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IP/04/887

Brüssel, den 12. Juli 2004

Hochwasserschutz: Die Kommission schlägt eine konzertierte Aktion der EU vor

Die Kommission hat heute erstmals eine konzertierte Aktion der EU zur Bewältigung von Überschwemmungsrisiken vorgeschlagen. Geplant sind eine Reihe von Maßnahmen, u.a. Pläne zur Bewältigung der Hochwasserrisiken an betroffenen Flussbecken und Küstenzonen, Karten der überschwemmungsgefährdeten Gebiete, Koordinierung und Informationsaustausch, die Sicherstellung des Beitrags aller einschlägigen Politikbereiche der EU sowie die verstärkte Aufklärung der Öffentlichkeit. Zwischen 1998 und 2002 wurde Europa von über 100 größeren Überschwemmungen heimgesucht, darunter die Hochwasserkatastrophe an Donau und Elbe im Jahr 2002. Seit 1998 haben Überschwemmungen rund 700 Todesopfer gefordert, die Umsiedlung einer halben Million Menschen notwendig gemacht und wirtschaftliche Verluste in Höhe von mindestens 25 Mrd. Euro verursacht.

Umweltkommissarin Margot Wallström sagte: “Flutkatastrophen gefährden Menschenleben und lösen menschliche Tragödien aus. Sie wirken sich auch auf das Wirtschaftsleben aus und beeinträchtigen Europas Fortschritte bei der nachhaltigen Entwicklung. Überschwemmungen sind zwar ein Naturphänomen, das wir nicht verhindern können, doch können wir ihre Wahrscheinlichkeit verringern und uns wirksamer schützen. Meiner Ansicht nach kann der Hochwasserschutz nur durch konzertierte Aktionen in ganz Europa verbessert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen wir eine bessere Koordinierung unter Beteiligung aller Mitgliedstaaten.”

Steigende Hochwassergefahr

Das Risiko von Überschwemmungen wird in den kommenden Jahrzehnten wahrscheinlich zunehmen. Zwei Tendenzen weisen darauf hin. Erstens werden Gewalt und Häufigkeit von Überschwemmungen (d.h. stärkere Regenfälle und Anstieg des Meeresspiegels) wahrscheinlich zunehmen. Zweitens werden die Überschwemmungen wahrscheinlich stärkere Auswirkungen haben, da mehr Menschen in überschwemmungsgefährdeten Gebieten leben und sich auch wirtschaftliches Anlagevermögen (Unternehmen und Industrie) in diesen Gebieten befindet. Darüber hinaus haben Tätigkeiten des Menschen, darunter das Abholzen von Wäldern, die Begradigung von Flüssen, die Beseitigung natürlicher Überschwemmungsgebiete und schlechte Flächennutzungsplanung erheblich zur Erhöhung des Hochwasserrisikos beigetragen.

Warum eine konzertierte Aktion?

Wir stehen vor der Herausforderung, Gesellschaft und Umwelt vor den negativen Auswirkungen von Überschwemmungen zu schützen. Daher unterstützt die Kommission in ihrer heutigen Mitteilung ein konzertierte EU-Programme zur Verbesserung des Hochwasserschutzes. Die Mitgliedstaaten werden zusammenarbeiten und die Entwicklung und Durchführung von Plänen zur Bewältigung von Überschwemmungsrisiken auf Ebene von Flussbecken und Küstengebieten koordinieren, um zu vermeiden, dass Probleme von einem Gebiet ans nächste weitergereicht werden. Karten zu Überschwemmungsrisiken werden als Planungs- und Kommunikationsinstrument erstellt.

Die Kommission wird Koordinierung und Informationsaustausch zum Hochwasserschutz und die Förderung vorbildlicher Verfahren erleichtern und sicherstellen, dass alle einschlägigen EU-Politikbereiche einen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten. Die Mitgliedstaaten und die Kommission werden gemeinsam für die Gesamtkoordinierung des Aktionsprogramms zuständig sein.

Der Zusatznutzen einer konzertierten europäischen Maßnahme wird in einer besseren Bewältigung der Überschwemmungsrisiken und damit einem besseren Schutz liegen. Außerdem werden die Bürger besser auf Überschwemmungen vorbereitet, so dass sie wissen, wie sie sich verhalten müssen, um die Schäden gering zu halten.

Das Thema “Hochwasser” wird bei der informellen Tagung des Rates „Umwelt“ am 18. Juli 2004 erörtert werden. Der niederländische Ratsvorsitz zählt den Hochwasserschutz zu seinen Prioritäten.

Die Mitteilung sowie weitere Informationen zur Gewässerpolitik der EU finden Sie unter:

http://ec.europa.eu/environment/water/index.html


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