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Kommission genehmigt Tonträger-Joint-Venture von Sony and Bertelsmann

European Commission - IP/04/959   20/07/2004

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IP/04/959

Brüssel, den 20. Juli 2004

Kommission genehmigt Tonträger-Joint-Venture von Sony and Bertelsmann

Die Europäische Kommission hat die Gründung von Sony BMG, eines Joint Ventures der Tonträgergeschäfte von Sony und Bertelsmann genehmigt, nachdem sie zu dem Ergebnis gekommen ist, dass nicht genügend Beweise vorliegen, die gegen einen Zusammenschluss sprechen. Die Kommission wird die Musikbranche, in der sich die Konzentration jetzt noch erhöht, weiter im Blick behalten und würde eventuelle weitere Zusammenschlüsse großer Unternehmen sehr sorgfältig prüfen.

Am 9. Januar 2004 ging bei der Kommission die Anmeldung von Sony Corporation und Bertelsmann AG (BMG) ein, mit der diese den geplanten Zusammenschluss ihrer Tonträgergeschäfte zu einem Joint Venture namens Sony BMG mitteilten, das zu jeweils 50 % im Besitz der beiden Konzerne sein soll. Von dem Zusammenschluss betroffen sind die Bereiche Talentsuche, Förderung von Künstlern, Tonaufzeichnung sowie Vermarktung der Musik. Nicht berührt sind das Musikverlagsgeschäft und die Herstellung und der eigentliche Vertrieb von Tonträgern.

Die Kommission hat den Zusammenschluss sehr sorgfältig geprüft, da die Zahl der Topkonzerne im Musikgeschäft von fünf auf vier reduziert wird, wobei jedoch Sony BMG in Europa Universal nicht vom ersten Platz verdrängen wird. Daher hat die Kommission untersucht, ob der Zusammenschluss zur Schaffung oder Stärkung einer kollektiven Dominanz von Sony BMG, Universal, EMI und Warner Music, die anderen Großkonzerne der Musikbranche, führen könnte.

Die Kommission hat sich besonders auf die Tonträgermärkte konzentriert. Die gründliche Untersuchung von Preisinformationen und der Vorlagen nicht direkt beteiligter, auf den Tonträgermärkten tätiger Unternehmen der Länder des Europäischen Wirtschaftsraums[1] hat ergeben, dass die Preise für die CDs der fünf Topkonzerne in manchen Ländern relativ einheitlich sind und weitere Merkmale vorhanden sind, die eine geheime Absprache erleichtern könnten. Insgesamt musste die Kommission angesichts des Transparenzdefizits auf dem Markt jedoch feststellen, dass sie keine hinreichenden Beweise dafür hat, dass das Preisgebaren in der Vergangenheit abgestimmt wurde. Darüber hinaus kam sie zu dem Ergebnis, dass die Verringerung der Zahl der großen Tonträgerunternehmen von fünf auf vier in Zukunft noch nicht zu einer kollektiven beherrschenden Stellung auf den nationalen Tonträgermärkten führen würde.

Die Kommission hat ferner die Auswirkungen des Zusammenschlusses auf den aufstrebenden Markt für Online-Musiklizenzen sowie auf den Markt für den Online-Musikvertrieb untersucht, hat aber keine ernsthaften wettbewerbsrechtlichen Probleme feststellen können. Gleiches gilt für die Untersuchung der vertikalen Beziehungen zwischen dem Tonträgergeschäft Sony BMG und den nachgelagerten Fernseh- und Rundfunkgeschäften von Bertelsmann in Deutschland, Frankreich, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden.

Die Kommission hat bei der Untersuchung des Falls eng mit der amerikanischen Kartellbehörde FTC zusammengearbeitet.

Die Bertelsmann Music Group ist eine Tochtergesellschaft der Bertelsmann AG, ein in Deutschland niedergelassener internationaler Medienkonzern, der auch in der Produktion und Ausstrahlung von Fernseh- und Rundfunksendungen sowie im Buch- und Zeitschriftenverlagsgeschäft tätig ist. Zu BMG gehören Labels wie Arista, Jive, Zomba und RCA.

Sony Corporation of America gehört zur japanischen Sony Group, die außer im Tonträger- und im Musikverlagsgeschäft auch in der Verbraucherelektronik und der Unterhaltungsbranche tätig ist. Die Geschäfte von Sony in der Tonträgersparte werden von Sony Music Entertainment wahrgenommen, zu dem u. a. Columbia, Epic und Sony Classical gehören.


[1] Europäische Union plus Norwegen, Island und Liechtenstein


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