamt führt die Geflügelpest als eine Seuche des Verzeichnisses A auf, die sich schnell über die Grenzen hinweg ausbreiten kann. Die Seuche kann schwerwiegende sozioökonomische Auswirkungen haben und den internationalen Handel mit lebendem Geflügel und Geflügelerzeugnissen schwer beeinträchtigen.

Öffentliche Gesundheit

Zwar ist die Geflügelpest erst wenige Male auf Menschen übertragen worden und hat meist nur Bindehautentzündungen und leichtere grippeähnliche Erkrankungen ausgelöst, doch sind 1997 in Hongkong 6 Todesfälle (von 18 gemeldeten Infektionsfällen) nach der Infektion mit dem Subtyp H5N1 aufgetreten. Anfang 2003 infizierten sich drei weitere Personen mit diesem Subtyp und starben. Während der niederländischen Epidemie im Jahre 2003 starb ein Tierarzt aufgrund einer Infektion mit dem Geflügelpestvirus des Subtyps H7N7. Infektionen des Menschen durch Geflügelerzeugnisse, z.B. Fleisch oder Eier, sind noch nie gemeldet worden. Hauptquelle für die Infektion des Menschen ist der direkte Kontakt mit infiziertem Geflügel.


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